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Mittwoch, 10. Februar 2010

Ich bin nicht weg

... auch wenn die Stille auf meinem Blog es vielleicht vermuten läßt. Seit Anfang des Jahres bin ich so beschäftigt, daß ich kaum mehr Zeit für mich habe. Strategisch war es eine gute Entscheidung, nicht mehr für mies zahlende Printmedien zu schreiben. Nun bin ich mit besser bezahlten Aufträgen gut ausgelastet, gebe sehr viel Deutsch-Unterricht, und wenn ich dann mal eine freie Stunde hatte, gab es wichtigere Dinge als das Netz: Freunde anrufen oder treffen, lesen, Sport oder einfach nur in irgendeiner Ecke sitzen und nachdenken. Die virtuelle Welt wurde durch diesen Zeitmangel schnell auf die hinteren Ränge verwiesen, und damit leider auch mein Blog. Ich frage mich, wie es andere Blogger schaffen, tatsächlich kontinuierlich zu schreiben. Ich habe nach einem 12-Stunden-Arbeitstag einfach keine Kraft mehr dazu.

Im Moment rächt sich allerdings, daß ich mich in letzter Zeit überfordert habe: Seit gestern liege ich mit Grippe und Fieber im Bett. Und das ist die beste Gelegenheit, doch mal wieder zu schauen, was hier so alles läuft. Opachen Geißler ist also mal wieder aus der Versenkung aufgetaucht, um den jungen Leuten seine Geschichten von Anno dunnemals zu erzählen. Und der Spiegel? Verdient das Titelblatt eine Anzeige wegen Volksverhetzung oder wegen seiner himmelschreienden Abgeschmacktheit bloß den Bad Taste Award? Also alles wie gehabt...

Montag, 28. Dezember 2009

Bin wieder da

Fast vier Wochen Internetabstinenz: eine gute Erfahrung, eine Entgiftung. Ich hatte dem Netz zuviel Raum gegeben in meinem Leben. Nach wenigen Tagen Verzicht kam mir das Internet vor wie eine düstere und zynische Variante der Welt. Die von den Medien erzeugten Hysteriewellen, die sich überschlagenden Nachrichten haben mich von den Dingen in meiner Nähe abgelenkt: von den Dingen also, auf die ich Einfluß habe. Wenn man sich dem Netz für eine Weile entzieht, bedeutet das nicht, daß man die Augen vor der Realität verschließt. Vielmehr weitet sich der Blick wieder für die Wirklichkeit, die einen umgibt. Das heißt nicht, daß das Schreiben im Netz nicht wichtig ist. Denn auch dadurch läßt sich etwas bewirken. Gefährlich ist es aber, wenn man anfängt, sich in der virtuellen Welt zuhause zu fühlen. Da sollte man besser den Rechner aussschalten, mal an die frische Luft gehen, die Natur genießen oder was für die Mitmenschen tun.

Nach wenigen Tagen Internetpause habe ich schon gemerkt, wieviel Zeit ich dadurch gewonnen habe. Doch je länger ich abwesend war, desto mehr habe ich mich an die schönen Seiten der virtuellen Welt erinnert: vor allem an die echten und netten Kontakte, die man dort auch findet. Ich möchte das Netz in Zukunft bewußter nutzen. Das heißt aber nicht, daß ich mit dem Schreiben aufhöre.

Was ich sonst noch gemacht habe im Advent:

- den Zauber des Verbotenen entdeckt, in diesem Fall: die Poesie der Weihnachtsmärkte. Verboten, weil ich fasten wollte. Und auf einmal kam mir der Weihnachtsmarkt vor wie ein Schlaraffenland, in dem es überall duftet und glitzert und leuchtet. Doch, Weihnachtsmärkte haben schon ihre Berechtigung in der düsteren Jahreszeit. Besser wär's freilich, wenn sie nur an Sonntagen und Hochfesten geöffnet wären. Was das Fasten betrifft: Am 17. Februar 2010 starte ich den nächsten Versuch.

- Außerdem habe ich Muskeln entdeckt, von deren Existenz ich vorher nicht wußte. Mein Sportprogramm habe ich nämlich konsequent durchgezogen.

- Etliche Mails mit dem Betreff "hohoho" gelöscht, die dieses Jahr schon recht frühzeitig kamen.

-  und nicht zuletzt Rückblick auf das Jahr gehalten und festgestellt: Es war ein gutes Jahr. Ich habe wertvolle Begegnungen gehabt, Freunde gefunden und habe in der Audienz den Papst von Nahem gesehen. Ich habe eine Gemeinde gefunden, in der ich mich wohlfühle. Und eine Möglichkeit, etwas für andere zu tun. Als ich dachte, beruflich geht es gar nicht weiter, habe ich neue Kunden gefunden. Und dadurch kam das Gefühl zurück, daß ich getragen werde, sich immer irgendwas ergibt und ich zuversichtlich sein kann. Viel Grund also, danke zu sagen.

Die letzten Tage des Jahres werde ich wie immer in einem Kloster verbringen. Ich wünsche allen einen guten Übergang ins neue Jahr und alles Gute für 2010!

Donnerstag, 2. Juli 2009

Und noch eine Lyrikseite

http://www.lyrikline.org. Schon seit 1999 im Netz. Ich kannte die Seite noch nicht, weil es mich eher zu älterer Dichtung hinzieht. Die Seite bringt zeitgenössische Poesie, gesprochen in der Originalsprache. In vielen verschiedenen Sprachen von Albanisch bis Wayuunaiki (eine Sprache die, wie die englische Wikipedia mitteilt, von 305.000 Personen in Venezuela und Kolumbien gesprochen wird). Schön! Dank an Christian für den Hinweis!