Donnerstag, 26. November 2009

Die Feminisierung des Bildungswesens

... wird ja oft beklagt. Nun habe ich auch einmal ihre praktischen Folgen kennengelernt. Ich wollte einem neunjährigen Jungen den Unterschied zwischen du und Sie erklären. Etwa so:

Ich: "Also, du sagst du zu deinen Eltern, zum Lukas, zu den Jungs im Fußballverein, zu den Jungen und Mädchen in deiner Klasse. Klar?"
Der Junge: "Ja. Sie sage ich zu Frauen."
Ich: "Ähm, nur zu Frauen?"
Er: "Ja, zu der Lehrerin sage ich Sie."
Ich: "Und zu den Lehrern?"
Er (riesiges Fragezeichen im Gesicht): "Lehrer?"
Ich: "Ja, Lehrer, Männer halt, bei denen du Unterricht hast..."
Er (nach einem Augenblick des Nachdenkens): "Ich habe nur Lehrerinnen. Aber das wäre cool. Lehrer."
Ich: "Im Gymnasium kriegst du bestimmt welche. Und was sagst du dann zu denen?"
Er (nach einem noch längeren Augenblick des Nachdenkens, sehr siegessicher): "Er."

Kommentare:

  1. Ach Gott, wie niedlich! Das erheitert meine frühe Morgenstunde!

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  2. :) Andererseits: "Hat Er daran gedacht, daß morgen Allerheiligen ist?" wäre eine althergebrachte Sprechweise… ;)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. @Braut des Lammes: ... eine Sprechweise, die ich ziemlich charmant fände. Aber eigentlich wäre ich dafür, das "Ihr" wieder einzuführen. Das hatte doch was.

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  5. Früher sprach man doch in der dritten Person Singular mit dem Gesinde, im Italienischen ist das die Höflichkeitsform. Und der Franzose siezt die Gottesmutter im Ave Maria mit der zweiten Person Plural. Auch nicht schlecht!

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