Dienstag, 4. August 2009

Anzüge

Gestern in der Stadt, gegen halb sieben, das Mainfest voll mit Leuten, die wohl gerade von der Arbeit kamen. Das konnte man an der Kleidung erkennen: diese typischen schlecht sitzenden Clownsanzüge des höheren Angestellten, aufgehübscht mit Krawatten, die irgendwie Individualität demonstrieren sollen, und der ebenso typische Schrebergärtnerstil, dem man meist in Amtsstuben begegnet. Wenigstens das machen die Frauen trotz aller Bemühungen um Gleichheit noch nicht in demselben Maße mit. (Kann aber noch kommen.) Gerade habe ich geguckt, wer schon mal was über Männerkleidung geschrieben hat: Michael Klonovsky hier.

Kommentare:

  1. Müsstest dich mal hier in Neukölln umsehen. Die einzigen Anzüge: von älteren, türkischen Mitbürgern getragen (clowneske) oder von dem KG-Richter um die Ecke (die aber sitzen). Und die Frauen, na ja, m. E. schlimmer: entweder teenagerhaft, und zwar so, als würden sie sich auf eine Karriere im Eros-Center vorbereiten, oder alternativ, hippieesk. Wer hat Frauen eigentlich gesagt, es sähe gut aus, Leggins (!) unter den Röcken zu tragen?

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  2. Ganz ähnlich im Frankfurter Bahnhofsviertel. Besonders schlimm finde ich diese halbdurchsichtigen Leggins unter Röcken.

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  3. Klonovskys Diagnose (zwanghafte Pseudo-Originalität im Äußeren, dazu zählen auch Tattoos, Piercings etc. bie zunehmender geistiger Uniformität) ist sicher richtig. Nicht so ganz anfreunden kann ich mich mit seinem Plädoyer für den dunklen Anzug. Hstorisch gesehen ist das die Tracht der englischen Puritaner - keine angenehme Assoziation, wie ich finde.

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  4. Auch wieder wahr, aber es paßt ganz gut zu unserer Zeit. Ein dunkler Anzug wirkt auf mich wie eine Leerstelle, weil er so frei von Schmuck und Eigenart ist. Unsere Zeit kann wohl Stil und Lebensfreude nicht zusammendenken. Rokoko finde ich besser, sogar die Allongeperücken.

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