Die Erinnerung ist ein großer Gleichmacher. Stimmungen, Eindrücke bleiben haften, und Details, die nicht passen, werden passend gemacht. So geht es mir auch mit meinen Erinnerungen an den Deutschunterricht damals im Gymnasium. Die Grundstimmung, die haften geblieben ist, trifft die Sache gewiß gut: eine einzige Betroffenheitssuppe, in der Günther Wallraff und Dorothée Sölle schwimmen, und die wir essen sollten, um zu besseren Menschen zu werden. Literatur, so mußten wir damals vermuten, hatte den Zweck, das Problembewußtsein zu schärfen und das Weltbild der Schüler mit einfachen Wahrheiten einzuzäunen. So konnte zuletzt sogar der "Faust" heruntergebrochen werden auf Gretchens mißlungene Emanzipation. Den "Faust" freilich liest man erst kurz vor dem Abitur, und da wußte ich schon, daß Goethe nichts dafür konnte. Um andere Autoren mache ich noch immer einen großen Bogen. So bisher auch um Dürrenmatt. Wie allen Autoren, die ich in der Mittelstufe lesen mußte, brachte ich ihm Mißtrauen entgegen. Zu Unrecht, wie ich gestern erkannte. Ich las noch einmal seine Erzählung "Der Tunnel". Ein 24-jähriger Student , "fett, damit das Schreckliche hinter den Kulissen, welches er sah (das war seine Fähigkeit, vielleicht seine einzige) nicht allzu nah an ihn herankomme" , steigt in den Zug nach Zürich. Der Zug gerät in einen nicht endenden Tunnel und rast, immer schneller, in einen Abgrund. Der Lokführer ist, wie der Student feststellen muß, längst abgesprungen, der Führerstand leer.
Die Vielzahl der Deutungen, die diese kurze Erzählung hervorgerufen hat, zeigt, daß sie sich nicht auf einen Begriff bringen läßt, sich nicht von einem Begriff unterwerfen läßt. In den Alltag bricht ein unverständliches Geschehen ein, das Schreckliche, vor dem man sich nicht abschirmen kann; das Unerklärliche, vor dem man sich vergeblich mit Erklärungen zu schützen versucht: "Wir bewegen uns auf Schienen, der Tunnel muß also irgendwohin führen. Nichts beweist, daß am Tunnel etwas nicht in Ordnung ist, außer natürlich, daß er nicht aufhört."
Und so verweist diese kurze Erzählung zugleich auf die Grenzen menschlicher Erkenntnis wie auch auf die Freiheit der Literatur, Dinge zu sagen, die sich nicht ohne weiteres in einfache Welterklärungsmuster oder gar Handlungsanweisungen übersetzen lassen.
Samstag, 25. April 2009
Donnerstag, 23. April 2009
Welttag des Buches
Gedenktage dienen dazu, an Verlorenes, gerade Verlorengehendes oder Schützenswertes zu erinnern. Den Welttag des Buches, der heute begangen wird, gibt es seit 1995. Die "Stiftung Lesen" verschenkt jedes Jahr an Kinder ein eigens zu diesem Anlaß herausgebrachtes Buch, diesmal mit Abenteuergeschichten.
Über ein geschenktes Buch hätte ich mich als Kind gewiß gefreut. Zum Lesen bewegen mußte man mich nicht. Es gab keine Computer, kein Internet und nur drei Fernsehprogramme, dafür eine Pfarrbibliothek, die in meiner Erinnerung gewaltige Ausmaße annimmt. Ich las Astrid Lindgren oder Enid Blyton oder Otfried Preußler. Manches davon würde heute nicht mehr ohne Weiteres vor den Augen der Sittenwächter der political correctness bestehen: Enid Blyton - reaktionär, außerdem wird in den Internatsgeschichten ganz schön viel gemobbt. Und daß Michel aus Lönneberga seinen Hahn und sein Schweinchen mit vergorenen Kirschen betrunken macht... Nun ja. Aber das Gute daran war eben, daß ich bei diesen Büchern nie das Gefühl hatte, daß sie meiner Erziehung dienen, schon gar nicht meiner Erziehung zu einem guten Staatsbürger. Im Gegensatz zu etlichen Kinder- und Jugendbüchern heute, die vor allem Problembewußtsein demonstrieren und ihren jungen Lesern eine Lektion erteilen wollen. Auch wenn das noch so gut gemeint sein mag: Dagegen hätte ich mich als Kind gesträubt. Auch Kinder wollen Bücher, die sie unterhalten und die ihnen die Welt deuten - aber keine Bücher, die ihre Leser verbessern wollen und sie damit auf subtile Weise entmündigen. Man kann Kindern ruhig ein bißchen mehr zutrauen.
Über ein geschenktes Buch hätte ich mich als Kind gewiß gefreut. Zum Lesen bewegen mußte man mich nicht. Es gab keine Computer, kein Internet und nur drei Fernsehprogramme, dafür eine Pfarrbibliothek, die in meiner Erinnerung gewaltige Ausmaße annimmt. Ich las Astrid Lindgren oder Enid Blyton oder Otfried Preußler. Manches davon würde heute nicht mehr ohne Weiteres vor den Augen der Sittenwächter der political correctness bestehen: Enid Blyton - reaktionär, außerdem wird in den Internatsgeschichten ganz schön viel gemobbt. Und daß Michel aus Lönneberga seinen Hahn und sein Schweinchen mit vergorenen Kirschen betrunken macht... Nun ja. Aber das Gute daran war eben, daß ich bei diesen Büchern nie das Gefühl hatte, daß sie meiner Erziehung dienen, schon gar nicht meiner Erziehung zu einem guten Staatsbürger. Im Gegensatz zu etlichen Kinder- und Jugendbüchern heute, die vor allem Problembewußtsein demonstrieren und ihren jungen Lesern eine Lektion erteilen wollen. Auch wenn das noch so gut gemeint sein mag: Dagegen hätte ich mich als Kind gesträubt. Auch Kinder wollen Bücher, die sie unterhalten und die ihnen die Welt deuten - aber keine Bücher, die ihre Leser verbessern wollen und sie damit auf subtile Weise entmündigen. Man kann Kindern ruhig ein bißchen mehr zutrauen.
Mittwoch, 22. April 2009
Gezwitscher 2
Wie gesagt, ich mag dieses Gezwitscher nicht. Dennoch war Twitter wohl unvermeidlich. Je mehr sich die schriftliche Kommunikation beschleunigt, desto kürzer werden die übermittelten Nachrichten. Als um 1800 die Post noch Tage oder sogar Wochen unterwegs war, wurden seitenlange Briefe geschrieben, in denen der Schreibende ausführlich und sehr differenziert über seinen Seelenzustand Rechenschaft ablegte. Heute undenkbar, denn die Verkürzung und Beschleunigung der Nachrichten führt unweigerlich zu einem Verlust an Substanz. 140 Zeichen genügen nicht, um differenziert zu argumentieren. Die Briefkultur weicht einer hysterischen News-Kultur.
Diese Tendenz zu kurzen, leicht verständlichen Häppchen hat längst auf die Literatur übergegriffen. Der kolumbianische Schriftsteller Memo Anjel erklärte 2005 in einem Interview:
"Ich glaube, die langen und labyrinthischen Kapitel funktionieren heutzutage nicht mehr. Die Leser haben sich gewandelt. Sie haben mehr Bilder im Kopf – aus dem Fernsehen, dem Internet, dem Kino. Die Zeit zum Lesen teilen sie mit anderen Aktivitäten."
Er zieht daraus die Konsequenz, daß heute kürzer und schneller geschrieben werden muß, was auch oft geschieht - die Poesie imitiert also die Wirklichkeit und folgt den Maßstäben ihrer Zeit. Dennoch gibt es noch Romanciers, die den Mut zu dem "Meer der Epik" haben, von dem Thomas Mann sprach, zu langen, tiefen, verschlungenen Kapiteln - den Mut also zu einer Poesie, die Gegenwelten erzeugt. Zu ihnen gehört z.B. Martin Mosebach.
Diese Tendenz zu kurzen, leicht verständlichen Häppchen hat längst auf die Literatur übergegriffen. Der kolumbianische Schriftsteller Memo Anjel erklärte 2005 in einem Interview:
"Ich glaube, die langen und labyrinthischen Kapitel funktionieren heutzutage nicht mehr. Die Leser haben sich gewandelt. Sie haben mehr Bilder im Kopf – aus dem Fernsehen, dem Internet, dem Kino. Die Zeit zum Lesen teilen sie mit anderen Aktivitäten."
Er zieht daraus die Konsequenz, daß heute kürzer und schneller geschrieben werden muß, was auch oft geschieht - die Poesie imitiert also die Wirklichkeit und folgt den Maßstäben ihrer Zeit. Dennoch gibt es noch Romanciers, die den Mut zu dem "Meer der Epik" haben, von dem Thomas Mann sprach, zu langen, tiefen, verschlungenen Kapiteln - den Mut also zu einer Poesie, die Gegenwelten erzeugt. Zu ihnen gehört z.B. Martin Mosebach.
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Dienstag, 21. April 2009
Gezwitscher
Die Singvögel im Garten zwitschern nicht, weil sie sich über das schöne Wetter freuen oder weil sie ihren Zuhörern eine Freude machen wollen, sondern weil sie Konkurrenten aus ihrem Revier vertreiben und Weibchen anlocken wollen. Statt Kunst also Überlebenskampf. Ähnlich wird es wohl mit dem virtuellen Gezwitscher, Twitter, sein. Die Kurznachrichten, die pausenlos ins Netz gesendet werden, haben selten den künstlerischen Rang eines Aphorismus oder eines Haiku. Man liest viel Belangloses aus dem Privatleben ("Die Sonne scheint, voll krass, trinke Redbull.") oder Berufsleben ("Riesenfisch an Land gezogen. Mega-Deal."). Die Botschaft dahinter lautet meistens nur: "Ich bin (auch noch) da."
Nun dürfte ein Medium, mit dem sich Präsenz markieren läßt, ohne daß man etwas Bedeutendes sagen muß, besonders für Politiker reizvoll sein. (Barack Obama hat's vorgemacht.) Und in der Tat: Die Liste mit "Politik-Tweeds" ist schnell gefunden. Hubertus Heil twittert ("Jetzt das Regierungsprogramm herunterladen!"), Volker Beck ("Minderheitenfeindlichkeit muss widersprochen werden."), David McAllister ("Niedersachsen profitiert von Europa besonders" - CDU beschließt Wahlprogramm zur Europawahl.").
Was für ein häßliches Medium!
Nun dürfte ein Medium, mit dem sich Präsenz markieren läßt, ohne daß man etwas Bedeutendes sagen muß, besonders für Politiker reizvoll sein. (Barack Obama hat's vorgemacht.) Und in der Tat: Die Liste mit "Politik-Tweeds" ist schnell gefunden. Hubertus Heil twittert ("Jetzt das Regierungsprogramm herunterladen!"), Volker Beck ("Minderheitenfeindlichkeit muss widersprochen werden."), David McAllister ("Niedersachsen profitiert von Europa besonders" - CDU beschließt Wahlprogramm zur Europawahl.").
Was für ein häßliches Medium!
Montag, 13. April 2009
Hildegard und Hirnforschung
Das heutige Mittelalterbild ist noch immer bestimmt von Klischees, die aus der Aufklärungszeit stammen: finster, irrational, blutig. Die Schriften mittelalterlicher Autoren stehen dazu meist in auffallendem Widerspruch. Das gilt auch für Hildegard von Bingen, jene Nonne aus dem 12. Jahrhundert, die heute als Gewährsfrau für vieles, was ihr fremd gewesen wäre, in Anspruch genommen wird, sei es Feminismus oder Esoterik . Ihre Werke entziehen sich solchen Vereinnahmungen, schon deshalb, weil ihr Denken auf heutige Leser fremd und unzugänglich wirkt. Ihre auf Visionen begründeten Schriften "Scivias", "Liber Vitae Meritorum" und "Liber Divinorum Operum" fügen sich zusammen zu einer philosophisch-theologischen Gesamtschau, einen großen Entwurf über Gott und den Menschen. Wer sich Zeit nimmt, um sich in diese Werke zu vertiefen, wird Ungewohntes entdecken, Ergreifendes, und womöglich beeindruckt sein von dem hohen Menschenbild, das Hildegard vertritt: Sie feiert die Größe des Menschen, der von Gott geschaffen wurde als Krone der Schöpfung, als sein Wunderwerk und Spiegel des ganzen Universums. Und aus seiner Größe ergibt sich eine besondere Verantwortung: Er muß versuchen, sich für den rechten Weg zu entscheiden.
Ideen gehen dem Handeln voraus. Deshalb spielt es eine große Rolle, ob eine Zeit den Menschen für groß oder klein hält. Ein Blick in die Gegenwart stimmt deshalb nachdenklich. Als Leitbild gilt nicht mehr der Mensch als Geschöpf Gottes, als Leitwissenschaft nicht mehr die Theologie, sondern die Hirnforschung, die mit Argumenten aus der Mottenkiste und flankiert von hysterisch-begeisterten Feuilleton-Artikeln zu beweisen versucht, daß der Mensch unfrei sei: Alles Denken gehe auf materielle Prozesse im Gehirn zurück. Dazu Manfred Lütz: ""Natürlich ist das Gehirn ein Organ, in dem materielle Prozesse stattfinden. Und das ist Voraussetzung dafür, daß gedacht werden kann. Aber die Korrelation zwischen materiellen Prozessen und geistigen Prozessen als simple Eins-zu-eins-Abbildung zu verstehen, ist auf dem wissenschaftlichen Stand von höchstens 1720 [...] Der Tag, an dem die Hirnforschung aufbrach, um die Freiheit zu suchen, ist vergleichbar dem Tag, an dem der proletarische Dummkopf Gagarin erzählte, er sei im Weltraum gewesen und habe Gott nicht gefunden." ("Gott - Eine kleine Geschichte des Größten", München: Pattloch 2007, S. 144)
Wer das Menschenbild der Hirnforschung ernst nimmt, muß glauben, daß er noch nicht einmal selbst darüber entscheiden kann, ob er im nächsten Moment ein Erdbeereis oder einen Apfel essen wird: Alles ist bloß Resultat von Prozessen im Gehirn, denen der Mensch unterworfen ist. Der Mensch als willenlose Maschine, unfrei, geknechtet, niedrig, der Gedanke an die Gottesebenbildlichkeit ausgelöscht.
Aber warum gefällt es unserer Zeit, dem Menschen die Würde abzusprechen? Wem ein solches Menschenbild dient, ist schnell entschieden: allen, die den Menschen verzwecken wollen, ihn ihren Ideologien oder Interessen opfern wollen, ihn moralisch und wirtschaftlich ausbeuten wollen. Disziplinen wie Philosophie oder Hirnforschung bringen, ideologisch vereinnahmt, die moralischen Hürden zum Zusammenbruch, die dabei noch hinderlich sind, sie machen sich zur gehorsamen Dienerin mächtiger Interessen.
Auf die alte Frage was der Mensch sei, hatte das gar nicht so finstere mittelalterliche Denken jedenfalls überzeugendere und menschenfreundlichere Antworten gefunden als unsere Zeit .
Ideen gehen dem Handeln voraus. Deshalb spielt es eine große Rolle, ob eine Zeit den Menschen für groß oder klein hält. Ein Blick in die Gegenwart stimmt deshalb nachdenklich. Als Leitbild gilt nicht mehr der Mensch als Geschöpf Gottes, als Leitwissenschaft nicht mehr die Theologie, sondern die Hirnforschung, die mit Argumenten aus der Mottenkiste und flankiert von hysterisch-begeisterten Feuilleton-Artikeln zu beweisen versucht, daß der Mensch unfrei sei: Alles Denken gehe auf materielle Prozesse im Gehirn zurück. Dazu Manfred Lütz: ""Natürlich ist das Gehirn ein Organ, in dem materielle Prozesse stattfinden. Und das ist Voraussetzung dafür, daß gedacht werden kann. Aber die Korrelation zwischen materiellen Prozessen und geistigen Prozessen als simple Eins-zu-eins-Abbildung zu verstehen, ist auf dem wissenschaftlichen Stand von höchstens 1720 [...] Der Tag, an dem die Hirnforschung aufbrach, um die Freiheit zu suchen, ist vergleichbar dem Tag, an dem der proletarische Dummkopf Gagarin erzählte, er sei im Weltraum gewesen und habe Gott nicht gefunden." ("Gott - Eine kleine Geschichte des Größten", München: Pattloch 2007, S. 144)
Wer das Menschenbild der Hirnforschung ernst nimmt, muß glauben, daß er noch nicht einmal selbst darüber entscheiden kann, ob er im nächsten Moment ein Erdbeereis oder einen Apfel essen wird: Alles ist bloß Resultat von Prozessen im Gehirn, denen der Mensch unterworfen ist. Der Mensch als willenlose Maschine, unfrei, geknechtet, niedrig, der Gedanke an die Gottesebenbildlichkeit ausgelöscht.
Aber warum gefällt es unserer Zeit, dem Menschen die Würde abzusprechen? Wem ein solches Menschenbild dient, ist schnell entschieden: allen, die den Menschen verzwecken wollen, ihn ihren Ideologien oder Interessen opfern wollen, ihn moralisch und wirtschaftlich ausbeuten wollen. Disziplinen wie Philosophie oder Hirnforschung bringen, ideologisch vereinnahmt, die moralischen Hürden zum Zusammenbruch, die dabei noch hinderlich sind, sie machen sich zur gehorsamen Dienerin mächtiger Interessen.
Auf die alte Frage was der Mensch sei, hatte das gar nicht so finstere mittelalterliche Denken jedenfalls überzeugendere und menschenfreundlichere Antworten gefunden als unsere Zeit .
Sonntag, 12. April 2009
Freitag, 10. April 2009
Karfreitag
Ihre Liebe ist gekreuzigt
Ich lebe nun nicht mehr; denn Christus ist mein Leben
Und meine Lieb ist gar mit ihm ans Kreuz gegeben.
Es wisse nun die ganze Welt,
Daß mir nichts mehr an ihr gefällt,
Weil meine Lieb gekreuzigt ist.
Es herrscht in mir kein Feur der lüsternen Begierden
Mein Herze brennt auch nicht nach Pracht und eitlen Zierden
Es kann kein Reichtum, Geld und Gut
Verblenden meinen Sinn und Mut
Weil meine Lieb gekreuzigt ist.
Ich habe keine Lust an den geschaffnen Dingen,
Mir kann, was zeitlich ist, nicht eine Freude bringen.
Des Fleisches Schönheit und ihr Ruhm
Scheint mir wie eine blasse Blum,
Weil meine Lieb gekreuzigt ist.
Es darf sich nun nicht mehr die Welt um mich bemühen,
Sie wird mein Herze nicht zu ihrer Liebe ziehen.
Ich lieb und küß auch in dem Tod
Den süßen Jesum, meinen Gott,
Dem meine Lieb gekreuzigt ist.
Angelus Silesius (1624-1677), "Heilige Seelenlust"
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