Posts mit dem Label Wiederentdeckung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wiederentdeckung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 31. Juli 2009

Dem unbekannten Denker

Heute begehen wir den 100. Geburtstag eines großen Denkers, von dem die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben: Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn (1909-1999). Wer er war? Ein großer Freiheitsdenker, Katholik und Monarchist, der vielleicht scharfsinnigste Kritiker der Französischen Revolution und des Sozialismus. Warum man ihn nicht kennt und sein Gedenktag heute in Spiegel, Welt und co. keine Erwähnung finden wird (- und ich würde mich gerne täuschen)? Eben drum. Wer den Ritter kennenlernen will, findet an abgelegener Stelle einige Texte. Und sogar eine nette Satire: Rezept für einen christlichen Roman.

Montag, 27. Juli 2009

Barbey d'Aurevilly über Goethe

Er mochte Goethe nicht und bemühte sich nicht um ein ausgewogenes Urteil. Gut so. Denn seine Abhandlung „Gegen Goethe“ fällt in die Gattung „Schimpftirade“ und ist als solche brillant. Was wirft Barbey d'Aurevilly Goethe also vor?

Vor allem: Mangel an Originalität. Goethe ist eine „Leseratte, ein Papierkratzer und Papierzuschneider“ (S. 28), „er kompilierte, kompilierte, las viel und erfand nichts.“ (S. 29)
Sein Faust ist bloß eine Bearbeitung von Marlowes Vorlage, die besser war, und „besteht nur aus einem unzusammenhängenden Wust ohne jedwede Art von Komposition“ (S. 16).

Und das war noch sein bestes Stück.

Götz von Berlichingen: „Wie im Kindertheater wechselt der Schauplatz der Handlung in jeder Szene, oder besser gesagt in jedem Szenchen, denn es gibt Szenen von (ich habe gezählt) nicht mehr als sechs Zeilen Dialog zwischen zwei Umbauten.“ (S. 23)

Egmont: „nichts anderes als ein Defilee von längst bekannten Personen und Ereignissen, ein historischer Wandteppich. Die Figuren erreichen nicht einmal ihre natürliche Größe. Das Auge Goethes, auf das er so stolz ist, ist manchmal wie das Augenglas des Kurzsichtigen: Es verkleinert, was er sieht, und das ist eben seine Art, es zu sehen...“ (S. 25)

Torquato Tasso, Iphigenie und Stella: „gehören zu diesen diluvianischen Ergüssen von Langeweile, denen selbst der abgehärteste Leser nicht mehr standhalten kann. Er löst sich in ihnen auf und behält dabei noch das Bewußtsein der Langeweile, die ihn ertränkt und ihn umbringt, ohne ihn umzubringen.“ (S. 32)

Faust II: „ist nicht einmal ansatzweise zu verstehen. Man begreift nicht, wie Goethe sein ganzes Leben lang eine solche Masse an mythologischem Kinderkram in sich aufnehmen konnte, um sein Alter damit zu vertun, sie der menschlichen Gattung ins Gesicht zu rülpsen. Das ist ein Geschwätz ohne Maß.“ (S. 33)

Soviel zu Goethes tragischem Genie. Komödien konnte er leider auch nicht schreiben:
„Wir müssen uns nun mit seinem komischen Genie befassen, denn Goethe hielt sich für eine Doppelbegabung. Der ambitionierte Tausendsassa in ihm versuchte sich auch an der Komödie, und er legte seine deutsche Tatze an dieses Genre wie ein Bär die seine an eine Filigranarbeit. Nun, was ein Komödienschreiber oder -dichter vor allem braucht, dringender sogar als Tiefgang, den er auch haben muß, sind Geist und Heiterkeit, die beiden Dinge, die mit dem Wesen Goethes am allerwenigsten vereinbar waren, und obwohl er eingebildet genug war, sich für einen Aristophanes zu halten, war er so bleiern wie sein Schreibgerät...[...] Dieser deutsche Plumpsack war absolut unfähig, auch nur den kleinsten Harlekin auf die Beine zu stellen.“ (S. 33f.)

Aber vielleicht Romane?
Wilhelm Meister und die Wahlverwandschaften sind keine Bücher, „nicht einmal mehr schlechte, sondern nicht mit Namen zu bezeichnende, nicht wiederzugebende, unlesbare Dinge – und das auf jeder Ebene der Texte.“ (S. 54) Wilhelm Meister ist ein „Chaos von Wesen, die keine Figuren sind, die, man weiß nicht mehr recht in was eigentlich, kreisen, inmitten dieses Gewühls von Begriffen, Kenntnissen und Theorien, die den Eindruck eines Narrenspektakels in einem umgekippten Trödelladen machen. Man braucht mit den Worten nicht zu fackeln: Wilhelm Meister und die Wahlverwandschaften sind Phänomene der Dummheit.“ (S. 54)

Doch Goethes größtes Verdienst vermag selbst Barbey d'Aurevilly anzuerkennen: „Und diese unermeßliche Langeweile, in der ich Goethes Stärke sehe, war seine einzige schöpferische Leistung.“ (S. 55)

Und so weiter über knapp hundert Seiten. Man erfährt außerdem, warum Goethes Gedichte nichts taugen, Goethe in der Tiefe seines Wesens ein Hindu war („Es ist etwas Hinduistisches an ihm, aber gemäßigt durch das Sauerkraut“, S. 45), selbst als Reisender nur mittelmäßig war, die transzendenten Schönheiten des katholischen Gottesdienstes nicht erfassen konnte, sein Leben ziemlich blöd war und seine Liebschaften bloß „Kindereien von Hochzeiten zwischen kleinen Jungen und kleinen Mädchen, wenn die Zeit der Puppen und Kasperles vorbei ist.“ (S. 69). Frauenfiguren gibt's in seinem ganzen Werk nur eine, nämlich das Gretchen, „die elementare und deutsche Frau, von der in dieser Studie schon so oft die Rede war, das „Ewig-Weibliche“, wie es Goethe nennt, und das ich zutreffender die „ewige Kaulquappe“ nenne!“ (S. 52)

Da Barbey d'Aurevilly großartig formulieren konnte, ist das Buch ziemlich lustig, und ich beneide alle, die ihn damals in den Pariser Salons erleben durften. Außerdem fühle ich mich nachträglich getröstet, weil ich mich zu Studienzeiten, im Wilhelm Meister-Hauptseminar, ENTSETZLICH gelangweilt habe. Vielleicht lag es also doch nicht an mir!

Barbey d'Aurevilly schimpft, spottet, verunglimpft, und er ist darin unbestritten der Größte. Nett ist das nicht, aber bei ihm ist es eine Kunstform: Goethe ist für ihn der Stoff, mit dem sich diese Form besonders gut ausfüllen läßt.

Freilich darf man Barbey d'Aurevillys flammende Polemik nicht mit gelehrter Kritik verwechseln – sowas fand er ohnehin langweilig. Das Nachwort von Lionel Richard ist zwar aufschlußreich, denn man erfährt, daß sich die Sticheleien gegen Goethe eigentlich noch an eine zweite Adresse richteten: an den Literaturkritiker Charles-Augustin de Saint-Beuve, Barbey d'Aurevillys verhaßten Rivale - ein Goethe-Liebhaber. Dennoch wird Barbey d'Aurevilly hier für meinen Geschmack zu sehr geschulmeistert: Richard möchte Goethe verteidigen, rhetorisch freilich viel schwächer als der wortgewaltige Angreifer, und wirft ihm Ungenauigkeit vor, Ungerechtigkeit, parteiische Lektüre und Schwarzmalerei. Ebenso könnte man freilich einer Satire vorwerfen, daß sie Sachverhalte überspitzt darstellt, oder einem Comic, daß er nicht auf bunte Bilder verzichtet. Denn das alles war des Autors Absicht.

Vorsichtshalber fügt Richard in seine Gedankenkette noch ein paar Totschlagargumente ein, damit der heutige Leser vor dem bösen, großen Literaturkritiker gewarnt ist: Nicht, daß er ihm am Ende noch recht gibt. So erinnert Richard daran, daß Barbey d'Aurevilly Monarchist war und außerdem ziemlich intolerant*, was in unserer Gesellschaft freilich beides zu den größten Häresien gehört. Und fast noch schlimmer:

„Er reiht sich in die Tradition einer katholischen Kritik ein, die aus parteilichen theologischen Gründen in Goethe stets einen gefährlichen Feind gesehen hat: Weder der getaufte Protestant findet Gnade noch der Dilettant, der sich auf der Suche nach einem Synkretismus von allen Religionen und Glaubensrichtungen nährt, bis er im Evolutionismus, dem Freimaurertum und dem Atheismus Halt findet.“

Nun gut, das allein wären für mein Empfinden ja schon genug Gründe, Goethe nicht zu mögen. Was auch immer Barbey d'Aurevilly jedenfalls tat: Er pfiff auf literarische Moden und auf den Zeitgeist, und das gefällt mir.

Ach ja, ich hätte da noch eine ziemlich gut erhaltene (weil lediglich kurz angelesene und dann schnell ins Bücherregal verfrachtete) Insel-Ausgabe von Dichtung und Wahrheit, die ich wirklich nicht mehr brauche. Wenn die also einer haben will...

*Toleranz - da habe ich gerade erst irgendwo eine schöne Definition gelesen: bedeutet heute, sämtliche Meinungen gleichzeitig für wahr zu halten. Wenn ich jetzt nur wüßte, wer das gesagt hat...

Jules Barbey d'Aurevilly: Gegen Goethe, Berlin: Matthes & Seitz, 2006.

Samstag, 27. Juni 2009

Ein Verkannter

Bei Matthes & Seitz sind in den letzten Jahren einige Werke des französischen Kritikers und Schriftstellers Jules Barbey d'Aurevilly (1808-1889) erschienen.  Ein durchaus mutiges Projekt, denn kaum ein anderer Schriftsteller ist so wenig mehrheits- oder gar massentauglich wie er: überzeugter Katholik, Reaktionär, Monarchist, Dandy – das alles macht ihn für die meisten nur verdächtig. So bleibt sein Publikum klein, aber erlesen. Es könnte sich aus folgenden Kreisen zusammensetzen:

1. Fortschrittsskeptiker. Wer quer zum Zeitgeist steht, freut sich über seine Aphorismen, etwa diesen: "Ach! Die Philosophie! Hegels Einheit der Substanz führt in der Politik zu uneingeschränktem Kosmopolitismus und in der Moral zur Verwirrung der Geschlechter... Geben Sie zu, die Possenreißerei hat ernste Folgen!" (Jules Barbey d'Aurevilly, Feinheit des Geistes rührt von Niedertracht, Berlin: Matthes & Seitz 2008, S.77)

2. Standhafte. Wer für etwas brennt und trotz aller Hindernisse dabei bleiben will, findet in ihm ein Vorbild. Barbey d'Aurevilly hielt durch. Er schrieb Romane und verdiente seinen Unterhalt bis an sein Lebensende mit Buchkritiken (1300 Kritiken in 50 Jahren). Und er bewahrte seinen Stil selbst dann noch, als er völlig verarmt war – den Stil eines Dandys, der sich an Vorbildern wie Lord Byron oder Beau Brummel orientiert. Er muß dabei ein wenig skurril gewirkt haben, z.B. trug er immer eine Reitgerte bei sich. Jedenfalls: Durch seine Art zu leben erhob er sich über die Wirklichkeit und ihre Widrigkeiten, und zwar auf eine Weise, die heute ungewohnt und kühn erschient.

3. Sensible, deren Seele nur eine dünne Schutzschicht hat. Barbey d'Aurevilly gehörte zu ihnen. Paul Bourget beschreibt ihn so: Er hatte "die Empfindlichkeit eines Menschen, der sich verschließt, verkrampft und aufregt statt sich einfach hinzugeben.“ [...] Er "versteckte seine Reizbarkeit hinter den kühnsten und manchmal beleidigenden Paradoxa. Er war dabei unendlich geistvoll und originell, was der Konversation unvergleichlichen Glanz verlieh. Wer ihn so hörte, ganz dem oft mit wildem Grimm geführten Gespräch ergeben, konnte kaum ahnen, daß das Feuerwerk eine furchtbar verletzliche Seele schützen sollte, die wegen eines Nichts zu bluten anfing. [...] Ein freies Wort, eine Nachlässigkeit, in der er Kühle zu erkennen glaubte, eine Geste, die er als feindselig interpretierte, setzte ihm gewaltig zu. Ein Fremder, der ihm nicht gefiel, konnte ihm echte Qual bereiten. Er steigerte sich dann in jene Aufgebrachtheit hinein, die sein Benehmen für viele Leute satanisch und gemein machte, wo er doch der beste Mensch war, gerührt durch jede Aufmerksamkeit, anhänglich, leutselig und liebenswürdig." (139f.)
Er selbst notierte zum Stichwort „Gefühl“: "Der Mensch ist nie Geist genug, um die Gefühle auszuschalten, und die stärksten sind verletzte. Die schönsten Eingebungen, diese Purpurblumen, die sich im Gehirn entfalten, wurzeln im Herzblut, und vielleicht ist das „Salz der Weisheit", von dem die Heiligen Bücher sprechen, nichts als das vergossener Tränen.“ (S. 99)

4. Zerrissene. Paul Bourget schreibt, daß seine "hohen Gaben nie ganz ihre Erfüllung fanden". Dies lag wohl auch an seiner Zwiespältigkeit. Er litt unter jener inneren Widersprüchlichkeit, die einen Dandy eigentlich erst ausmacht: Denn ein Dandy ist gierig nach der Bewunderung der Gesellschaft, die er eigentlich verachtet. Eine solche Haltung ist kräftezehrend. Und dennoch: Barbey d'Aurevilly fand einen Weg, daraus schöpferische Impulse zu gewinnen. Er brillierte mit scharfen Polemiken und beißender Kritik und unterhielt die literarischen Salons von Paris, in denen er verkehrte, mit treffenden Formulierungen. Seine Aphorismen gehören zu den besten, die je geschrieben wurden.

5. Goethe-Hasser. Niemand hat Goethe so beschimpft wie Jules Barbey d'Aurevilly in seiner Streitschrift „Gegen Goethe“. Dazu ein andermal mehr.

Warum ich ihn lese: Wenn ich mit der Welt hadere, tut es gut, seine Polemiken zur Hand zu nehmen. Es hat eine kathartische Wirkung: Das Fluchen, Wettern, Schmähen und Exkommunizieren nimmt er seinem Leser ab, und zwar auf formvollendete Weise. Bei ihm wird das Schimpfen zur Kunstform. Und wenn ich mit der Welt zufrieden bin, lese ich ihn auch: Denn in seinen Schriften und Romanen („Über das Dandytum“, „Die alte Maitresse“) lebt eine heute längst untergegangene Welt weiter. Und es ist schließlich immer das Fremde, dem Zeitgeist Ferne und Widerständige, das die Erkenntnis erweitert.

Samstag, 16. Mai 2009

Charles Perrault

"Der Königssohn half Dornröschen, deren Glieder noch immer etwas eingeschlafen waren, aus dem Bette. Sie war ganz angekleidet, wobei er bemerkte, daß ihre Toilette die größte Ähnlichkeit hatte mit der seiner seligen Großmutter. Aber er hütete sich, darüber ein Wörtchen zu verlieren. Er ging sogar so weit, ihre veraltete Tracht von anno dazumal auf feine Weise zu loben, was ihm in ihren Augen gewiß nicht schadete, obwohl sie tat, als läge ihr an solchen Kleinigkeiten wie Kleider und Putz nicht das allermindeste."

Das Märchen von Dornröschen kennt jeder. Doch hört sich das nicht ein bißchen anders an? Nicht so verspielt, augenzwinkernd und galant?  Wir kennen die Fassung der Brüder Grimm, und deren Kinder- und Hausmärchen sollten freilich, dem Geschmack der Romantik entsprechend, volkstümlich und einfach klingen - als handelte es sich um die unmittelbare Niederschrift eines lange nur mündlich überlieferten Textes (und damit es so klang, mußten die beiden Sammler lange an ihren Märchen feilen.) Das Zitat oben stammt jedoch aus der französischen Fassung von Dornröschen, "La Belle au Bois dormant", von Charles Perrault (1628-1703). Er hat die Gattung "Märchen" in Europa erst berühmt gemacht, und auch die Brüder Grimm haben Märchen von ihm übernommen. Perrault schrieb für das gebildete Publikum der Pariser Salons - und dazu paßt sein Tonfall sehr gut.  Vor 306 Jahren ist Charles Perrault gestorben.

Samstag, 25. April 2009

Der Tunnel

Die Erinnerung ist ein großer Gleichmacher. Stimmungen, Eindrücke bleiben haften, und Details, die nicht passen, werden passend gemacht. So geht es mir auch mit meinen Erinnerungen an den Deutschunterricht damals im Gymnasium. Die Grundstimmung, die haften geblieben ist, trifft die Sache gewiß gut: eine einzige Betroffenheitssuppe, in der Günther Wallraff und Dorothée Sölle schwimmen, und die wir essen sollten, um zu besseren Menschen zu werden. Literatur, so mußten wir damals vermuten, hatte den Zweck, das Problembewußtsein zu schärfen und das Weltbild der Schüler mit einfachen Wahrheiten einzuzäunen. So konnte zuletzt sogar der "Faust" heruntergebrochen werden auf Gretchens mißlungene Emanzipation. Den "Faust" freilich liest man erst kurz vor dem Abitur, und da wußte ich schon, daß Goethe nichts dafür konnte. Um andere Autoren mache ich noch immer einen großen Bogen. So bisher auch um Dürrenmatt.  Wie allen Autoren, die ich in der Mittelstufe lesen mußte, brachte ich ihm  Mißtrauen entgegen. Zu Unrecht, wie ich gestern erkannte. Ich las noch einmal seine Erzählung "Der Tunnel".  Ein 24-jähriger Student , "fett, damit das Schreckliche hinter den Kulissen, welches er sah (das war seine Fähigkeit, vielleicht seine einzige) nicht allzu nah an ihn herankomme" , steigt in den Zug nach Zürich. Der Zug gerät in einen nicht endenden Tunnel und rast, immer schneller, in einen Abgrund.  Der Lokführer ist, wie der Student feststellen muß, längst abgesprungen, der Führerstand leer.

Die Vielzahl der Deutungen, die diese kurze Erzählung hervorgerufen hat, zeigt, daß sie sich nicht auf einen Begriff bringen läßt, sich nicht von einem Begriff  unterwerfen läßt. In den Alltag bricht ein unverständliches Geschehen ein, das Schreckliche, vor dem man sich nicht abschirmen kann; das Unerklärliche, vor dem man sich vergeblich mit Erklärungen zu schützen versucht: "Wir bewegen uns auf Schienen, der Tunnel muß also irgendwohin führen. Nichts beweist, daß am Tunnel etwas nicht in Ordnung ist, außer natürlich, daß er nicht aufhört."

Und so verweist diese kurze Erzählung zugleich auf die Grenzen menschlicher Erkenntnis wie auch auf die Freiheit der Literatur, Dinge zu sagen, die sich nicht ohne weiteres in einfache Welterklärungsmuster oder gar Handlungsanweisungen übersetzen lassen.