<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787</id><updated>2011-11-28T00:30:16.119+01:00</updated><category term='Welttag des Buches'/><category term='Literatur'/><category term='Glaube'/><category term='Kleidung'/><category term='Orthodoxie'/><category term='Medien'/><category term='Elisabeth Langgässer'/><category term='was gelernt'/><category term='Amazon'/><category term='Barocklyrik'/><category term='Die Neue Ordnung'/><category term='italienische Literatur'/><category term='Weihnachten'/><category term='Germanistik'/><category term='C.S. Lewis'/><category term='Hirnforschung'/><category term='Grübeleien'/><category term='Papsttum'/><category term='Persönliches'/><category term='Weltwoche'/><category term='Zitate'/><category term='Dostojewskij'/><category term='Aphorismen'/><category term='Euthanasie'/><category term='Pfingsten'/><category term='Fernsehen'/><category term='Wiederentdeckung'/><category term='Politik'/><category term='Mittelalter'/><category term='Heidentum'/><category term='Märchen'/><category term='eigentümlich frei'/><category term='Monarchie'/><category term='Frankfurt'/><category term='Manfred Lütz'/><category term='Jesuiten'/><category term='Otfried Preußler'/><category term='Beruf'/><category term='Josef Pieper'/><category term='heute'/><category term='André Lichtschlag'/><category term='Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn'/><category term='Gesellschaft'/><category term='Chesterton'/><category term='Ovid'/><category term='Konversion'/><category term='Öffentliche Meinung'/><category term='Ostern'/><category term='Kirche'/><category term='Ereignis'/><category term='Memo Anjel'/><category term='Kommunikation'/><category term='Bekenntnis'/><category term='Benno Ohnesorg'/><category term='letzte Sätze'/><category term='Ikonographie'/><category term='Ken Schooland'/><category term='Roman'/><category term='Reversion'/><category term='Johannes Paul II.'/><category term='Mädchen'/><category term='Schönheit'/><category term='Freimaurerei'/><category term='orientalisches Christentum'/><category term='Engel'/><category term='Terreur'/><category term='Natur'/><category term='Audrey Hepburn'/><category term='Pygmalion'/><category term='Twitter'/><category term='Enid Blyton'/><category term='Blogosphäre'/><category term='Motive'/><category term='BRD'/><category term='deutsche Literatur'/><category term='Angela Merkel'/><category term='Astrid Lindgren'/><category term='Klimawandel'/><category term='Deutsche Kirche'/><category term='Sozialismus'/><category term='Charles Perrault'/><category term='Lutz Görner'/><category term='Alltag'/><category term='Michael Klonovsky'/><category term='Martin Mosebach'/><category term='Politiker'/><category term='Feminismus'/><category term='Tradition'/><category term='Deutschland'/><category term='Leopard'/><category term='Verfallsroman'/><category term='1984'/><category term='Francis Fukuyama'/><category term='evangelische Kirche'/><category term='Lissabon-Vertrag'/><category term='Verfallszeit'/><category term='Hildegard von Bingen'/><category term='Immaculée Ilibagiza'/><category term='Zeitgeist'/><category term='Sherlock Holmes'/><category term='Jules Barbey d&apos;Aurevilly'/><category term='gelesen'/><category term='Geschichte'/><category term='Oscar Wilde'/><category term='1968'/><category term='Joseph Roth'/><category term='Religion'/><category term='verfolgte Kirche'/><category term='Tomasi di Lampedusa'/><category term='Hegel'/><category term='Islam'/><category term='Kirchenkritik'/><category term='Lyrik'/><category term='erste Sätze'/><category term='Dandy'/><category term='Internet'/><category term='Tierfilme'/><category term='wahres Leben'/><category term='Benedikt XVI.'/><category term='Österreich'/><category term='Ökologismus'/><category term='Linke'/><category term='Kinderbücher'/><category term='20. Jahrhundert'/><category term='Lord Byron'/><category term='Konvertiten'/><category term='Fußball'/><category term='Heilige'/><category term='DDR'/><category term='Goethe'/><category term='Arthur Conan Doyle'/><category term='Angelus Silesius'/><category term='Zeitungen'/><category term='Orwell'/><category term='Heimat'/><category term='Thomas von Aquin'/><category term='unbekannte Gedenktage'/><category term='political correctness'/><category term='Marktwirtschaft'/><category term='Gender'/><category term='Liebeslyrik'/><category term='Dürrenmatt'/><category term='Zweites Vatikanisches Konzil'/><category term='Franz Werfel'/><category term='Otto von Habsburg'/><category term='80er'/><category term='Utopie'/><category term='Ruanda'/><category term='Thomas Mann'/><category term='Sprache'/><category term='Schlagwort hinzufügen'/><title type='text'>Literatur und Leben</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>189</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4616250231791985327</id><published>2011-09-03T12:30:00.000+02:00</published><updated>2011-09-03T12:30:18.675+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutsche Kirche'/><title type='text'>Frau X. und Herr Z.</title><content type='html'>Frau X. ist eine Dozentin, die ich an der Uni hatte. Sie gehörte zu den wenigen Lehrern, die durch ihre charismatische Art fast jeden für sich einnehmen, und hatte ein großes pädagogisches Talent. Eine beeindruckende Frau, nicht mehr ganz jung, aber gutaussehend, sehr elegant, klug, eine Dame. Plötzlich war sie verschwunden. Sie hatte öfter gesundheitliche Probleme und kam irgendwann nicht mehr zurück. Es ging das Gerücht um, daß sie eine lebensbedrohliche Krankheit hat. Ich fragte bei der Dekanatssekretärin nach, zu der ich einen guten Draht hatte, und erfuhr, daß Frau X. wegen psychischer Probleme nicht mehr arbeiten konnte. Die Sekretärin deutete an, es hätte mit einer Trennung zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schrieb Frau X. einen Brief mit Genesungswünschen. Etwa ein Jahr später nahm sie mit mir Kontakt auf, was mich sehr überraschte. Sie lud mich zu sich nach Hause ein. Als ich sie wiedersah, hatte ich nicht den Eindruck, daß sie sich verändert hatte, sie war beeindruckend, gutaussehend, charmant und hatte immer noch diese souveräne Ausstrahlung, die jedem sofort auffiel. Sie suchte meine Freundschaft, ich weiß nicht warum. Ich weiß nur, daß sie mich sehr hübsch fand und mich auch deshalb gerne in ihrer Nähe hatte. Das mag oberflächlich klingen, aber es war so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war bestimmt 30 Jahre älter als ich, aber es wirkte nicht so, als hätte sie mütterliche Gefühle. Im Gegenteil. Sehr schnell war ich in der Rolle derjenigen, die zuhört und tröstet. Ich lernte sie sehr gut kennen. Schon bald sah ich nicht mehr die beeindruckende Dame in ihr, die von den Studentinnen bewundert worden war. Sie war vollkommen kaputt, ihrem Selbsthaß ausgeliefert, von schrecklichen Verlustängsten und starken Stimmungsschwankungen gequält. Ich erinnere mich an ihre übermäßige Trauer, als eines ihrer Katzenbabies gestorben war. Und ich erinnere mich an den Punkt, auf den sie in unseren Gesprächen oft zurückkam: Er hat sie verlassen. Ihr Ehemann, den sie über alles geliebt hat und dem sie immer den Rücken freigehalten hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ihren Erzählungen hatten sie eine ganz normale Ehe geführt. Zwei Töchter bekommen, ein Haus gebaut. Natürlich war es nach einigen Jahren nicht mehr wie am Anfang, aber da war eine tiefe Liebe und Treue, zumindest von ihrer Seite aus. Die Trennung kam für sie wie aus heiterem Himmel. Plötzlich eröffnete er ihr, daß er eine Andere liebt. Eine Jüngere. Dann war er weg. Der Klassiker eben. Ein alternder Mann, der seine Jugend zurückgewinnen will, woran ihn einzig und allein die ebenfalls alternde Frau hindert, der er leider seine Treue versprochen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frau X. fragte sich immer wieder, was sie falsch gemacht hatte. Irgendwann kreisten fast alle unsere Gespräche um diesen Punkt. Die Trennung, die Gründe dafür.&amp;nbsp;Ich war völlig überfordert, aber ich verstand, daß die Trennung ihr eine Verletzung zugefügt hatte, die nicht heilen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige Jahre später ist unser Kontakt abgebrochen.&amp;nbsp;Doch eins hatte sich mir damals eingeprägt: Das Schlimmste, was ein Mann seiner Frau antun kann, ist genau das. Sie nach einer langen Ehe wegen einer Jüngeren zu verlassen. Das Treueversprechen in schweren Zeiten zu brechen. Oder einfach nur, weil es langweilig geworden war. Weil er sich noch einmal ausleben will. Weil junge Haut und straffe Körper verlockender sind. Mir war klar, daß Männer, die sowas tun, charakterlich verkommen sind, und ich niemals etwas mit einem verheirateten Mann anfangen würde. Damals war ich noch Atheistin, doch die Gemeinheit einer solchen Handlungsweise erschließt sich auch jedem aufrechten Heiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später fand ich zu der Religion zurück, die versprach, auf der Seite der Schwachen zu sein. Der Religion, die Heilige hervorgebracht hatte, die sich lieber zu Tode quälen ließen als falschen Göttern oder dem Kaiser zu opfern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn damals, in meiner atheistischen Zeit oder kurz danach, ein Bischof einen Mann, der seine Frau wegen einer Jüngeren verlassen hat, als guten Katholiken bezeichnet hätte – und dies auch deshalb, weil dieser ein hohes Amt im Staat hat; wenn ich also erfahren hätte, daß ein Bischof aus Opportunismus die unveränderbare Lehre Christi verrät, um sich den Mächtigen (und natürlich auch dem Zeitgeist) an den Hals zu werfen, dann wäre ich heute nicht katholisch.&amp;nbsp;Ich hätte mich vielleicht einer evangelischen Freikirche &amp;nbsp;angeschlossen.&amp;nbsp;In meiner jugendlichen Urteilshärte hätte ich Verachtung für einen solchen Bischof empfunden.&amp;nbsp;Herr Z. hat zwar nicht Herrn X. als Katholiken bezeichnet, "der seinen Glauben lebt", aber einen Mann, der das Gleiche getan hat und leider das deutsche Staatsoberhaupt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Feminismus hin oder her: Frauen leiden unter dem Verlust ihrer Jugend mehr als Männer. Und wenn ein Mann eine Frau, mit der er ein halbes Leben zusammengelebt hat, wie einen alten Putzlumpen entsorgt, weil er eine Jüngere gefunden hat, tut er ihr unendlich weh. Denn dadurch zeigt er ihr: Alles, was wir zusammen erlebt haben und was du für mich getan hast, kann den Verlust deiner Jugend und Schönheit nicht kompensieren. Ein solcher Mann ist egoistisch und herzlos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß die Kirche unverrückbar auf der Seite dieser Frauen und aller Verlassenen ist, auch der verlassenen Männer, ist ein Trost. Schade nur, wenn irgendwelche lebensfernen alten Männer dies durch ihr verantwortungsloses Gerede verdunkeln.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4616250231791985327?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4616250231791985327/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/09/frau-x-und-herr-z.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4616250231791985327'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4616250231791985327'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/09/frau-x-und-herr-z.html' title='Frau X. und Herr Z.'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7285675135401686781</id><published>2011-08-31T23:10:00.000+02:00</published><updated>2011-08-31T23:10:59.302+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutsche Kirche'/><title type='text'>Untergegangene deutsche Wörter: Mietling (m.)</title><content type='html'>1 Knecht, Dienstbote &lt;br /&gt;2 jmd., der gegen Vergünstigungen o. Ä. &lt;b&gt;die (bes. politischen) Interessen eines anderen&lt;/b&gt; vertritt&lt;br /&gt;(nach Bertelsmanns Wörterbuch)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Was fragt ein Mietling nach dem Königreich, das nie sein Eigen sein wird?"&lt;br /&gt;(Schiller, Don Karlos)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7285675135401686781?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7285675135401686781/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/08/untergegangene-deutsche-worter-mietling.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7285675135401686781'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7285675135401686781'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/08/untergegangene-deutsche-worter-mietling.html' title='Untergegangene deutsche Wörter: Mietling (m.)'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5528318370413766685</id><published>2011-08-06T16:30:00.000+02:00</published><updated>2011-08-06T16:30:11.837+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Niedliche, knuffige Kinder, die richtig gut singen können</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;Pater noster&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://0.gvt0.com/vi/oiUJoE6rwww/0.jpg" height="266" width="320"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/oiUJoE6rwww&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="320" height="266"  src="http://www.youtube.com/v/oiUJoE6rwww&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; 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Die Sprache ist natürlich verräterisch, und man fragt sich, ob die Vertreter der Kirche, die bei dieser Veranstaltung mitmachen, diese überhaupt ernstnehmen. Wäre es vorstellbar, daß Vertreter des Islam mit Gläubigen im Stuhlkreis diskutieren? Und dabei den Anschein erwecken, als stünden auch Glaubenswahrheiten zur Disposition? Natürlich nicht, denn der Islam nimmt sich selbst ernst. Eine weitere Frage, die man sich stellen muß: Welches Ziel wird dabei verfolgt? Nach allem, was ich bisher darüber gelesen habe, kommen vor allem jene Vertreter gestrigen Denkens zu Wort, die seit gefühlten 200 Jahren ihre Forderungen in Dauerschleife wiederholen. Was soll dabei herauskommen? Möglichkeit 1, überflüssig, ineffizient und teuer: "Okay, ihr seht das so, aber Rom sieht das anders, trotzdem schön, daß wir fünf Jahre darüber geredet haben." Möglichkeit b, unerfreulich, teuer, aber leider auch konsequent: "Okay, wir machen jetzt unseren eigenen Laden auf."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie dem auch sei: Der normale Laie, das gläubige, kirchentreue Fußvolk kommt nicht zu Wort, sondern nur die üblichen politisierenden Pöstcheninhaber und Gremienhocker. Für eine Reform der deutschen Kirche wäre ich freilich auch und hätte sogar ein paar Vorschläge:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Unternehmensberatung in die Bistumsverwaltungen,Verbände und katholischen Bildungseinrichtungen, überflüssige Posten abbauen&lt;br /&gt;- das eingesparte Geld in sinnvolle Maßnahmen stecken: Man könnte z.B. Fachkräfte einstellen, die den Pfarrern die Verwaltungsarbeiten abnehmen, damit diese mehr Zeit für die Seelsorge haben&lt;br /&gt;- illoyale Mitarbeiter durch solche ersetzen, die zu der Lehre der Kirche stehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Kirche ein Unternehmen wäre, hätte ich ja noch folgenden Vorschlag: den Deutschland-Chef und einen Teil der Geschäftstführer ablösen. Aber das wäre jetzt sicher respektlos.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2104834828337567842?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2104834828337567842/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/dialogproze.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2104834828337567842'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2104834828337567842'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/dialogproze.html' title='Dialogprozeß'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6903151787415030439</id><published>2011-07-30T17:47:00.001+02:00</published><updated>2011-07-30T17:51:30.308+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Was die Linken besser können</title><content type='html'>Sich vernetzen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, obwohl ich nie eine richtige Linke war. Sondern bloß so wie alle, ein bißchen linksliberal, ein bißchen engagiert, ehrgeizig, einverstanden mit dem Mainstream, ansonsten eher unpolitisch.&amp;nbsp;Doch das hat gereicht. Denn wer ungefähr das Richtige denkt, findet seinen Platz. Wer ein bißchen Talent hat, findet sogar leicht einen guten Platz. Ich bekam Stipendien, tolle Praktikumsplätze, verdiente mit Anfang 20 neben dem Studium recht gut mit Zeitungsartikeln und schrieb später für verschiedene große Redaktionen. Zurückblickend weiß ich, daß es ein Netzwerk gab, das mich trug. Ich kam immer weiter, alles erschien durchlässig. Klar ist auch: Im Journalismus und im gesamten Bildungsbereich ist den Linken der Marsch durch die Institutionen bestens gelungen. Dort liegt alles in ihrer Hand. Sie haben viele Pfründe zu verteilen und können sich auf diese Weise immer weiter ausbreiten. Davon habe auch ich profitiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann kam der Bruch, denn ich habe zum katholischen Glauben zurückgefunden. Natürlich habe ich nicht von einem Tag auf den anderen alle meine Kontakte verloren. Von manchen profitiere ich noch heute. Manche Freundschaften sind zu Ende gegangen, weil die gemeinsame Basis nicht mehr da war. Doch mein&amp;nbsp;Problem war: Ich verdiente mein Geld mit Schreiben. Mit Ideen. Als meine Ideen sich änderten, waren sie nicht mehr gefragt. Man bekommt nur einen Platz, wenn man das Richtige sagt. Ein Grund zu verzweifeln ist das freilich nicht. Es gibt schließlich noch andere und wahrscheinlich sogar ehrbarere Berufe als den des Journalisten oder des Hochschulgermanisten, und es schadet nicht, sich manchmal neu zu orientieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das journalistische Schreiben wollte ich nicht ganz lassen. Ich hatte am Anfang die Idee, ich könnte mein Wissen und mein journalistisches Können nutzen, um etwas für die Kirche zu tun. Natürlich habe ich nicht erwartet, daß es dort einen großen Markt für Texte gibt. Es ging mir auch nicht ums Verkaufen. Ich wollte einfach nur was Sinnvolles tun, doch eine Möglichkeit dazu zu finden, erwies sich als sehr zähes Unterfangen.&amp;nbsp;Während im linksliberalen Milieu jeder gerne gesehen ist, der ungefähr die richtige Position vertritt und jedes Angebot, etwas für die gute Sache zu tun, mit Freuden angenommen wird, erlebte ich hier das Gegenteil: untereinander zerstrittene Grüppchen, ein Milieu, das in sich abgeschlossen wirkt und von tiefem Mißtrauen Außenstehenden gegenüber geprägt ist – was sich sicher damit erklärt, daß es immer mehr an den Rand gedrängt wird. Da ich aus einem anderen Umfeld kam, war mein Blick scharf für die Unterschiede.&amp;nbsp;Vieles verlief anders, als ich es gewohnt war.&amp;nbsp;Während ich sonst auf Tagungen leicht mit Leuten ins Gespräch komme,&amp;nbsp;erlebte ich z.B. auf einem katholischen Kongreß, wie es ist, unter Menschen richtig allein zu sein.&amp;nbsp;Meine Versuche, mit&amp;nbsp;kleineren katholischen Vereinen in Kontakt zu treten, weil ich gerne geholfen hätte, waren fruchtlos. Ich habe fünf Jahre lang mehrmals in der Woche in einer Gemeinde die Heilige Messe besucht, ohne daß mich irgendjemand angesprochen hätte. Klar, ich habe ab und zu mal jemanden angesprochen.&amp;nbsp;Aber wieso gibt es in katholischen Gemeinden niemanden, der Neue begrüßt? In jeder Freikirche gibt es dafür ganze Teams.&amp;nbsp;Wieso freut man sich nicht, wenn jemand helfen will? Ich habe es mir irgendwann damit erklärt, daß es an mir liegt: Wahrscheinlich fehlt mir der Stallgeruch, ist mein Habitus einfach nicht katholisch genug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was soll's. Zuletzt habe ich eine Möglichkeit gefunden, etwas für die Kirche zu tun. Da war viel glückliche Fügung dabei. Vielleicht hat es auch einfach nur seine Zeit gebraucht, wenn auch eine sehr lange Zeit. Den Wunsch, Anschluß an eine Gemeinde zu finden, habe ich nicht mehr. Ich gehe sonntags in die Alte Messe und ab und zu unterhalte ich mich mit einem netten und klugen älteren Herrn. Es ist schön, dafür bin ich dankbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht machen Andere, die zur Kirche finden, andere Erfahrungen als ich, das würde ich mir wünschen. Dennoch: Ein bißchen was von den Linken abgucken könnte man sich schon.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6903151787415030439?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6903151787415030439/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/was-die-linken-besser-konnen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6903151787415030439'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6903151787415030439'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/was-die-linken-besser-konnen.html' title='Was die Linken besser können'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4721185311928688214</id><published>2011-07-24T16:35:00.000+02:00</published><updated>2011-07-24T16:35:56.452+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Ehe als Privileg</title><content type='html'>&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Vor kurzem war ich mit einer Freundin in einer Gemäldeausstellung. Ihr fiel auf, daß auf mittelalterlichen Gemälden die körperlichen Proportionen nicht stimmen: Kinder mit den Körpern kleiner Erwachsener, völlig aus den Fugen geratene Körperformen. Sie führte dies darauf zurück, daß die Maler im Mittelalter zu prüde waren, sich nackte Menschen anzusehen und deshalb nicht wußten, wie Körper aussehen. Sie hatte sich freilich nie mit dem Mittelalter beschäftigt, nur die Denkfigur war da: Der glorreichen Ungezwungenheit unserer Tage steht ein düsteres, zwanghaftes Mittelalter gegenüber.&amp;nbsp;Das Fortschrittsparadigma führt eben zu einer selektiven oder verdrehten Wahrnehmung der Vergangenheit.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Doch sicher pflegt jeder falsche Vorstellungen über die Vergangenheit. Das, was zurückliegt, eröffnet einen unendlichen Raum für Projektionen – gleichgültig, ob man auf düstere oder goldene Zeiten zurückblicken möchte.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Mir sind häufig religiöse Menschen begegnet, die denken, früher hätten fast alle früh geheiratet. Wer ehelos blieb und sich nicht für ein Ordensleben oder das Priestertum entschied, sei ein Außenseiter, eine bedauernswerte, kauzige oder halb komische Figur gewesen.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Freilich gab es zu allen Zeiten Gesellschaften, in denen eine frühe Heirat gefordert wurde oder erwünscht war. Es gibt sie auch heute.&amp;nbsp;Doch ganz so einfach war es mit dem Heiraten früher nicht. Von der Obrigkeit erlassene Ehebeschränkungen waren bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Regel. Oft war zum Beispiel die Heirat mit Ortsfremden verboten oder der Nachweis eines Mindestvermögens oder eines bestimmten beruflichen Status notwendig. Das führte dazu, daß viele Menschen ledig blieben oder erst spät heirateten. Das Vorhandensein vieler Singles ist also kein Exklusivmerkmal westlicher Metropolen unserer Zeit. Es gab durchaus Zeiten, in denen es ein Privileg war, heiraten zu dürfen ...&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Doch waren auch die Vorstellungen von Ehe anders als heute. Lange Zeit war sie in erster Linie eine wirtschaftliche oder dynastische Angelegenheit. Die Vorstellung, daß Liebe, Ehe und Sexualität untrennbar zusammengehören und die Liebe den familiären Zusammenhalt begründet, wurde erst im ausgehenden 18. Jahrhundert vor allem im aufstrebenden Bürgertum populär. Erst da bekam das Gefühl der Liebe den Status, den es heute hat. Eheliche Liebe wurde zur Herzensangelegenheit. Dabei entstanden neue Zwänge: Das Gefühl, unberechenbar und diktatorisch wie es ist, übernahm die Herrschaft. Doch ein flüchtiges Gefühl kann keine Beständigkeit garantieren, und überall lauert die Gefahr schwerer emotionaler Verletzungen.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Wie dem auch sei: Es kann sehr schwer sein, einen Ehepartner zu finden. Gründe gibt es viele: Man findet niemanden, wird immer wieder verlassen, hält sich nicht für liebenswert, andere halten einen nicht für liebenswert, man ist zu attraktiv oder zu unattraktiv, zu anspruchsvoll oder zu kompromißbereit, zu zurückhaltend, zu kompliziert, zu ängstlich,&amp;nbsp;hat kein großes Interesse an sexueller Betätigung, keine Gelegenheit, jemanden kennenzulernen, zuviele schlechte Erfahrungen gemacht, ist nur Menschen begegnet, die vollkommene Übereinstimmung suchen. Oft hat man es nicht in der Hand, und selbst eine jahrelange Parship-Mitgliedschaft bietet keine Garantien. Und wer verzweifelt sucht, so lautet die Regel, findet erst recht nicht. Man braucht auch ein bißchen Glück. Und letztlich: Wenn man einen Partner findet, ist das ein Geschenk. Einen Anspruch darauf hat man nicht.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Auf katholischen Veranstaltungen, gerade aus dem sogenannten neokonservativen Spektrum, sehe ich oft viele kinderreiche Familien. (Ich vermute, daß es bei den Traditionalisten ganz ähnlich ist.) Aus meiner Single-Sicht also: reich Beschenkte. Diese wecken oft den Eindruck, daß sie unter sich bleiben wollen, sich nur mit anderen Müttern oder Vätern austauschen wollen. Das verstehe ich, denn wahrscheinlich haben sie in ihrem Lebensumfeld nicht so viel Gelegenheit zum Austausch. Nur würde ich mir wünschen, daß man mich mit dem Klischee vom hedonistischen Single-Leben verschont. Das höre ich einfach zu oft: Singles seien egoistisch, denken nur an Spaß, tun nicht Gottes Willen. Oder man müsse einfach mehr beten, dann wird es schon klappen.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Doch daß Gott alle Wünsche erfüllt, wäre mir neu. Daß er die, die ihn lieben, mit einem wohlanständigen Familienleben belohnt ebenfalls. Gott ist nicht dazu da, die Glücklichen noch glücklicher und die Erfolgreichen noch erfolgreicher zu machen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Ich habe schon oft gehört, daß Menschen sich nur in der Liebe verwirklichen können – in der Liebe zu einem Ehepartner oder zu Gott (und mit Liebe zu Gott ist dann in der Regel eine religiöse Berufung gemeint). Das mag sein. Aber in einer gefallenen Welt haben eben nicht alle die Möglichkeit, ihre Bestimmung zu verwirklichen. Im Gegenteil: Die Wenigsten haben diese Möglichkeit. Wieviel Prozent der Menschen führen denn ein Leben, das dazu lang genug ist?&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; min-height: 19.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 16.0px Times; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span style="letter-spacing: 0.0px;"&gt;Man muß das nicht begreifen, aber man muß es akzeptieren. Man kann darauf hoffen, getröstet zu werden. Doch wenn das so ist, kann es auch nicht entscheidend sein, daß man sich ein bürgerliches Familienidyll errichtet und auf diese Weise sein gottgefälliges Leben unter Beweis stellt. Es ist schön, wenn man so reich beschenkt wird. Aber entscheidend ist nur der Glaube an Christus.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4721185311928688214?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4721185311928688214/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/ehe-als-privileg.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4721185311928688214'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4721185311928688214'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/ehe-als-privileg.html' title='Ehe als Privileg'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7389642106888619115</id><published>2011-07-16T22:36:00.001+02:00</published><updated>2011-07-16T22:41:47.782+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Otto von Habsburg'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monarchie'/><title type='text'>Der letzte Kaiser</title><content type='html'>Heute ist in Wien Otto von Habsburg beigesetzt worden. Er hat die Kaiserkrone nie getragen, und doch hat ihn zeitlebens so etwas wie eine Aura, ein Abglanz der Kaiserwürde umgeben – und das nicht nur, weil er noch in die letzten Jahre der Donaumonarchie hineingeboren wurde. Auch im Zeremoniell der Beisetzung ist die Idee des Kaisertums noch einmal lebendig geworden. Christen, Juden und selbst Muslime haben an seinem Sarg gebetet – eine Vision der Einheit, die an den tiefsten Kern der Kaiseridee erinnert: nicht die Herrschaft einer Nation über andere, sondern die Einheit der Völker in einem gemeinsamen Glauben. Das Anklopfen an der Pforte des Kapuzinerklosters erinnert an zwei Elemente, die für das alte, monarchische Europa konstitutiv waren: Das Bewußtsein für Rang und Würde einerseits – deshalb wurden seine Ämter und Würden alle noch einmal aufgezählt –, die Demut andererseits: Nur als „Otto, ein sterblicher Mensch“, durfte er die Pforte überschreiten. Eines kann ohne das andere nicht sein: Wo alle gleich sind oder sein sollen, da verliert auch die Demut ihren Sinn. Doch wo keine Demut ist, schwindet am Ende auch die Menschlichkeit.&lt;br /&gt;Fast hundert Jahre ist Otto von Habsburg alt geworden, ein wahrer Zeuge des Jahrhunderts. Doch war er viel mehr als ein lebendes Relikt der Vergangenheit. Er hat gegen die großen Verbrechersysteme seines Jahrhunderts gekämpft, gegen Nationalsozialismus und Kommunismus. Als Hitler den Anschluss Österreichs plante, wollte er sich an die Spitze des Landes stellen und das Volk zum Widerstand aufrufen. Das war vielleicht unrealistisch, vielleicht aber auch nicht, auf jeden Fall aber sehr mutig. Die Geschichte hätte anders verlaufen können, wenn es gelungen wäre. Um so berührender ist es, dass sein Name auch mit dem Ende des Kommunismus verbunden ist: mit dem berühmten Paneuropa-Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze, das er mitorganisierte und das das erste Loch in den Eisernen Vorhang riss. Und damit auch den ersten Stein aus der Berliner Mauer löste. Wer ein bißchen Sinn für geschichtliche Zusammenhänge hat, ist fast schon gezwungen, darin so etwas wie Fügung zu erkennen. &lt;br /&gt;Dieser freundliche ältere Herr, der so viele Sprachen fließend beherrschte und mit so vielen Völkern verbunden war, hat noch einmal die Werte verkörpert, die den Glanz Europas ausmachen. Wenn ich mir einen Kaiser wünschen könnte, dann müsste er wohl so sein wie Otto von Habsburg. Der Dichter Franz Grillparzer, der über die historische Mission der Habsburger viel nachgedacht hat, hat den Sinn der Monarchie einmal so beschrieben: Nicht „in Voraussicht lauter Herrschergrößen ward Erbrecht eingeführt in Reich und Staat. Vielmehr nur: weil ein Mittelpunkt vonnöten, um den sich alles schart, was gut und recht und widersteht dem Falschen und dem Schlimmen, hat in der Zukunft zweifelhaftes Reich den Samen man geworfen einer Ernte.“ In diesem Sinn ist Otto von Habsburg wirklich ein Monarch gewesen. &lt;br /&gt;Und wer wirft nun den Samen in die zweifelhafte Zukunft, die uns bevorstehen mag?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7389642106888619115?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7389642106888619115/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/der-letzte-kaiser.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7389642106888619115'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7389642106888619115'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/der-letzte-kaiser.html' title='Der letzte Kaiser'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7172585949586295290</id><published>2011-07-10T15:20:00.000+02:00</published><updated>2011-07-10T15:20:46.912+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Benedikt XVI.'/><title type='text'>Der Papst und ...</title><content type='html'>Der&amp;nbsp;&lt;a href="http://sende-zeit.de/"&gt;Sendezeit-Blog&lt;/a&gt; hatte einige Blogger gebeten, über ihr persönliches Verhältnis zu Papst Benedikt zu schreiben. Die Idee ist schön, sie hat mich zum Nachdenken angeregt. Auch wenn ich nicht sehr viel dazu zu sagen habe. Ich bin Papst Benedikt oder damals noch Kardinal Ratzinger weder, wie einige Verfasser der Beiträge, persönlich begegnet, noch bin ich die eifrigste Leserin seiner Schriften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher wußte ich von ihm nur, daß er der „Panzerkardinal“ ist. Ein unmißverständliches, brutales Wort, ein Wort wie ein Hammerschlag, ein Wort, das den Bezeichneten auf eine Rolle festnagelt. Doch die Bilder spielten nicht mit. Auf vielen Photos wurde er ungünstig gezeigt, und doch hat jedes einzelne das Klischee vom Panzerkardinal widerlegt. Ich wußte damals noch nichts über seine Theologie, und es interessierte mich auch nicht. Doch ich interessierte mich für die Medien und ihre Wirkung, ich hörte das Wort „Panzerkardinal“ und es weckte in mir Assoziationen von Unerbittlichkeit, Härte und martialischer Stärke. Auf den Photos sah ich jedoch einen kleinen, sanft und zerbrechlich wirkenden Mann, dessen Augen liebevoll blickten und immer so aussahen, als würde er über irgendetwas ein wenig staunen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich noch nicht weiter mit seinen Gedanken oder seiner Person beschäftigt. Aber er weckte in mir Sympathie. Nur eine winzige Andeutung seiner Persönlichkeit konnte auf den Photos eingefangen werden, und doch setzte sie ein Fragezeichen hinter das Bild, das von ihm verbreitet wurde und das die Medien kreiert hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst nach dem Tod von Johannes Paul II. rückte er wieder in mein Blickfeld. Ich weiß nicht warum, aber von Anfang an wünschte ich ihn mir als neuen Papst. Seine Predigt zur Eröffnung des Konklaves beeindruckte mich. Aber seine Art zu sprechen berührte mich: seine sanfte, leise, manchmal stockende Stimme. Nicht die Stimme eines Menschen, der dazu geschaffen ist, vor einem Millionenpublikum zu sprechen. Oder eines Menschen, der redet, weil er sich gerne reden hört, der gerne im Mittelpunkt steht, andere übertönt, ein Medienstar sein will. Einer Gesellschaft, in der sich die Lauten durchsetzen, die abgebrühten Profis der Selbstvermarktung, hielt dieser zurückhaltend, beinahe schüchtern wirkende Mann leise seine Analysen entgegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Wahl zeigte er sich auf dem Balkon. Er kam nicht wie ein triumphierender Sieger, sondern sah ein wenig erstaunt auf die Menge, die ihm zujubelte. Es wirkte noch nicht routiniert, als er seine Hände zum Winken erhob.&amp;nbsp; Hatte er sich nicht gewünscht, endlich Zeit zum Nachdenken und Schreiben zu haben und den Rest seines Lebens mit seinem Bruder zu verbringen? Er sah nachdenklich aus, als er sprach. Ein Mensch, dem eine Aufgabe auferlegt worden war, die ohne Beistand nicht zu schaffen ist. Und der mit jedem Blick, jeder Bewegung signalisiert, daß er das nie vergessen wird. Kein Sieg, kein Triumph, sondern wunderbar erhöht. Ein Mann mit scheuer Ausstrahlung und leiser Stimme, der nicht dazu prädestiniert schien, Stadien zu füllen. In dem Moment, als ich ihn auf dem Balkon sah, war ich tief bewegt. Es war, als wäre eine Verheißung wahrgeworden, eine Verheißung für die Stillen, Nachdenklichen und Zurückhaltenden, zu denen auch ich gehöre: Die Leisen werden gehört werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7172585949586295290?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7172585949586295290/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/der-papst-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7172585949586295290'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7172585949586295290'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/der-papst-und.html' title='Der Papst und ...'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-416124004254859678</id><published>2011-07-10T15:01:00.000+02:00</published><updated>2011-07-10T15:01:46.344+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Ein leidiges Thema</title><content type='html'>Auf der Internetseite &lt;a href="http://direktzu.kardinal-meisner.de/ebk/messages/leidiges-thema-homosexualitaet-33085#id_answer_33540"&gt;direktzu.kardinal-meisner.de&lt;/a&gt; hat Kardinal Meisner kürzlich die Haltung der Kirche zur Homosexualität erläutert. Er beantwortete damit die Frage eines Lesers. Ich persönlich mag solche Fragen ja eigentlich gar nicht mehr hören, sie gehen mir auf die Nerven, und das geht wohl auch anderen so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch so einfach darf man es sich nicht machen. Kardinal Meisner hat die Frage ernstgenommen und hervorragend beantwortet, und genau dies muß die Kirche tun. Immer und immer wieder. Denn für diejenigen, die solche Fragen stellen, sind diese nicht nur wichtig, sondern oft sogar zwingend. Wenn man ihre Denkvoraussetzungen betrachtet, erscheint das auch logisch. Zu den Dogmen der Zivilreligion gehört es nun einmal, daß Homosexualität nicht nur zu tolerieren ist, sondern in sich gut ist. Niemand, der heute im Westen lebt, kann behaupten, niemals mit solchen Gedanken konfrontiert gewesen zu sein. Es wird tagein, tagaus wiederholt. Und natürlich glaubt man es dann, weil man in der Regel das glaubt, was immer wieder gesagt wird. Die Grundannahme, von der obige Fragesteller ausgehen, ist also: Homosexualität ist gut. Auch anderen Fragen, die mir mittlerweile ziemlich auf die Nerven gehen, liegen solche Lehrsätze zugrunde, etwa: „Alles, was Männer können, können Frauen auch“ (=&amp;gt; Frauenpriestertum) oder: „Wer keinen Sex hat, ist unglücklich“ (=&amp;gt; Zölibat).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann erfährt man, daß die Kirche das anders sieht. Das ist irritierend. Die erste Reaktion ist natürlich: Die Kirche hat nicht recht. Doch der Fragende fühlt sich auf eine unerklärliche Weise zu der Kirche hingezogen, sie weckt ein leises Interesse. Er wünscht sich dazuzugehören, und er wünscht sich, daß die Kirche gut ist. Doch kann sie das sein, wenn sie den Lehrsätzen widerspricht, die die Gesellschaft für unantastbar hält?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man sich der Kirche langsam annähert, kann man so in einen Zwiespalt hineingeraten, der einen verwundet oder sogar zerreißt: Weil man auf der Suche nach der Wahrheit nicht weiterkommt. Deshalb ist es wichtig, daß Katholiken, die in ihrem Glauben gefestigt sind, solche Anfragen nicht zurückweisen. Es ist immer richtig, Fragen zu stellen. Und oft will der Fragende der Kirche gar nichts Böses, im Gegenteil. Er will, daß die Kirche gut ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wenn er an diesem Punkt weiterdenkt, verfällt er leicht einem Irrtum: Er denkt, daß die Welt vorgeben darf, was gut ist. Die Welt, das heißt in unserem Fall: Gesellschaft, Staat und Medien, linke Ideologie, säkulare Glaubenssätze. Er denkt, die Welt könne nicht irren und die Kirche müsse sich anpassen. Damit ist er freilich gedanklich auf dem Irrweg, der heute von der Mehrheit beschritten wird. Doch auch die Kirche und vor allem einige ihrer Vertreter sind daran schuld, daß dieser Weg heute so verlockend ist: Zu oft haben sie Weltanpassung gesucht, wenn sie Grenzen hätten zeigen müssen. Oder nicht verstanden, daß sie sich zwar immer mit den Machthabern arrangieren müssen, sich ihnen aber nicht immer anpassen dürfen. Sie bieten oft dem Kaiser an, was Gottes ist. Sie scheuen den Konflikt mit dem Staat. Oder sie glauben am Ende selbst, daß die Gesellschaft die Kirche formen darf und daß es richtig ist, daß die Kirche unter die Vormundschaft des Staates gestellt wird. Bis zum bitteren Ende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da hilft nur eins: Die Kirche muß ihre Lehre offen, deutlich und immer wieder in der Welt vertreten. Sie muß die Differenzen zu weltlichen Werten zeigen und nicht verwischen, auch dann, wenn es schmerzlich ist. Wenn sie darauf verzichtet nimmt sie den Suchenden und Fragenden die Chance, zur Wahrheit zu finden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-416124004254859678?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/416124004254859678/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/ein-leidiges-thema.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/416124004254859678'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/416124004254859678'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/ein-leidiges-thema.html' title='Ein leidiges Thema'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-349763980360205196</id><published>2011-07-10T12:49:00.001+02:00</published><updated>2011-07-10T22:50:56.600+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mittelalter'/><title type='text'>„Im Mittelalter wollte ich aber nicht leben.“</title><content type='html'>Nur jemand, der nicht ganz bei Trost ist, wird heute behaupten, daß er gerne im Mittelalter leben würde. In einer Zeit, in der es noch keine Antibiotika gab, keine Narkose, keine Kopfschmerztabletten, keine Badezimmer und Steckdosen; in einer Zeit, in der die Hygiene schlecht war und man Glück hatte, wenn man nicht vor dem zwanzigsten Lebensjahr an einer Lebensmittelvergiftung gestorben war oder als Frau im Kindbett. Die Vorstellung, daß ein heutiger Europäer in einer solchen Zeit überhaupt lange überleben könnte, ist absurd. Und dann würden wir den mittelalterlichen Menschen mit seinem anderen Denken, seiner anderen Gemütsart auch gar nicht verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist für die Heutigen unvorstellbar, im Mittelalter zu leben, weil die irdische Existenz nun einmal an Raum und Zeit gebunden ist. Hier gibt es mich nur jetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und trotzdem: Wenn jemand mit halbem Ohr eine Diskussion&amp;nbsp; über das 19. (!) Jahrhundert verfolgt und dann einwirft: „Ich wollte jedenfalls nicht im Mittelalter leben!“ (sowas habe ich kürzlich erlebt, und diejenige hatte einen Abschluß in Geschichte!), ist das unglaublich dumm. Wer auf sichere Art seine schlechte Bildung unter Beweis stellen möchte, möge einfach das Wort mittelalterlich im Sinne von „rückständig, düster, böse“ benutzen. Oder Sätze sagen wie: „Die Kirche ist im Mittelalter stehengeblieben.“ Oder die Wörter „Mittelalter“ und „Hexenverbrennung“ ständig miteinander in Zusammenhang bringen. (Hexenverbrennungen sind ein Phänomen der Frühen Neuzeit!) Oder, immer wieder schön: „Der Papst fördert mit allen Mitteln die mittelalterliche Tridentinische Messe.“ (Hans K. – Ich frage mich, welches Bewußtsein für Epochengrenzen es heute überhaupt noch gibt. Manchmal habe ich den Eindruck, die Mehrheit kennt nur Mittelalter und Nazizeit.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wollten auch die Menschen des Mittelalters mit Sicherheit nicht heute leben.&amp;nbsp; Sie gehörten ebenfalls in ihre Zeit. Würde man Thomas von Aquin in eine Zeitmaschine setzen, würde ihn allein schon die barbarische Art und Weise, wie heute Debatten geführt werden, daran zweifeln lassen, in der größten, glänzendsten, klügsten und fortschrittlichsten Epoche überhaupt gelandet zu sein – auch wenn die Mehrheit das heute denken mag. Zumal er die Idee des sich immer weiter vollendenden Menschheitsfortschritts sicher befremdlich gefunden hätte. Aber das ist wieder ein anderes Thema.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-349763980360205196?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/349763980360205196/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/im-mittelalter-wollte-ich-aber-nicht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/349763980360205196'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/349763980360205196'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/im-mittelalter-wollte-ich-aber-nicht.html' title='„Im Mittelalter wollte ich aber nicht leben.“'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3805204114563013097</id><published>2011-07-10T12:27:00.000+02:00</published><updated>2011-07-10T12:27:07.785+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Sind wir cool?</title><content type='html'>Nein. Katholiken gelten nicht als cool. Es hat mehrere Gründe. Einmal historische. Die Rückständigkeit und der schlechte Bildungsstand der Katholiken galten lange Zeit als sprichwörtlich. Die Wurzeln dieser Idee sind komplex, reichen hinein bis in die Zeit der Reformation, und sicher kann man eine Linie ziehen über die Aufklärung hin zur Französischen Revolution, zur Zerschlagung des katholischen Bildungswesens, zum Kulturkampf und zum Aufstieg des protestantischen Bürgertums zum Leitmilieu. Doch über die Geschichte dieser Idee möchte ich jetzt nicht nachdenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn Katholiken haben auch gerade heute oft dieses Image des Biederen und Uncoolen, irgendwie Zurückgebliebenen, hinter der Zeit her Hinkenden. Liegt es an der Lehre? Liegt es daran, daß die katholische Kirche Ideen vertritt, die zur Gegenwart, zu der von den Medien immer wieder beschworenen hedonistischen Konsumgesellschaft nicht passen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube nicht. Denn auch mir war schon in sehr jungen Jahren aufgefallen, daß die katholische Kirche uncool ist. Und zwar deshalb, weil es im Religionsunterricht immer nur um Drogen und Betroffenheit ging und ich Schulgottesdienste besuchen mußte, die vor lauter berufsjugendlicher Anbiederei jeder 13-Jährigen die Schamesröte ins Gesicht trieben. Ich erkannte, daß Lieder, die den Intellekt beleidigen, und das Basteln von Tieren aus Stoffresten für irgendeinen guten Zweck weder cool noch heilsnotwendig sind. Von der „rückständigen“ katholischen Lehre, von einem Gott, dessen Liebe auch streng sein kann, hatte ich bis dahin noch nicht gehört. Ich wandte mich von der Kirche schon vorher ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht die Lehre und nicht das vermeintlich Unzeitgemäße der Forderungen machen die katholische Kirche also uncool. Um das zu beweisen, reicht auch ein Seitenblick auf den Islam, dessen Forderungen sich noch viel weniger mit der modernen Gesellschaft in Einklang bringen lassen. Alles Mögliche wird über den Islam gesagt, aber nicht, daß er uncool ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn uncool ist immer nur das, was der Zeit nicht entspricht. Um uncool zu sein, braucht man also einen Platz in der Zeit, in der Geschichte. Uncool ist entweder Rückständigkeit oder mißlungene Anpassung an den Zeitgeist. Insofern könnte die Kirche gar nicht uncool sein, wenn sie sich selbst treu bliebe: Denn sie vertritt nicht eine beliebige Mode, sondern die Ewigkeit. Ihre Werte bleiben gleich, weil sie schon vor Beginn der Geschichte da waren und nicht im Strom der Zeiten stehen, sondern darüber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Uncool wird sie, wenn sie ihren transzendenten Charakter verleugnet. Wenn sie versucht, sich bloß als Teil der Welt zu begreifen, der den Bewegungen der Welt unterworfen ist. Wenn sie selbst nicht mehr zeigt, daß sie über die Welt hinausragt. Daß sie Teil der unveränderbaren Wirklichkeit ist. Wenn die Kirche als uncool gilt, ist das allein ihren Vertretern geschuldet, die deren wahren Charakter verkennen. Die glauben, die transzendente Welt für den Zeitgeist vereinnahmen zu können, während die Kirche doch alles umfaßt, auch unsere Zeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kirche ist also nicht deshalb uncool, weil sie unmodern ist, sondern weil sie versucht, modern zu sein. Das heißt freilich nicht, daß sie ihre Inhalte in die Sprache der 50er-Jahre packen soll und möglichst bieder und hausbacken auftreten soll. Denn darum geht es nicht: Es geht einzig und allein um die Wahrheit. Die Kirche wirkt uncool, wenn der Bruch spürbar ist zwischen dem, was sie ist, und dem, was sie darzustellen versucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder, kurz gesagt: Es ist uncool, nicht zu sich selbst zu stehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3805204114563013097?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3805204114563013097/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/sind-wir-cool.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3805204114563013097'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3805204114563013097'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/07/sind-wir-cool.html' title='Sind wir cool?'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2249386443381439358</id><published>2011-06-28T17:19:00.000+02:00</published><updated>2011-06-28T17:19:04.457+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tierfilme'/><title type='text'>Wasserscheue Pinguine</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object width="320" height="266" class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://1.gvt0.com/vi/3H2FLRUtdmU/0.jpg"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3H2FLRUtdmU&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="320" height="266"  src="http://www.youtube.com/v/3H2FLRUtdmU&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2249386443381439358?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2249386443381439358/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/wasserscheue-pinguine.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2249386443381439358'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2249386443381439358'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/wasserscheue-pinguine.html' title='Wasserscheue Pinguine'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-679269842278595287</id><published>2011-06-26T22:39:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T22:39:35.503+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Frauenfußball</title><content type='html'>Gefällt mir ja nicht. Ich kann damit nichts anfangen. Fußball mit richtigen Kerlen gucke ich gerne. Nicht, daß ich irgendwas davon verstehe, aber es schaut nett aus. So gesehen brauche ich mich um die Damenmeisterschaft nicht weiter zu kümmern. Soll sich angucken, wer will, ich nicht. Nur diese Dauerwerbung davor ging mir auf die Nerven – sie stand in keinem Verhältnis zu dem Interesse, das dieses Turnier tatsächlich weckt. Und vor allem hat sie in mir den Eindruck geweckt, daß dieses Sportereignis instrumentalisiert werden soll: Es paßt eben allzu gut zu der Gender-Agenda der Regierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch daß es hier keine Autokorsos gab, obwohl die deutschen Frauen gewonnen haben, kein Gehupe, keinen Torjubel, kein Fahnenmeer, hat mich doch ein bißchen gewundert. Zwar gab es am Main eine Fanmeile, und vor den Leinwänden war es auch ziemlich voll. Doch so voll, daß es kein Durchkommen gegeben hätte, war es nirgends: Kurz vor dem Anpfiff konnte ich dort noch zügig spazierengehen. Und letztlich ist selbst die Menschenmenge, die zusammengekommen ist, kein Indiz für wirkliches Interesse. Bei schönem Wetter ist am Main immer viel los – das ist im Sommer einfach DER Treffpunkt in Frankfurt. Und&amp;nbsp;wenn man dann ein paar Leinwände aufstellt und genug Stände mit Essen und Trinken drumherum, kommen immer Leute und gucken – da könnte man auch live von der Bundesgartenschau übertragen. Fahnen und Fußballtrikots sah ich nur vereinzelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar, die Presse wird es hochjubeln, aber mein Eindruck ist, daß die Stimmung beim jährlich stattfindenden Ironman besser ist. Scheint ein ziemlicher Rohrkrepierer zu sein, die Frauen-WM. Was ich davon halten soll? Weiß auch nicht. Schadenfreude, weil die Werbung so wenig gebracht hat? Oder doch Bedauern, weil ich große Feste lieber mag als kleine? Ach egal. Ich mach' jetzt erstmal Pilates, ist ja auch Sport.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-679269842278595287?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/679269842278595287/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/frauenfuball.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/679269842278595287'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/679269842278595287'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/frauenfuball.html' title='Frauenfußball'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2948992213248119538</id><published>2011-06-26T21:32:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T21:32:34.074+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Werbeeinblendungen</title><content type='html'>Lustig ... Bei Adsense habe ich mich aus Neugier angemeldet, Geld gibt das sowieso nicht viel. Und es hat sich gelohnt. Ich wollte halt mal gucken, was die auf einem katholischen Blog für Anzeigen schalten und jetzt habe ich gerade Werbung für Messestände und Tiki Küstenmachers Predigten gemacht. Mal schauen, ob nicht irgendwann eine Anzeige für ein Käßmann-Buch in meiner Seitenleiste erscheint. Wäre witzig! Unbedingt kaufen, das macht mich reich!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2948992213248119538?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2948992213248119538/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/werbeeinblendungen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2948992213248119538'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2948992213248119538'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/werbeeinblendungen.html' title='Werbeeinblendungen'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5739592877429051483</id><published>2011-06-26T11:23:00.001+02:00</published><updated>2011-06-26T11:46:34.403+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Zölibat und Frauenpriestertum</title><content type='html'>Ja, ich gebe es zu: Früher war ich hundertprozentig gegen den Zölibat und für das Frauenpriestertum. Das war aber nicht das Ergebnis eigenen Nachdenkens. Man glaubt eben zunächst das, was man sein Leben lang in der Zeitung liest und in Predigten und im Religionsunterricht hört. Die Gegenposition ist ja in der BRD im öffentlichen Diskurs kaum vertreten. Deshalb ist es für die meisten selbstverständlich, für Frauenpriestertum zu sein, ebenso wie man selbstverständlich Sonnenschein besser findet als Regen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb ärgere ich mich nicht, wenn es immer wieder zu solchen Begegnungen kommt: Man lernt einen Katholiken kennen, und beinahe das Erste, was er sagt ist: "Ich finde, wir brauchen endlich Frauen als Priester." Denn in der Regel geht es ihm nicht um Provokation und auch nicht darum, daß er eine grundsätzliche Diskussion führen oder tatsächlich etwas verändern möchte. Es geht ihm darum, auf einfache Weise einen Konsens mit seinem Gegenüber herzustellen. Er rechnet nicht damit, daß man anderer Meinung sein könnte. Und wenn man dann antwortet: "Finde ich nicht. Die Kirche hat nämlich nicht die Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen ...", bringt man ihn völlig aus dem Konzept. Ebenso wenig würde ein Engländer, der an der Bushaltestelle zu seinem Nebenmann sagt: "Hoffentlich hört der Regen bald auf", mit der Antwort rechnen: "Ich liebe Regen! Die Natur braucht das, sonst trocknet alles aus".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man sollte den Zölibatsgegnern und Frauenpriestertumsforderern zunächst also nicht unterstellen, &amp;nbsp;gründlich darüber nachgedacht zu haben (anders liegt der Fall freilich bei Leuten, die dies systematisch fordern). Zumal noch ein weiterer Aspekt dazukommt: Mit solchen Bekundungen kann man auf einfache und gefahrlose Weise zeigen, daß man ein guter Mensch ist. Denn für Frauenpriestertum zu sein gilt hier ja als gut ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wie kommt es, daß das Vertreten bestimmter Meinungen als eine solche Selbstverständlichkeit gilt, daß Themen wie der Zölibat sogar Small-Talk-tauglich werden? Sonst heißt es doch, über Politik und Religion redet man beim Small-Talk nicht. Wie ist es zu erklären, daß die meisten denken, mit solchen Meinungsäußerungen Konsens mit dem Gegenüber herstellen zu können, so als würde man über das Wetter sprechen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und genau dort liegt der Schlüssel: Das Wetter, Naturgewalten gehören zu den Gegebenheiten, in die man als Mensch hineingestellt ist und die unser körperliches Befinden beeinflussen. Das Empfinden darüber ist allgemein, es ist bei allen gleich: Man friert, wenn es kalt ist, und man fühlt sich wohl, wenn es warm ist. Sonnenschein hebt die Stimmung, Dunkelheit macht müde. Krankheiten sind nicht wünschenswert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn aber nun bestimmte Meinungen für ebenso allgemeinverbindlich gehalten werden wie natürliche Gegebenheiten, ist das ein sehr schlechtes Zeichen: Es gibt keine offenen Debatten mehr. Was man zu denken und zu meinen hat, gilt als festgelegt, ebenso wie es körperliche Reaktionen sind. Das Denken soll also uniformiert werden, und auf diesem Weg ist die Gesellschaft schon weit vorangeschritten – mit Hilfe der Massenmedien. Zum Glück gibt es noch immer viele Rückzugsräume. Doch läßt sich die Entwicklung hin zu einer totalitären Massengesellschaft noch aufhalten?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5739592877429051483?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5739592877429051483/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/zolibat-und-frauenpriestertum.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5739592877429051483'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5739592877429051483'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/zolibat-und-frauenpriestertum.html' title='Zölibat und Frauenpriestertum'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6309808418231573563</id><published>2011-06-26T10:43:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T10:43:01.244+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sprache'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Deutschlektion: der, die oder das Kirche? Gar kein Artikel!</title><content type='html'>Es gibt im Deutschen Nomen, die auch im Singular ohne Artikel stehen. Dabei kann es sich erstens um Stoffbezeichnungen handeln, die eine unbestimmte Menge bezeichnen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Pudding macht dick."&lt;br /&gt;"Babys mögen Brei."&lt;br /&gt;"Auf der Straße ist Matsch."&lt;br /&gt;"Das Kind wünscht sich Knete."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder zweitens um Sammelbezeichnungen, die ebenfalls eine unbestimmte Menge bezeichnen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Obst ist gesund."&lt;br /&gt;"Im Stall steht Vieh."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder drittens um Abstrakta:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Jetzt ist hier endlich Ruhe!"&lt;br /&gt;"Dummheit ist keine Tugend."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann gibt es noch "Kirche", jene Institution, die im Sprachgebrauch der sogenannten Liberalen und Reformorientierten ihren Artikel verloren hat:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kirche muss offener, demokratischer, frauenfreundlicher werden, Reformen wagen, zeigen, daß sie nützlich ist ..."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was hat das zu bedeuten? Aus der klar definierten, konkreten, existierenden Kirche wird also eine unbestimmte Menge gemacht, eine breiartige Masse, die so wenig greifbar ist wie Pudding, keine klaren Grenzen hat, keinen Gesetzen folgt und so&amp;nbsp;formbar ist wie Knete. Etwas, was man selbst gestalten kann. Oder gar ein Abstraktum, das weit entfernt ist, nicht mehr als eine Idee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer geht es bei diesem Sprachgebrauch also darum, der Kirche ihre konkrete Form, jetzt und hier in dieser Zeit, abzusprechen. Sie&amp;nbsp;wird zur willenlosen Masse oder zur Idee und verliert dadurch an Wirklichkeit. Die Kirche: An ihr orientiert man sich, ihre Gesetze gelten, sie ist Heimat. Kirche: etwas, was man nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sprache ist eben verräterisch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6309808418231573563?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6309808418231573563/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/deutschlektion-der-die-oder-das-kirche.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6309808418231573563'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6309808418231573563'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/deutschlektion-der-die-oder-das-kirche.html' title='Deutschlektion: der, die oder das Kirche? Gar kein Artikel!'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4539544896915754289</id><published>2011-06-26T01:10:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T01:10:50.805+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Volkserzieher</title><content type='html'>Dieser Irrtum ist weitverbreitet: Glaube bedeutet vor allem, daß man versucht, ein guter Mensch zu sein und moralische Normen einzuhalten. Dieses Mißverständnis wurzelt&amp;nbsp;in der Zeit der Aufklärung. Der Glaube begann, schwächer zu werden. Man suchte nach einer anderen Begründung für den Glauben, oder vielmehr: nach seinem Zweck. Der Gedanke kam auf, Religion sei der beste Garant für Wohlverhalten. Und da begann das Moralisieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rolle des Priesters wurde verändert und erweitert: Er wurde mehr und mehr zum Volkserzieher. Wie sehr dies heute nachwirkt, zeigt sich gerade in der Beichte. Das mystische Verständnis geht verloren. Die Aufgabe des Priesters ist es eigentlich, die Sünden von der Seele zu nehmen und den Gläubigen wieder mit Gott zu versöhnen. Doch mit der Zeit wurde aus der Beichte eine Mischung aus psychologischer Beratung, Coaching und nachgeholter Erziehung. Wenn vom Verfall des Bußsakraments die Rede ist, heißt es meistens, die Menschen hätten heute kein Sündenbewußtsein mehr. Möglicherweise ist ihnen aber auch bewußt, daß auf dem Gebiet psychologischer Beratung ein Psychologe nun einmal mehr zu leisten vermag als ein Priester.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie dem auch sei, die schwächliche aufgeklärte Vorstellung, man bräuchte den Glauben als moralisches Korsett, hat bei mir vor allem eins bewirkt: Ich verstand Nietzsche besser. Unerlöster kann man kaum wirken als jemand, der eine solche Stütze braucht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4539544896915754289?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4539544896915754289/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/volkserzieher.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4539544896915754289'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4539544896915754289'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/volkserzieher.html' title='Volkserzieher'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3543507365545714672</id><published>2011-06-26T00:51:00.000+02:00</published><updated>2011-06-26T00:51:38.632+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Persönliche Gedanken über den alten Ritus</title><content type='html'>Die Alte Messe hat mich schon oft getröstet. Wenn ich Glaubenszweifel habe, führt sie mir das vor Augen, was das zweifelnde Ich übersteigt: das Heilige, das überzeitliche Mysterium, die andere Welt, die die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich mich in der Kirche heimatlos fühle, gibt sie mir Geborgenheit. Heimatlos fühle ich mich immer dann, wenn ich einen Bruch bemerke zwischen der Gegenwart, meiner Lebenswelt in einer abgeklärten, modernen Großstadt und der Art, wie sich die Kirche in Deutschland oft präsentiert: dieses provinzielle 70er-Jahre-Gefühl, die schief formulierten, gut gemeinten Fürbitten und die Momente der Peinlichkeit, wenn diese vorgetragen werden, die Lieder mit Kindergartentexten, diese heimelige Enge, die mich immer an die DDR erinnert, dieses Anbiedern an einen Zeitgeist, der sich schon längst woandershin bewegt hat, die Lethargie, die schwächliche Prinzipienlosigkeit ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Heilige Messe aller Zeiten ist zeitlos: Sie ist auch die Messe unserer &amp;nbsp;Zeit, weil sie sich immer treu bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute war ich in einer ordentlich gefeierten Messe in der neuen Form, zum ersten Mal seit Längerem. Ich zweifele nicht an der Gültigkeit der neuen Messe. Doch mittlerweile löst sie in mir oft Unbehagen aus. Ich lerne die Alte Messe besser kennen, zu verstehen und zu schätzen. Daneben erscheint mir die neue Messe&amp;nbsp;&amp;nbsp;so zusammengestrichen, reduziert und zerstückelt &amp;nbsp;– wie eine kurze Nacherzählung eines Epos. Sie wirkt kalt und wenig anschaulich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bereitet mir ästhetisches Unbehagen, bei der Wandlung das Gesicht des Priesters zu sehen. Oder die Gesichter der Konzelebranten hinter dem Volksaltar, wenn sie sich bemühen, andächtig zu schauen. Wenigstens erinnert das daran,&amp;nbsp;daß man im Moment der Wandlung besser die Augen niederschlägt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bereitet mir auch Unbehagen, daß in der neuen Messe alles so sehr vom Priester abhängt: Nur ein guter Priester kann diese Messe würdig feiern. Doch zu allen Zeiten hat es auch schlechte Priester gegeben. In der Alten Messe geht die Persönlichkeit des Priesters im Ritus auf und wird von ihr überdeckt. Sie ist stärker als die menschliche Schwäche des Zelebranten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich empfinde die Schönheit der Alten Messe als ergreifend. Es fällt mir immer schwerer zu verstehen, was die Liturgiereform Gutes gebracht hat. Mir fällt nichts ein. Ich fange an, die Liturgiereform, diese Reform am Reißbrett, für eine der größten Narrheiten in der Geschichte der Kirche zu halten. Also setze ich meine Hoffnung auf eine Renaissance der jahrhundertealten, bewährten und gewachsenen Form.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3543507365545714672?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3543507365545714672/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/personliche-gedanken-uber-den-alten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3543507365545714672'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3543507365545714672'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/personliche-gedanken-uber-den-alten.html' title='Persönliche Gedanken über den alten Ritus'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1332142528250212957</id><published>2011-06-13T16:08:00.003+02:00</published><updated>2011-06-13T16:12:55.420+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blogosphäre'/><title type='text'>Mein Preis</title><content type='html'>... geht an den Blog http://nachdenker-edsches.blogspot.com/, der sich politisch, katholisch, scharfsinnig und sachkundig mit dem (grünen) Zeitgeist auseinadersetzt - und die beste Antwort auf die Frage gibt: Können Katholiken grün sein? Für mich derzeit ein Licht in dunkler Geistesnacht!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1332142528250212957?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1332142528250212957/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/mein-preis.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1332142528250212957'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1332142528250212957'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/mein-preis.html' title='Mein Preis'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1643885213599760498</id><published>2011-06-13T12:04:00.000+02:00</published><updated>2011-06-13T12:04:44.703+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blogosphäre'/><title type='text'>Wie hübsch!</title><content type='html'>Unser kleines Blog hat einen Preis bekommen! Danke, &lt;a href="http://sensuumdefectui.blogspot.com/"&gt;Ulrich&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-I-bJb6f233E/TfXZvVIcELI/AAAAAAAAANc/MawlE3_HBgc/s1600/blogaward.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://1.bp.blogspot.com/-I-bJb6f233E/TfXZvVIcELI/AAAAAAAAANc/MawlE3_HBgc/s1600/blogaward.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-rRyGELEOVJ4/TfXZxmbGlOI/AAAAAAAAANg/SXLIbd5nEC8/s1600/award2.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://3.bp.blogspot.com/-rRyGELEOVJ4/TfXZxmbGlOI/AAAAAAAAANg/SXLIbd5nEC8/s1600/award2.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Dann muß ich jetzt nur noch diesen Text in den Beitrag kopieren ...&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;"Erstelle einen Post, in dem du das Award-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= dieser Text). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, daß du den Award annimmst und ihr den Link deines Award-Posts hinterlassen. Danach überlegst du dir 3- 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst &amp;amp; die Besitzer jeweils per Kommentar-Funktion informierst, daß sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.&lt;br /&gt;Liebe Blogger: Das Ziel dieser Aktion ist, daß wir unbekannte, gute Blogs ans Licht bringen. Deswegen würde ich euch bitten, keine Blogs zu posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger &amp;amp; Leute, die zwar schon eine Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;... und den Preis an drei Lieblingsblogs weitergeben. Da wären:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- eines meiner liebsten katholischen Blogs:&amp;nbsp;&lt;a href="http://summa-summarum.blogspot.com/"&gt;http://summa-summarum.blogspot.com&lt;/a&gt;/. Ein katholischer Blogger, der unaufgeregt schreibt, ohne Polemik und verletzende Polarisierungen, mit viel Wissen und Gespür für Zwischentöne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Dort ist es still geworden, aber auch das ist ein Zeichen: Denn tiefgründige, kluge Beiträge brauchen Zeit, und es gibt nun einmal wirklich keinen Grund, um des Bloggens willen zu bloggen. Also keinen Preis für im Zehn-Minutentakt ausgestoßene Beiträge mit geringer Halbwertzeit, sondern für schöne Texte, die auch nach einem Jahr nicht an Aktualität verloren haben: &lt;a href="http://geist-und-feuer.blogspot.com/"&gt;http://geist-und-feuer.blogspot.com/&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Und den dritten Link (und vielleicht auch den vierten und fünften) darf sich Jacopone überlegen ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1643885213599760498?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1643885213599760498/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/wie-hubsch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1643885213599760498'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1643885213599760498'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/wie-hubsch.html' title='Wie hübsch!'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-I-bJb6f233E/TfXZvVIcELI/AAAAAAAAANc/MawlE3_HBgc/s72-c/blogaward.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1638492795508780112</id><published>2011-06-07T17:35:00.000+02:00</published><updated>2011-06-07T17:35:02.538+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><title type='text'>Mutlosigkeit und Fehleinschätzungen</title><content type='html'>Das ist ja wieder symptomatisch. Wenn der Papst in Berlin die Heilige Messe feiert, sieht man dafür erstmal den&amp;nbsp;Platz vor dem Charlottenburger Schloß vor - weil man befürchtet, daß zu wenig Leute kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. &lt;b&gt;Der&lt;/b&gt;&lt;b&gt;&amp;nbsp;Papst kommt!&lt;/b&gt;&amp;nbsp;Und die denken ernsthaft, die Leute bleiben dann lieber zuhause auf dem Sofa oder grillen im Garten oder liegen faul am Spreeufer.&amp;nbsp;Woher kommt diese absurde, absurde Fehleinschätzung? Mittwoch für Mittwoch pilgern viele Tausend Menschen - und darunter sehr viele Deutsche - zum Petersplatz, um den Heiligen Vater zu sehen. Weiß man das hier nicht?&amp;nbsp;Und was ist mit den vielen Polen, die sicher auch gerne die Heilige Messe mit dem Papst besuchen würden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch möglicherweise ist es den Verantwortlichen in der deutschen Kirche wirklich entgangen, wie sehr der Heilige Vater in der ganzen Welt, und auch von vielen Deutschen verehrt wird: Denn darüber &amp;nbsp;pflegt die deutsche Presse ihre Leser nicht zu informieren, und es ist wohl leider zu befürchten, daß Bischof&amp;nbsp;Zollitsch und seine Mitstreiter ihre Informationen über die Gemütslage der deutschen Katholiken vor allem von dort beziehen - außer sie treten gerade mal wieder in einen Dialogprozeß mit irgendwelchen notorischen Quenglern, die hochdotiert auf Lehrstühlen, Beamtenposten oder in Gremien sitzen.&amp;nbsp;Das Resultat: eine verzagte Haltung. Das Zurückschrecken vor deutlichen Worten. Statt Freude und Aufbruchsstimmung eine bleierne Mutlosigkeit, für die obiger Vorgang symbolisch ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mann Mann Mann. Immer diese dumme selektive Wahrnehmung! Ihr solltet echt weniger Zeitung lesen und mehr auf die Menschen zugehen! Jetzt warte ich nur noch auf den Tag, an dem Shakira in der Mehrzweckhalle hinter dem Dorfacker einquartiert wird - aus Angst, daß es auffallen könnte, wenn keiner kommt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1638492795508780112?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1638492795508780112/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/mutlosigkeit-und-fehleinschatzungen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1638492795508780112'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1638492795508780112'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/06/mutlosigkeit-und-fehleinschatzungen.html' title='Mutlosigkeit und Fehleinschätzungen'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2275423182956028492</id><published>2011-05-30T18:39:00.000+02:00</published><updated>2011-05-30T18:42:38.020+02:00</updated><title type='text'>Wo ist unser Israel?</title><content type='html'>Der kleine Sharuz ist ein ganz normales Kind. Zwar ist er dunkelhäutig, hat schwarze Haare und braune Augen, denn seine Familie stammt aus dem Iran. Aber beim Spielen mit den Nachbarskindern in Berlin-Spandau interessiert das niemand. Erst als die Familie in den Stadtteil Wedding umzieht, ändert sich das. Zuerst freut sich Sharuz über viele neue Spielkameraden, die genauso aussehen wie er: dunkelhäutig und scharzhaarig. Doch über die Standardfrage der Gleichaltrigen beim Fußball- oder Basketball wundert er sich: „Bist Du auch ein Muslim?“ Sharuz weiß nichts über Religionen, er ist säkular erzogen und glaubt nicht an Gott. Was die Frage zu bedeuten hat, erfährt er erst, als er eines Tages mit einer Halskette in der Schule erscheint, an der ein Davidstern hängt: ein Mitbringsel aus den Sommerferien in Israel. Sharuz ist Jude – und wird für die überwiegende Mehrzal seiner Mitschüler zum Feind, zum Ausgestoßenen, mit dem sie nichts mehr zu tun haben wollen, ja, den sie hassen und verabscheuen. Von einem Tag auf den andern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arye Sharuz Shalicar ist heute Pressesprecher der israelischen Armee. Er hat Deutschland den Rücken gekehrt. doch seine Kindheitserinnerungen hat er in deutscher Sprache veröffentlicht, unter dem provokanten Titel „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude“ (dtv 24797). Es zeigt dem Leser eine Welt, von der die meisten Deutschen, (noch dazu diejenigen, die Bücher lesen und sich für informiert halten), keine Ahnung haben. Es zeigt ein Deutschland, in dem Deutsche nur noch als entrückte Vertreter der Staatsmacht oder in Straßennamen vorkommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schön ist nicht, diese „Bunte Republik Deutschland“. Der junge Sharuz erlebt sie als einen Dschungel von Gewalt und Anfeindungen, ein tägliches Spießrutenlaufen. Er wird gedemütigt und gejagt, bedroht und geschlagen: „Jude, du hast mit gesenktem Kopf durch die Schule zu laufen!“ - unverhüllter Antisemitismus mitten in Deutschland, aber nicht von deutschen Neonazis ausgehend, sondern von türkischen, kurdischen und arabischen Jugendlichen, die den Nahostkonflikt in unsere Städte importieren. Schließlich findet Sharuz so etwas wie Zuflucht in einer kriminellen Jugendgang. Er verschafft sich Respekt als Graffiti-Sprayer, ist bei Schlägereien und Messerstechereien vorn dabei. Doch bevor er völlig abstürzt, findet er Halt genau dort,wo die Ursache seiner Verfolgungen liegt: in seinem Jüdischsein. Er wird Zionist und wandert nach Israel aus.&lt;br /&gt;Ein Vorzug des Buches liegt darin, daß Shalicar seine Erlebnise (fast) ohne Bitterkeit schildert. Er berichtet auch von Freunden, die er unter den Muslimen findet, wie etwa den frommen Türken Sahin, der auch in bedrohlichen Situaltionen zu ihm hält. Eine präzisere und zugleich lebendigere Schilderung der muslimischen „Kieze“ düfte in Deutschland derzeit nicht zu finden sein. Doch das Buch ist mehr als ein Beitrag zur „Integrationsdebatte“. Es ist zugleich eine Refexion über Identität und – wenn auch eher unausgesprochen – über den Glauben. Shalicar wird nicht nur Zionist, er beginnt auch, die jüdischen Gebote zu beachten, in die Synagoge zu gehen, den Sabbat zu feiern. Deutsche Identität begegnete ihm vorwiegend an der Schule, vor allem in Gestalt der „Vergangenheitsbewältigung“. Von einem Besuch seiner Grundschulklasse in einer Ausstellung über Anne Frank verdrückt er sich vorzeitig – er will lieber mit seinen Kumpels Fußball spielen. Die Pädagogik der Vergangenheitsbewältigung bleibt gegenwartsblind: die Drangsalierung eines lebendigen Juden scheint sich nicht wahrzunehmen. Seine Identität findet der junge Shalicar denn auch nicht in Deutschland, sondern in Israel, für ihn der Inbegriff eines stolzen, selbstbewußten Judentums, das sich gegen seine Feinde zur Wehr setzt. &lt;br /&gt;Als deutscher Leser wird man spätestens hier sehr nachdenklich: Der Wedding ist mittlerweile nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln oder Frankfurt, Duisburg oder Hamburg. Ich denke an die deutschen Kinder, die in den Schulen unserer Problemviertel vielleicht ähnliches erleben wie Sharuz Shalicar im Berlin der 90er Jahre. Ich denke auch an die Christen im Orient, die so tapfer in ihre belagerten Kirchen gehen, während die Kirchen hierzulande leer bleiben. Und ich frage mich: Woraus können wir in Deutschland eigentlich noch Halt, Orientierung und Stärke ziehen? Wo ist unser „Israel“?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2275423182956028492?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2275423182956028492/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/wo-ist-unser-israel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2275423182956028492'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2275423182956028492'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/wo-ist-unser-israel.html' title='Wo ist unser Israel?'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-8957169115167817043</id><published>2011-05-30T02:41:00.001+02:00</published><updated>2011-05-30T14:29:07.584+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Kreuzzeichen in Holland: Da schämt sich sogar der Hund</title><content type='html'>... meint einer der Prekariatsschreiber von "Welt online", der den Auftrag hatte, einen Propagandaartikel (bezeichnend schon der Titel: "&lt;a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article13401045/Hollaendische-Ultra-Christen-wollen-den-Gottesstaat.html"&gt;Holländische Ultra-Christen wollen den Gottesstaat&lt;/a&gt;") gegen die in den Niederlanden stärker werdende Calvinisten-Partei zusammenzuschustern. Über einen ihrer Vertreter heißt es: "Hoefnagel bekreuzigt sich, seine Dogge schaut wie peinlich berührt auf das Wasser."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun weiß ich nicht, ob sich Calvinisten bekreuzigen. Das herauszufinden ist auch nicht mein Job. Aber der Artikel klingt nicht so, als hätte der Autor viel Recherche betrieben (außer mal kurz googlen). Würde ich aber auch nicht, wenn ich für meine Artikel nur 5,80 € bekäme. Mehr werden die dafür doch hoffentlich nicht zahlen! Und ich frage mich immer wieder, wieso sich die "Welt" einen derart erbärmlichen Online-Auftritt leistet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß auch nicht, wie die holländischen Calvinisten sind. Vermutlich sind es tüchtige, fleißige, wohlhabende, gottesfürchtige Geschäftsleute - vereinen also sämtliche Eigenschaften, die kleinen, politisch weit links stehenden, in zugigen WG-Zimmern hausenden&amp;nbsp;Zeitungsschreibern verhaßt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß aber, was dahinter steckt. Die übliche Hetze gegen religiöse Menschen, die im medialen Diskurs der BRD immer die Bösen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und natürlich das Entsetzen darüber, daß ausgerechnet das freigeistige Kifferparadies Holland gerade eine radikale Wende durchlebt. Die Regierung ist konservativ, und &lt;a href="http://www.welt.de/reise/nah/article13401550/In-Holland-gibt-es-kein-Hasch-mehr-fuer-Touristen.html"&gt;mit dem Kiffen ist es auch bald vorbei&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor kurzem war ich für ein paar Tage dort. Eine Freundin hatte mich zum Geburtstag eingeladen, und ich war doch ein wenig erstaunt, daß damit eine gemütliche Familienfeier mit Sahnetorte gemeint war. Erst kam ihre Familie (Eltern, Schwestern, Nichte, Schwager, Tante und Onkel), danach die Familie ihres Freundes (Eltern, Tante und Onkel, Bruder und Freundin, Opa Hank und seine Frau). Dazwischen ein paar Freundinnen. Außer mir sprachen alle Niederländisch. Klar, für mich war das schwierig. Ich betrachtete es als eine Art Übung - Manieren verfeinern und so - und habe mir überlegt, was Königin Beatrix in dieser Situation wohl tun würde. Also ordentlich sitzen, entspannt gucken, versuchen, den Gesprächen irgendwie zu folgen, und ab und zu ein bißchen auf Englisch mitreden. Und das zwölf Stunden lang! War anstrengend, und danach hätte man mich durchaus ins diplomatische Corps aufnehmen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls: eine solche Geburtstagsfeier, mit der ganzen Familie, habe ich hier in Deutschland bei Leuten in meinem Alter noch nie erlebt. Darüber wiederum haben meine holländischen Freunde gestaunt. Die übrigens viel bürgerlicher sind, als es hier für junge Akademiker üblich ist. Und vom Kiffen wirklich gar nichts hielten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann auf der Feier und in der Stadt: die vielen schönen, gut gekleideten und sehr weiblich auftretenden Frauen. Mit Gender-Mainstreaming war das wohl nix. Ich bin ja nun wirklich kein Nerd, der nur zwei Hosen und einen gestreiften Pulli besitzt. Stattdessen habe ich einen Schrank voll mit kurzen schwarzen Kleidern und eine Kiste mit Vogue-Heften. Aber neben den holländischen Frauen ... fühlte ich mich fast ein bißchen blaß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schön fand ich es auch, daß meine Freundin ein traditionelles holländisches Essen für mich gekocht hat - Rollbraten mit Kartoffeln, Bohnen und Apfelmus - den Braten geschnitten hat ihr Freund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann ein Tag in Amsterdam - das Gegenteil dieser sanften häuslichen Atmosphäre. Den Touristenströmen gefolgt, ins Rotlichtviertel geraten. Ein Schaufenster neben dem anderen, in jedem eine tanzende Frau in Reizwäsche, die meisten mit slawischen Gesichtern. Alkohol, Rauchschwaden, und vor allem die leeren Gesichter der Frauen hinter Glas, die so sehr gedemütigt wurden. Da dachte ich, genau so sieht eine&amp;nbsp;entchristlichte Stadt in Reinform aus. Und daß die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen nach dem Verlust des Glaubens um so stärker offenbar wird.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-8957169115167817043?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/8957169115167817043/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/kreuzzeichen-in-holland-da-schamt-sich.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8957169115167817043'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8957169115167817043'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/kreuzzeichen-in-holland-da-schamt-sich.html' title='Kreuzzeichen in Holland: Da schämt sich sogar der Hund'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5153794333311089099</id><published>2011-05-28T22:10:00.000+02:00</published><updated>2011-05-28T22:10:20.146+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesuiten'/><title type='text'>Die Jesuiten</title><content type='html'>"Der jesuitische Wagemut, das Apostolat unter allen noch so widrigen Umständen und getreu des Heilandswortes „Liebet eure Feinde!“ zu betreiben, zeitigte oft die Früchte der Bekehrung bei Zeitgenossen, bei denen man das am wenigsten vermutet hätte. So machte beispielsweise der nur allzu bekannte Aufklärer Voltaire kurz vor seinem Tode die Bekanntschaft mit dem Jesuitenpater Gaultier. Angesichts der scharfen Worte Voltaires gegen die Kirche („Écrasez l’infame!“ – „Zermalmt die Niederträchtige!“ [gemeint ist die Kirche]) wäre es nur zu verständlich gewesen, um ihn einen großen Bogen zu machen. Aber der Pater nahm in typisch jesuitischer Radikalität von sich aus Kontakt zu Voltaire auf, um ihn zu veranlassen, die Sterbesakramente zu empfangen und so seine Seele zu retten. Voltaire setzte schließlich zwei Monate vor seinem Tod ein Schreiben auf, in dem er bekundete, bei Pater Gaultier gebeichtet zu haben, in der katholischen Kirche sterben zu wollen und sich der göttlichen Barmherzigkeit anzuvertrauen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Zitat ist aus einer klugen, schön geschriebenen Artikelserie über den bedeutenden Orden, die man hier findet:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Jesuiten: Mythos, Wahrheit, Aufstieg und Absturz&lt;br /&gt;Teil 1:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/14/die-jesuiten-%E2%80%93-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-1/"&gt;http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/14/die-jesuiten-–-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-1/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Teil 2:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/17/die-jesuiten-%E2%80%93-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-2/"&gt;http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/17/die-jesuiten-–-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-2/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Teil 3:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/24/die-jesuiten-%E2%80%93-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-3/"&gt;http://dergeradeweg.wordpress.com/2011/05/24/die-jesuiten-–-mythos-und-wahrheit-aufstieg-und-absturz-teil-3/&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5153794333311089099?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5153794333311089099/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/die-jesuiten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5153794333311089099'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5153794333311089099'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/die-jesuiten.html' title='Die Jesuiten'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4150150452359572538</id><published>2011-05-28T02:11:00.000+02:00</published><updated>2011-05-28T02:11:47.889+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='orientalisches Christentum'/><title type='text'>Ya oum Allah</title><content type='html'>Mal eine kleine Werbeeinblendung für schöne Musik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; 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Die Entmachtung der Autoritäten verband sich mit einem sich immer weiter ausbreitenden Jugendwahn. Doch warum soll man die Alten respektieren? Als Grund wurde immer ihre Weisheit angeführt, doch ich glaube, daß dahinter ein Schutzmechanismus verborgen ist: Man zollt den Alten Respekt, um ihre Schwäche weniger offensichtlich zu machen. Sonst sind sie zu leicht verletzbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur, weil ihr Körper nicht mehr so stark ist. Bei vielen richtet sich das Denken an der Vergangenheit aus. An frühere Geschehnisse erinnern sie sich genau, während das Kurzzeitgedächtnis versagt. Viele erleben, daß ihre Werte nichts mehr gelten, und ihre Ziele, die sie ihr Leben lang verfolgt haben, für die nachfolgenden Generationen keine Bedeutung mehr haben.&amp;nbsp;Das ist schwer zu akzeptieren, führt zu Traurigkeit und Verbitterung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch sie sind auch stark: Sie können Erfahrungen weitergeben und sind eine Quelle für die Geschichte. Ich bereue es, daß ich meinem Opa damals nicht richtig zugehört habe, als er von seiner Kriegsgefangenschaft in Rußland erzählt hat. Heute würde ich ihn gerne soviel fragen, doch er ist schon lange tot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann gibt es noch die klugen, mild gewordenen Alten ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls: Die Alten zu respektieren ist&amp;nbsp;Ausdruck von Kultiviertheit und einer liebenswürdigen Haltung.&amp;nbsp;Dieser Respekt gilt dem gelebten Leben, den Erfahrungen und Erinnerungen, die damit verbunden sind, und dem hohen Wert, den die verbleibende Zeit noch hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch was ist mit den Alten von heute? Die Alten, das werden bald die 68er sein, die mit großem Erfolg frühere zivilisatorische Errungenschaften über Bord geworfen haben und deren Ansehen heute rasant sinkt - vor allem bei jungen, hart arbeitenden Menschen. Wie wird das sein? Heerscharen verbohrter alter Kindsköpfe, immer noch von der Revolution träumend, der&amp;nbsp;Enteignung Springers, der Abschaffung der Religion?&amp;nbsp;Soll man ihnen nun die Rechnung präsentieren, ihnen den Respekt verweigern: "Schließlich habt ihr es nicht anders gewollt!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein. Denn eine zivilisierte Gesellschaft macht Achtung nicht von der Lebensleistung eines Menschen abhängig. Sowas wäre&amp;nbsp;roh und dumm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ausgangspunkt dieser ganzen Überlegungen war eigentlich ein ungutes Gefühl, das ich hatte. Jemand hatte mir einen youtube-Clip gezeigt, einen furchtbaren Auftritt von Uta Ranke-Heinemann bei Markus Lanz. Sie flippt aus, und es gibt sicher viele, die das komisch finden. Ich finde es schrecklich, daß eine alte Dame dermaßen vorgeführt wird (und ziemlich unchristlich, aber das dürfte die wenigsten interessieren). Eine alte Dame, die sich meiner Meinung nach schon lange hoffnungslos verrannt hat. Aber dennoch will ich nicht, daß alte Menschen auf eine solche Weise präsentiert werden. Daß sie Opfer eines immer aggressiver und brutaler werdenden medialen Diskurses werden, in dem sie sich nicht behaupten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das ist halt eines der größten Probleme unserer Mediengesellschaft:&amp;nbsp;der verletzende, boshafte und polemische Ton, der Andersdenkenden gegenüber üblich geworden ist, das Ersetzen von Gedanken und Argumenten durch Gebrüll, und die Haltung, die dahintersteckt und von Barbarei nicht weit entfernt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zeigt vor allem, daß &amp;nbsp;wir wieder mehr Kultur brauchen, mehr Haltung und Differenzierungsvermögen. Einüben kann das zur Zeit nur jeder Einzelne für sich - der Respekt vor den Alten ist ein guter Anfang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***&lt;br /&gt;Eigentlich verstehe ich es nicht, daß sich manche auch heute noch so sehr an Leuten wie&amp;nbsp;Hans Küng oder Frau Ranke-Heinemann abarbeiten. Sie werden sicher noch eine Weile von den Medien herumgereicht, aber außerhalb der medialen Parallelwelt finden sie doch gar kein Gehör mehr. Welcher Zwanzigjährige kennt diese Namen denn noch? Ich fühle mich nicht von ihnen bedroht und habe nicht das Bedürfnis, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Unsere Gesellschaft hat größere Probleme. Z.B. den Terrorismus der linksfaschistischen Barbaren von der sogenannten "Antifa". Die Männer, bei denen die Frankfurter Polizei gestern Sprengsätze gefunden hatte (die eventuell für einen Anschlag auf die im Juni stattfindende Innenministerkonferenz gedacht waren), waren 18 und 19 Jahre alt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3186481007384193925?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3186481007384193925/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/die-alten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3186481007384193925'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3186481007384193925'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/die-alten.html' title='Die Alten'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4385726199133029804</id><published>2011-05-26T02:21:00.000+02:00</published><updated>2011-05-26T02:21:31.727+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konversion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reversion'/><title type='text'>Der Schrei des Konvertiten zerstört das Minarett</title><content type='html'>So hat Annemarie Schimmel mal die Frage beantwortet, warum sie nicht zum Islam konvertiere. Ich weiß nicht, ob es sich bei diesem Spruch um eine alte Sufi-Weisheit handelt. Jedenfalls belegt er deutlich, daß auch andere Religionen mit ihren frisch bekehrten Neuanhängern manche Probleme haben. &amp;nbsp;Schließlich ist der Übereifer des Konvertiten sprichwörtlich geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konvertiten ... Merkwürdigerweise denke ich bei diesem Wort zuerst an Pierre Vogel. Allerdings zeigt der Ex-Boxer und Salafistenprediger tatsächlich in Reinform einige Auffälligkeiten, die man an Konvertiten öfter beobachten kann: den Wunsch nach der absolut reinen Lehre, das Leugnen von Ambivalenzen, die Gewißheit, selbst zu hundert Prozent den rechten Glauben zu vertreten. Den Wunsch, dies öffentlich zu zeigen. Und nicht zuletzt: das Bedürfnis, sich durch äußere Zeichen wie Kleidung abzugrenzen. (Da hat der Islam freilich ein weiter gefächertes Angebot als das Christentum.) Und das alles, um zu beweisen, daß man wirklich dazugehört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch über einen Kamm scheren kann man die Konvertiten freilich auch nicht. Mein Lieblingskonvertit&amp;nbsp;Evelyn Waugh, der übrigens großartige Bücher geschrieben hat, sagte mal: "Wäre ich nicht Katholik, dann wäre ich noch viel unausstehlicher.“ Und das klingt schließlich gar nicht ostentativ rechtgläubig, sondern ziemlich demütig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich gebe zu: Die exzentrischen, extravaganten, oft sehr spitzzüngigen und geistig unabhängigen Konvertiten aus der Literaturgeschichte sind mir oft lieber als manche der gegenwärtigen Exemplare. Denn es gibt sie tatsächlich: diese Nervensägen, die&amp;nbsp;drei Monate nach der Konversion einem seit zwanzig Jahren mit dem Glauben Ringenden erklären wollen, wie er Glaubenskrisen überwinden kann. &amp;nbsp;Oder vor Streitsucht überkochen, wenn irgendjemand in einem x-beliebigen Internetforum erwähnt, daß er für das Frauenpriestertum ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber warum ist das so?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, daß manche Konvertiten einer Gefahr erliegen. Einer Gefahr, der ich selbst bei meiner Rückkehr zur Kirche erlegen bin. Man nimmt den Glauben als Wahrheit an und verliert dann leicht das demütige Wissen, selbst immer wieder Irrtümern zu erliegen. Mit der Folge, daß man anderen Irrenden die Wahrheit wie ein nasses Handtuch um den Kopf schlägt, ganz ohne Selbstzweifel. Eine weitere Gefahr: Der Kopf bekehrt sich schneller als das Herz, so daß man das Wesentliche noch nicht erkennen kann - nämlich, daß die Liebe zu Gott und den Menschen und die persönliche Beziehung zu Christus im Mittelpunkt stehen sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun gut, zumindest konnte ich solche Tendenzen an mir beobachten, aber ich bin gar kein Konvertit. Sondern ein Revertit, und das ist anders.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine anfängliche Phase hochfliegenden Glaubenseifers gab es für mich auch, direkt nach meiner Rückkehr zur Kirche. Doch dann kam schnell die Ernüchterung: Denn dabei zu bleiben und an sich zu arbeiten ist mühevoll. Die Zweifel sind nicht verschwunden, aber ich will nicht mehr auf sie hören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht haben Konvertiten das Gefühl, erwählt zu sein - ich weiß es nicht. Vielleicht ist es auch wie das Gefühl einer sehr späten Liebe, die verteidigt werden will. Beides ist großartig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Gefühl war eher: Ich bin wieder da. Es ist alles so wie früher, und diesmal will ich bleiben. Aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe, denn es hat ja schon einmal nicht geklappt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch wird es immer etwas geben, was mich zur Kirche zurückziehen wird. Eine Bindung, die früh gelegt wurde, sehr früh. Bei mir hat es damit zu tun, daß ich als Kind oft in der Heiligen Messe war, dort glücklich war und sich mir der ganze Ablauf tief eingeprägt hat. Es ist tatsächlich eine Prägung, ein Brandzeichen in der Seele. Wie sonst wäre es zu erklären, daß es Katholiken gibt, die mit der Kirche überhaupt nicht im Reinen sind - und trotzdem bleiben wollen. (Aus diesem Grund ist es lieblos, solchen Zweifelnden zu erklären, sie sollten doch einfach evangelisch werden. Das geht eben nicht!)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und weil es dieses Band gibt, bin ich froh, kein Konvertit zu sein. Denn es gibt mir auch die Sicherheit, daß ich unwiderruflich dazugehöre, egal wie schwach ich bin. Ich weiß, daß mein Glaube höchst defizitär ist, aber ich muß mir nichts beweisen und werde ihn nie ganz verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die nervigen Konvertiten? Stehen eigentlich unter Welpenschutz, denn sie sind ja noch ganz neu dabei. Und natürlich ist es schön, wenn jemand zum Glauben findet. Im heutigen Deutschland ist das sicher eine ungewöhnliche, schwierige, von viel Mut und geistiger Unabhängigkeit getragene Entscheidung und damit auch ziemlich rebellisch und subversiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wobei: Subversiver sind doch wir Revertiten, denn wir zeigen einen äußerst unzeitgemäßen Gehorsam: indem &amp;nbsp;wir einfach zu dem Glauben zurückkehren, den Andere für uns ausgesucht haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4385726199133029804?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4385726199133029804/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/der-schrei-des-konvertiten-zerstort-das.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4385726199133029804'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4385726199133029804'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/der-schrei-des-konvertiten-zerstort-das.html' title='Der Schrei des Konvertiten zerstört das Minarett'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1781591619865105239</id><published>2011-05-09T14:04:00.000+02:00</published><updated>2011-05-09T14:04:14.064+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Singles sind keine Hedonisten</title><content type='html'>Wenn ich die Wörter Singles und Hedonismus in einem Satz höre, bin ich mittlerweile ziemlich genervt. In sehr frommen Kreisen wird gerne folgende Gleichung aufgemacht: Wer Single ist, führt ein hedonistisches Leben, kreist um sich selbst und denkt nur an Spaß. Familie und Kinderreichtum stehen dagegen für Altruismus. So einfach ist es natürlich nicht. Aber manche denken es wirklich. Auf einem wirklich sehr, sehr frommen Kongreß lernte ich mal einen Mann kennen, der seit Jahren verzweifelt auf der Suche nach einer Partnerin war und sich damit quälte, daß er seinem Schöpfungsauftrag nicht nachkam. Dieser arme Kerl dachte tatsächlich, mit den Singles, die nur ihren Spaß suchen, sei er gemeint. Natürlich ist Derartiges nicht Lehre der Kirche, aber man sollte sich hüten, sowas auch nur anzudeuten, und sei es aus Gründen der Vereinfachung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wo sind sie eigentlich, die hedonistischen Singles? Selbst Frauenzeitschriften vermitteln da heute ein differenzierteres Bild. Und die Singles, die ich kenne, sind oft religiös oder auf der Suche nach Sinn und Lebensorientierung, vielseitig interessiert, gerne bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen, manche glücklich, manche unglücklich, manche zufrieden, manche enttäuscht. Wenn sie sich einen Platz in der Kirche wünschen, dann soll es nicht wie ein Trostpreis aussehen, und sie wollen auch keinen Akt der Barmherzigkeit. Sie wollen außerdem nicht mit der geistlosen Vorstellung konfrontiert werden, jeder, der keinen Partner finde, habe eine religiöse Berufung. (Erinnert sich eigentlich noch einer an die Zeiten, als es den Lehrerinnenzölibat gab?) Gewiß: Nur in den westlichen Gesellschaften, die als materialistisch und konsumorientiert gelten, gibt es einen so hohen Prozentsatz an Singles. Doch der Grund für das Alleinsein ist in der Regel nicht der Wunsch nach einem hedonistischen Leben: Die inneren und äußeren Zwänge, eine Ehe einzugehen, verlieren an Wirkkraft, und die Ansprüche an den möglichen Partner sind gestiegen. Was nicht unbedingt negativ sein muß: ein bewußtes und erfülltes Leben allein ist allemal besser als eine unglückliche Ehe, die zu einem Gefängnis werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine evangelische Freundin, ebenfalls ohne Partner, sagte mir mal, wir hätten es da doch einfacher. Weil die katholische Kirche den Zölibat kennt. Sie ist in ihrer Gemeinde im Kirchenvorstand, als Einzige unverheiratet und stört sich daran, daß manche ihr mit einem vorsichtigen Mitleid begegnen. Doch Mitleid ist nicht angebracht: Viel besser wäre es für die Kirchen, die Singles stärker an sich zu binden. Mit ihren besonderen Fähigkeiten und Bedürfnissen und den Fragen, die sie an den Glauben richten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1781591619865105239?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1781591619865105239/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/singles-sind-keine-hedonisten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1781591619865105239'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1781591619865105239'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/singles-sind-keine-hedonisten.html' title='Singles sind keine Hedonisten'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-609879903698255207</id><published>2011-05-06T10:03:00.001+02:00</published><updated>2011-05-06T10:07:38.313+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konvertiten'/><title type='text'>Frisch Bekehrte, heilige Spießer und Gescheiterte</title><content type='html'>Manche Bekehrungsgeschichten, die man hört, variieren folgendes Erzählmuster: „schlechtes Leben – Absturz – Bekehrung – gutes Leben“. Darauf lassen sich viele Geschichten aufbauen, etwa solche: XY hatte eine wilde, rebellische Jugend. Er geriet an die falschen Freunde, nahm Drogen und war irgendwann ganz unten. Oder, eine Nummer kleiner: Schulschwänzer, Sex vor der Ehe, ab und zu einen Joint. Tattoos, Piercings. Partyleben, nur Frauen im Kopf. Oder, die politische Variante: Er wollte die Welt verändern und machte bei irgendwelchen linken Gruppen mit. Wie auch immer: Irgendwann ging es XY schlecht damit. Oder er wurde einfach älter, sein Wunsch nach Rebellion schliff sich ab, er gewann an Lebenserfahrung und durchschaute, wie haltlos seine früheren Ziele und Ideale waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da erinnerte er sich an Gott. Gott verzeiht ihm alles.&amp;nbsp; XY „prüft seine Berufung“ und entdeckt in den meisten Fällen „seine Berufung zur Ehe“. Er bittet Gott um einen passenden Ehepartner und lernt durch einen Zufall, der natürlich Fügung ist, eine hübsche Frau kennen. Die beiden heiraten, bekommen Kinder, bauen ein Häuschen, engagieren sich für die Kirche und führen ein anständiges Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Geschichten, die ich wirklich schon oft gehört habe, mögen wahr sein. Doch auf mich wirken sie geschönt, glattgebügelt und simplifizierend. Und manchmal hört man sogar einen beinahe schon calvinisitischen Unterton aus ihnen heraus: Wirtschaftlicher Erfolg und privates Glück scheinen sich als Zeichen für den Gnadenstand darzustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei mir war das alles nicht so eindeutig. Ich war auch in meiner atheistischen Zeit ehrgeizig, hatte nur abwaschbare Tattoos und habe in meinem Leben nicht viele Joints geraucht. Ich fand zum Glauben zurück, weil ich viel darüber gelesen hatte und irgendwann merkte, daß ich mich wohlfühle, wenn ich in einer Kirche bin. Lebenskrisen und so weiter: Das alles erlebte ich auch danach. Es ist nicht alles gut geworden, ich kenne Langeweile, Zweifel, innere Leere, Ambivalenzen, die ich aushalten muß, Wege, die verschlossen sind und Kontingenzerfahrungen. Deshalb höre ich lieber andere Bekehrungsgeschichten. Etwa von Leuten, die ohne Lebenskrise zu Gott gefunden haben. Sondern weil sie von Bachs Musik angerührt waren, von der Schönheit eines Vogels oder eines Wasserfalls. Oder weil sie viel Glück hatten und jemandem dafür danken wollten. Oder Geschichten von Bekehrungen, die nicht zu spektakulären Änderungen führten. Wenn jemand einfach sein Leben weiterführt, seine Pflicht tut, das alles aber in Gott aufgehoben weiß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder auch: Jemand entdeckt nach der Bekehrung nicht seine Berufung zur Ehe oder etwas Höherem, sondern lernt, sich anzunehmen, weil Gott ihn annimmt. Auch mit einer peinlichen Tätowierung am Fußknöchel, einer Neigung zu Depressionen, der Unfähigkeit, das eigene Leben in geordnete Bahnen zu lenken und dem Wunsch, ganz allein durch die Welt zu reisen. Schließlich hat Jesus nicht gesagt: Kommt zu mir, die ihr Spießer werden wollt, ich werde euch dabei helfen. Was er dagegen sagte, war: Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei uns in der Kirche sitzt eine Frau, die ihre Bekehrungsgeschichte nie vor einem Publikum wird erzählen können. Denn sie ist schwer alkoholkrank, redet unzusammenhängend und wird schnell aggressiv. Ich weiß nicht, worum sie Gott bittet. Von ihrer Krankheit hat er sie jedenfalls nicht befreit. Sie ist ganz unten, kann schon lange nicht mehr arbeiten, und der Alkohol hat ihr Gesicht zerstört. Einmal fragte sie jemand, warum sie jeden Tag in die Kirche ginge. Sie antwortete: „Das ist das Einzige, was mir guttut.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, daß sie noch hofft, und ihr Beispiel gibt mir mehr Kraft als der Überschwang mancher frisch Bekehrter. Denn wenn Christus in ein Leben hineinleuchtet, das jeder Außenstehende als gescheitert betrachtet, darf ich auch hoffen, daß er für meine Mittelmäßigkeit, Zweifel und Schwächen einen Weg finden wird.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-609879903698255207?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/609879903698255207/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/frisch-bekehrte-heilige-spieer-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/609879903698255207'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/609879903698255207'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/frisch-bekehrte-heilige-spieer-und.html' title='Frisch Bekehrte, heilige Spießer und Gescheiterte'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1553433768698241164</id><published>2011-05-05T18:39:00.000+02:00</published><updated>2011-05-05T18:39:16.177+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Für Gott, für Andere, für mich selbst</title><content type='html'>&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;Die Werbefilmerin Eva Jung hat einen Werbefilm für Gott gedreht, der in deutschen Kinos gezeigt wird:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;object width="320" height="266" class="BLOGGER-youtube-video" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0" data-thumbnail-src="http://2.gvt0.com/vi/OMzZJOAyjD4/0.jpg"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/OMzZJOAyjD4&amp;fs=1&amp;source=uds" /&gt;&lt;param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /&gt;&lt;embed width="320" height="266" src="http://www.youtube.com/v/OMzZJOAyjD4&amp;fs=1&amp;source=uds" type="application/x-shockwave-flash"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;Finanziert hat sie die Kinoaufführungen durch Spenden. 140.000 € sind auf diese Weise zusammengekommen. Bewundernswert, vorbildlich, und für mich ein Denkanstoß.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;Denn wenn man etwas für Andere tut oder sich für eine Sache engagiert, bekommt man viel zurück: Man ist glücklicher.&amp;nbsp;Die Frage ist: Was soll ich tun? Besonders sinnvoll ist es sicher, wenn man seine Fähigkeiten so einsetzt wie Eva Jung: Als Werbefilmerin dreht sie einen Film, und das Ergebnis ist beeindruckend. Also müßte ich als Texterin vor allem schreiben. Dafür hatte ich mich zumindest irgendwann entschieden: darüber zu schreiben, was&amp;nbsp;Andere Gutes tun. Allerdings fühlt sich das immer so an, als würde ich weniger tun als die Anderen, die&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- Obdachlosen kostenlos die Zähne behandeln&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- im Winter mit dem Wärmebus herumfahren und Decken verteilen&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- für die Alten und Kranken da sind&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- vor der Kirche den Hof fegen&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- Kindern vorlesen&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;- Jugendgruppen leiten usw.&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;Etwas fehlt mir noch. Eine kleine Aufgabe, näher am Menschen. Oder ist es egoistisch, wenn ich mir wünsche, Gutes tun zu können, was mir selbst auch gut tut? Ich weiß es nicht. Vielleicht mischt sich in das Gute, das man tut, schnell eine Spur Egoismus. Im besten Fall wird dieser Egoismus verwandelt, bleibt nur noch als Antriebsfeder, die dabei hilft, selbstloser zu werden. Wenn es schiefgeht, kommt man wieder nicht los vom Kreisen um das eigene Ich. Also wie immer eine Gratwanderung. Trotzdem will ich es versuchen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1553433768698241164?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1553433768698241164/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/fur-gott-fur-andere-fur-mich-selbst.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1553433768698241164'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1553433768698241164'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/fur-gott-fur-andere-fur-mich-selbst.html' title='Für Gott, für Andere, für mich selbst'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6362256212720560954</id><published>2011-05-05T10:39:00.000+02:00</published><updated>2011-05-05T10:39:51.914+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Plastikschrott</title><content type='html'>Ich liebe mein kleines weißes MacBook. Es ist erst ein halbes Jahr alt und ich gehe mit ihm um wie mit einem rohen Ei. Es thront auf meinem Schreibtisch, wird liebevoll behandelt und muß auch nie im Rucksack verreisen wie mein Dell-Netbook. Als ich zum ersten Mal mit ihm gearbeitet habe, war es eine Offenbarung: endlich Schluß mit diesem ständig abstürzenden, langsamen, von Version zu Version immer schlechter werdenden Windows. (Manchmal denke ich wehmütig an Windows 98 zurück. Damit konnte man noch arbeiten. Windows 7 auf dem Netbook ist eine Katastrophe.) Endlich habe ich ein schnelles, intuitives, sympathisches System ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch leider gönnt Apple meinem MacBook kein vernünftiges Kleidchen. Sein Hochglanz-Weiß in Plastik ist zwar hübsch, aber erinnert von der Qualität her weniger an ein Designerkleid als an ein H&amp;amp;M-T-Shirt, das ich mal hatte: einmal gewaschen, und es war drei Nummern kleiner, hatte eine andere Farbe und ein anderes Muster.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich kam mein MacBook nie in die Waschmaschine, sondern wurde nur vorsichtig abgestaubt. Und dennoch: Gestern entdeckte ich Risse an den Scharnieren. Sie kamen über Nacht. Für mich war schon fast eine Welt zusammengebrochen, als mein Mac zum ersten Mal abgestürzt war, denn ich dachte, denen passiert das nicht. Und nun das. Ich googelte eine Weile und fand heraus, daß das wohl ein Serienfehler ist, der schon seit einigen Jahren bekannt ist. Sehr aufschlußreich die flickr-Gruppe &lt;a href="http://www.flickr.com/groups/crackedmacbook/pool/"&gt;"My MacBook was cracked by itself"&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Apple soll bei solchen Fällen mittlerweile kulant sein. Trotzdem: Apple steht für Qualität, und ich verstehe nicht, wieso für dieses bekannte Problem nicht endlich eine Lösung gesucht wird. So kann man sich halt auch das Image kaputt machen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6362256212720560954?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6362256212720560954/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/plastikschrott.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6362256212720560954'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6362256212720560954'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/05/plastikschrott.html' title='Plastikschrott'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3869155597158925596</id><published>2011-04-23T11:35:00.001+02:00</published><updated>2011-04-23T11:37:50.665+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Frankfurt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Linke'/><title type='text'>Dumm tanzt gut</title><content type='html'>Die Grüne Jugend hat gestern, am Karfreitag, auf dem Römerplatz in Frankfurt einen Flashmob organisiert: &amp;nbsp;Tanzen gegen die Karfreitagsruhe. Es wundert mich nicht. Wenn man einen Tag lang nicht Party machen darf, kommt man vielleicht ins Nachdenken, und Denken gehört nicht zu den größten Begabungen des grünen Nachwuchses. Ist ja irgendwie auch mit Arbeit verbunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel eindrücklicher als diese vor sich hin trampelnde Horde:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die traditionelle Karfreitagsprozession der kroatischen Gemeinde, ein endlos langer Zug durch die ganze Stadt und am Mainufer entlang, an der Spitze ein Priester, der ein Kreuz trägt. Schweigen, Gebete, leise Gesänge. Dadurch wurde ein Zeichen gesetzt an einem Tag, dessen Bedeutung viele vergessen haben. Die Wiesen am Main waren voll mit Leuten, die in der Sonne lagen, tranken, den freien Tag genossen. Und dann zieht das Kreuz vorbei, gefolgt von unzähligen Menschen. Es war beeindruckender als es jede Demonstration und jeder Flashmob sein könnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3869155597158925596?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3869155597158925596/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/dumm-tanzt-gut.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3869155597158925596'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3869155597158925596'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/dumm-tanzt-gut.html' title='Dumm tanzt gut'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1374313978489988427</id><published>2011-04-22T13:13:00.000+02:00</published><updated>2011-04-22T13:13:07.888+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Islam'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Frankfurt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konvertiten'/><title type='text'>Salafisten in Frankfurt</title><content type='html'>Vorgestern saß ich abends mit einer Freundin im Café, in der Nähe der Hauptwache. Es wurde laut. Von Ferne hörten wir Geräusche wie aus einem Fußballstadion, Schreie, Schlachtengesänge. Je länger wir lauschten, desto deutlicher konnten wir einen Ruf heraushören: allahu akbar. Ich hatte gedacht, daß die geplante Kundgebung mit Pierre Vogel, einem Ex-Boxer und Islam-Konvertiten,&amp;nbsp;von der Stadt verboten worden war. Pierre Vogel gehört zu den Salafisten, einer extremistischen und gefährlichen Ausprägung des Islam. Später erfuhr ich, daß das hessische Verwaltungsgericht das Verbot gekippt hatte. Der fanatische Prediger und seine Anhängerschaft durften sich auf dem Roßmarkt versammeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Essen wollten wir schauen, was in Frankfurt los war. Überall in den Straßen waren Polizeiautos. Als wir am Roßmarkt ankamen, hatte sich die Versammlung schon weitgehend aufgelöst. Dennoch bot sich auf dem Platz ein Bild, das mit der Modernität der hessischen Bankenstadt merkwürdig kontrastierte: Gruppen von Frauen im Tschador, die uns böse Blicke zuwarfen, bärtige Männer in weißen Gewändern. Es lag Aggressivität in der Luft. Die Menschen, die Frauen in Schwarz wirkten uniformiert, und mir kam der Gedanke, daß der Islam die Religion der Massengesellschaft ist. So wie das Christentum die Religion des bürgerlichen Individuums war, das mehr und mehr durch den Massenmenschen verdrängt wird. Dem Massenmenschen, gesteuert durch die Massenmedien und die Konsumbedürfnisse, die ihm immer wieder neu eingeflüstert werden, sind individualisierende Glaubenspraktiken wie das persönliche Gebet zu einem ihn liebenden Gott fremd. Auch der Islam kennt Derartiges nicht, er kennt nur eine ferne, unnahbare, unberechenbare Gottheit, dem sich alle zu unterwerfen haben, ohne Unterschied. Dieses in den schwarzen Tschador gehüllte Kollektiv ist die religiöse Gestalt der Massengesellschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gehört die Gefolgschaft des Ex-Boxers natürlich nicht dem untergehenden Bildungsbürgertum an. Später sagte ein Mann in einem Fernseh-Interview, unter den Zuhörern seien Hunderte Kriminelle gewesen, die durch den Islam zu anständigen Menschen geworden seien. Eine ältere Frau, die mit einem Schild allein in einer Ecke stand, noch lange nachdem sich die Gegendemonstration aufgelöst hatte, wurde von mehreren muslimischen Männern aggressiv angegangen. "Menschenrechte statt Scharia" stand auf ihrem Schild, eine Provokation für die Moslems. Die Frau bewies einen Mut, für den ich sie bewunderte. Ebenso ein junger Mann, ein Kroate?, der mit einem Rosenkranz in der Hand mitten auf dem Platz stand. Als ein bärtiger Mann ihm einen Flyer geben wollte, hielt er ihm den Rosenkranz entgegen, deutete auf den Flyer und sagte, sehr ruhig und gelassen: "Das brauche ich nicht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und mit diesem Satz machte er deutlich, woran es uns mangelt und was uns helfen könnte, die Ausbreitung des Islam in Deutschland zu verhindern:&amp;nbsp;Mut und Überzeugung. Der Islam hätte keine Chance, wenn es mehr überzeugte Christen gäbe. Christen, die ihren Glauben nicht relativieren, sondern ihn weitergeben wollen. In dem Wissen, daß der Herr jeden retten will. Manchmal denke ich: Die Muslime wurden hierher geschickt, damit sie das Christentum kennenlernen können. Wir versagen und nehmen ihnen die Chance, Christus, der für uns heute am Karfreitag sein Blut vergossen hat, als ihren Erlöser anzunehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die deutsche Gesellschaft glaubt immer noch, sie könnte den Islam mit den Verlockungen des Säkularismus neutralisieren. Doch wer gibt schon eine Religion für das Nichts auf?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1374313978489988427?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1374313978489988427/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/salafisten-in-frankfurt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1374313978489988427'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1374313978489988427'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/salafisten-in-frankfurt.html' title='Salafisten in Frankfurt'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7075520928498418201</id><published>2011-04-17T10:11:00.000+02:00</published><updated>2011-04-17T10:11:50.342+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Sünde und Arbeit</title><content type='html'>Ich erinnere mich an einen Professor aus meinen Studienzeiten, einen Alt-68er, der mit triumphalistischem Gesichtsausdruck zu sagen pflegte, die Sünde sei heute abgeschafft. Was er damit ausdrücken wollte, war lediglich, daß er den Bedeutungsverlust der Religion gut fand und sich darüber freute, daß überall mit großer Offenheit über Sex gesprochen wird. Natürlich ist die Sünde nicht abgeschafft, das braucht man religiösen Menschen nicht zu erklären. Den Anderen mag das Wort "Sünde" wie ein Erinnerungsstück aus einer untergegangenen Welt erscheinen - doch auch sie kennen Schuld, Scham und die Angst, daß böse Taten offengelegt werden.&amp;nbsp;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Vorstellung von Sünde als Verstoß gegen Gottes Gebote wird jedoch in säkularen Gesellschaften durch andere ersetzt. Man kommt ihnen auf die Spur, wenn man sich fragt, was das größte Tabu ist. Man darf heute über alles Mögliche in größter Offenheit reden, doch eines behält man besser für sich: berufliches Scheitern. Denn der Beruf ist wichtig, sogar entscheidend für das Selbstbild.&amp;nbsp;Man arbeitet nicht nur für den Lebensunterhalt, viele andere Vorstellungen sind daran geknüpft: Erfolg hat, wer Karriere macht und gut verdient. Man braucht den richtigen Beruf, um sich selbst zu verwirklichen. &amp;nbsp;Seine Fähigkeiten hat man bekommen, um sie im Beruf einzusetzen. Man muß immer wieder seine Ziele neu definieren, weiter vom Aufstieg träumen, vom nächsten Karriereschritt, und nie ist man irgendwo angekommen. Das alles ist selbstverständlich, die meisten haben es verinnerlicht. Ein preußisches Arbeitsethos hat die Seelen in Besitz genommen, auch an mir selbst merke ich das oft genug.&amp;nbsp;Mir ist die Vorstellung nicht fremd, ich könnte, wenn ich über mein Leben Rechenschaft ablegen soll, vor allem nach beruflichen Fehlentscheidungen gefragt werden. Warum diese vollkommen unnütze Doktorarbeit, die mich nicht weitergebracht hat? (Sie wäre verzichtbar gewesen, aber das wußte ich erst später.) Warum nicht stattdessen ein Volontariat in einer angesagten Werbeagentur? Ich wäre heute wahrscheinlich irgendwo Creative Director, und da ich das nicht bin, kommt es mir erstrebenswert vor.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Erfolgsdruck ruft natürlich Gegenbewegungen hervor. Wenn es mit dem Beruf nicht klappt, reagiert man wie ein ertappter Sünder. Entweder mit einem verzweifelten "Ich war's nicht!" oder mit: "Da sind andere dran schuld." Der Staat, die Gesellschaft und so weiter. Da es nicht leicht ist, Karriere zu machen, und die Arbeitswelt härter geworden ist, braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß soviele Menschen Zuflucht bei den Linken suchen. Denn dort wird ihnen genau das gesagt: Daß sie für ihr Scheitern nicht selbst verantwortlich sind, sondern daß es immer die anderen sind, die Umstände, das ungerechte System. Vielleicht ist es der Reiz linken Denkens, daß es auf diese Weise eine Art von Absolution verspricht. Aber wirklich befreiend ist das nicht.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7075520928498418201?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7075520928498418201/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/sunde-und-arbeit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7075520928498418201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7075520928498418201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/sunde-und-arbeit.html' title='Sünde und Arbeit'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1334745359656834895</id><published>2011-04-02T21:12:00.000+02:00</published><updated>2011-04-02T21:12:55.828+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>2. April 2005</title><content type='html'>Vor sechs Jahren ging ein Zeitalter zu Ende. Ich schrieb gerade Mails, der Fernseher lief nebenbei. "Wetten dass" wurde abgebrochen, denn der Papst war tot. Es gab eine Liveschaltung zum Petersplatz, die Kommentatorin war völlig überfordert. Ein Kameraschwenk zu der Menge, die Menschen, die gerade die Todesnachricht erhalten hatten, weinten und applaudierten. Anne Will führte ein Interview, ich weiß nicht mehr mit wem, und erklärte, daß dieser Papst ja nicht unumstritten war, wegen Zölibat und Aids. Es verletzte mich, in diesem Moment das übliche dumme Gequatsche zu hören. Ich öffnete das Fenster, weil ich dachte, es müßte Glockengeläut zu hören sein. Draußen war alles still. Ich weinte. Auch in meinem Leben war etwas zu Ende gegangen. In einem Leben, in dem es noch keinen anderen Papst gegeben hatte.&amp;nbsp;Ein Freund, der Theologie studiert hatte, versuchte mich damit zu trösten, daß ein Papst zwar sterben kann, das Papsttum aber bleibt. Er hatte noch mehr geweint als ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 3. April ging ich früh am Morgen in den Mainzer Dom. Dort stand ein Foto mit Trauerband, davor lagen Blumen. Johannes Paul II. lächelte auf dem Bild. Einige Gläubige knieten sich hin oder verbeugten sich, eine Frau küßte das Bild. Ich dachte, auch ich will mich verabschieden, mit irgendeiner Geste. Küsse, Verbeugungen oder Kniebeugen, das paßte nicht zu mir. Ich blieb eine Weile stehen, und dann nickte ich ihm bloß zu. Der Abschied tat weh.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1334745359656834895?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1334745359656834895/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/2-april-2005.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1334745359656834895'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1334745359656834895'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/2-april-2005.html' title='2. April 2005'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2592799818147083239</id><published>2011-04-02T19:44:00.001+02:00</published><updated>2011-04-22T13:20:37.940+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Eine Bekehrungsgeschichte</title><content type='html'>Wir gingen in der Grundschule in eine Klasse, waren danach noch befreundet, haben uns nach dem Abitur aus den Augen verloren und vor kurzem wiedergetroffen. Julia, so nenne ich sie jetzt, hat immer alle ihre Ziele erreicht. Sie ist ehrgeizig und klug, hat ein Faible für Mathematik und den Verstand eines Ingenieurs. Sie&amp;nbsp;urteilt nie schnell und denkt über jeden Aspekt eines Problems gründlich nach. So neigt sie nicht zu extremen Positionen. Eine rebellische Phase hatte sie nie. Aber sie hatte immer einen Plan für ihr Leben, ein Ziel, wußte, wo sie hinwollte. Das alles hatte ich nicht, aber jetzt geht es um sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Einser-Abitur studierte sie sehr schnell, absolvierte ein Auslandssemester und zahlreiche Praktika. Sie fand nach dem Abschluß sofort eine Stelle, arbeitete viel und machte Karriere. Sie hatte immer einen Freund. Als eine langjährige Beziehung zerbrach, fand sie schnell einen neuen Partner. Sie kaufte sich eine Wohnung, verreiste oft, lief Marathon, konnte sich alles kaufen, was sie wollte. Sie gab viel Geld für Business-Kleidung aus. Ihr Besitz wuchs an, gleichzeitig die finanziellen Verpflichtungen. Sie trat aus der evangelischen Kirche aus, weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollte. Damals war sie religiös indifferent, die Frage nach Gott kam in ihrem Leben nicht vor. Sie hatte keine Zeit dafür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann kam ein Kind. Es war ungeplant, aber das warf Julia nicht aus der Bahn. Ich weiß nicht, wie sie sich gefühlt hat, als sie schwanger wurde. Ich vermute, daß sie alles genau durchgerechnet und geplant hat, denn so ist sie. Ihre Tochter Lilli kam zur Welt. Nach der Geburt stieg Julia so schnell wie möglich wieder in den Beruf ein, Vollzeit. Natürlich dachte sie nicht daran, Lilli taufen zu lassen, denn sie war ja aus der Kirche ausgetreten. Und dann heißt es ja auch immer, man soll Kindern den Glauben nicht aufdrängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Leben wurde noch anstrengender. Die Tage gehörten dem Job, die Abende und Nächte und Wochenenden dem Baby. Sie brachte Lilli morgens in die Kita und hatte dabei das Gefühl, daß das alles richtig ist oder, genauer: daß eine Frau es nur auf diese Weise richtig machen kann. Daß die Gesellschaft das von ihr erwartet: Vollzeit arbeiten und ein Kind haben und immer alles geben. Julia war in den nächsten Jahren oft am Rande völliger Erschöpfung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hätte vielleicht so weitergemacht, aber ihr fiel auf, daß Lilli sich veränderte.&amp;nbsp;Wenn sie sie abends aus der Kita abholte, war sie überdreht und unruhig. Am Wochenende war Lilli anders, gelassener, glücklicher. Da spielte Julia mit ihr, machte mit ihr Ausflüge, war ganz für sie da. Die Beziehung zu Lillis Vater, eine Wochenendbeziehung, war zu diesem Zeitpunkt längst zerbrochen.&amp;nbsp;Lilli wurde immer nervöser und aggressiver. Als Julia nach der Ursache forschte, wurde ihr klar, daß Lilli sie braucht. Daß sie Lilli zu wenig Platz in ihrem Leben einräumte, obwohl sie für sie doch das Wichtigste war. Sie dachte nach und prüfte alle Möglichkeiten. Dann nahm sie ihr Elternjahr, Lilli war da drei Jahre alt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den ersten Monaten war Julia sehr müde. Sie merkte, daß auch sie selbst dieses Jahr brauchte, um innerlich zur Ruhe zu kommen. So erschöpft war sie. Sie und Lilli, sie mußten beide wieder ihr inneres Gleichgewicht finden, sagt sie.&amp;nbsp;Erst wieder zu Kräften kommen, dann überlegen, wie es weitergeht. Ihr wurde klar, daß sie nicht mehr so leben wollte wie vorher. Sie wollte miterleben, wie Lilli groß wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lilli kam bald in die Phase, in der Kinder ihre Eltern von morgens bis abends mit Fragen löchern und alles genau wissen wollen. Warum regnet es? Warum ist der Mann da so dick? Warum ist es nachts dunkel? Wo ist der Mond, wenn es hell ist? Geht das Sandmännchen schlafen? Und natürlich kam irgendwann die Frage: "Wer hat die Welt gemacht?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da mußte Julia wieder abwägen. Denn sie wußte ja selbst nicht, was sie glauben sollte. Der Urknall oder Gott? Über solche Fragen dachte sie sonst nicht nach. Überhaupt, sollte sie Lilli von Gott erzählen?&amp;nbsp;Man soll einem Kind den Glauben nicht aufdrängen, dachte sie, aber ihm Wissen vorzuenthalten, wäre auch falsch.&amp;nbsp;Letztlich entschied sie sich für die Antwort, die sie als besonders kindgerecht empfand und die ihr in diesem Moment, nach langem Nachdenken, gar nicht so unwahrscheinlich vorkam: nicht etwa "Das Universum ist durch den Urknall entstanden", sondern: "Der liebe Gott hat die Welt gemacht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia merkte schnell, daß sie aus dieser Nummer nicht mehr herauskam. "Wer ist der liebe Gott?" "Warum hat er die Welt gemacht?" "Kann man mit ihm reden?" "Wo wohnt er?" "Wann gehen wir ihn besuchen?" Lilli wollte mit Gott reden. Also beschloß Julia, vor dem Schlafengehen mit ihr zu beten. Sie sagte sich, ein solches Ritual, das dem Tag eine Struktur gibt, kann nicht schaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie beteten jeden Abend, und Julia merkte, daß es Lilli beruhigte. Julia fing an, sich über den Glauben zu informieren, um Lilli besser antworten zu können. Denn Lilli hörte nicht auf zu fragen. Die Sache mit Gott interessierte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kam jener Moment, der sich jeder &amp;nbsp;Analyse, jedem Kalkulieren und Abwägen entzog. Nach dem Abendgebet hatte Julia auf einmal den Gedanken: "Ich glaube an Gott."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr war da nicht, keine Erschütterung, kein plötzlicher Umbruch, keine großen Gesten oder Bilder, sondern nur eine leise Stimme in ihr. Diese Bekehrung löste keine Lebenswende aus, denn Julia hatte schon längst, in kleinen Schritten, ihr Leben geändert. Nach dem Elternjahr arbeitete sie halbtags, Lilli ging in den Kindergarten. Geld und Karriere sind für Julia nicht mehr so wichtig. Sie will lieber bei ihrem Kind sein, mehr lesen, sich Wissen aneignen, Zeit haben, um nachzudenken und für andere da zu sein. Sie sucht nach der Wahrheit und stellt sich nun dieselben Fragen wie Lilli. Julia ist wieder in die evangelische Kirche eingetreten. Lilli wurde vor kurzem getauft. Sie hat verstanden, was da passiert, und hat sich gefreut.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2592799818147083239?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2592799818147083239/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/eine-bekehrungsgeschichte.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2592799818147083239'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2592799818147083239'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/04/eine-bekehrungsgeschichte.html' title='Eine Bekehrungsgeschichte'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-383843519105497333</id><published>2011-03-25T23:45:00.000+01:00</published><updated>2011-03-25T23:45:45.301+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ökologismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Natur'/><title type='text'>Haie</title><content type='html'>Anfang Februar hat ein Hai am Strand von Cancún eine kanadische Touristin angefallen. Die mexikanischen Zeitungen widmeten diesem Vorfall viele Artikel: Ist doch ein Haiangriff für den Tourismus dort ein großer Unglücksfall. Die örtlichen Behörden reagierten schnell. Sie erlaubten schon am nächsten Tag den Fischern, soviele Haie wie möglich zu töten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fischer töteten 70 Haie. Diese Tat erscheint zugleich vernunftwidrig, nachvollziehbar und ohnmächtig. Vernunftwidrig, weil sie keine Wirkung zeigen kann, es war ein sinnloses Schlachten. Nachvollziehbar als Zeichen, nicht nur, um die Touristen zu beruhigen, sondern auch aus gewichtigeren Gründen: Durch den Akt der Tötung versuchte man die Haie und damit die Natur der menschlichen Ordnung zu unterwerfen – einer Ordnung also, die Krieg, Gerechtigkeit, Rache, Strafe und Abschreckung kennt. „Ihr habt einen von uns angegriffen, wir töten 70 von euch.“ Eine solche Tat wäre kraftvoll und überzeugend, wenn sie auf einen vernünftigen Gegner stoßen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch gerade dies ist nicht der Fall. Durch die Tötung der Haie wird die Ohnmacht des Menschen sichtbar, denn man tröstete sich einen Moment lang mit der Illusion, die Natur sei beherrschbar. Dabei bleibt sie bedrohlich. Und gerade heute, wo die Natur vergöttert wird und der Ökologismus längst den Rang einer Ersatzreligion hat, schadet es nicht, daran zu erinnern, daß die Natur nicht nur schön, sondern auch ein übermächtiger Gegner des Menschen sein kann. Jede Freiheit mußte er ihr erst abringen. Das vergißt man leicht, solange man sich in Sicherheit wiegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haiangriffe erschrecken, selbst dann, wenn sie glimpflich verlaufen: Dies ist ihrem symbolischen Charakter geschuldet. Denn sie machen sichtbar, wie brüchig die Schutzzonen sind, die die Menschen sich geschaffen haben. Vor der Natur gibt es keine Rettung. Und wenn in den deutschen Medien weniger von dem Erdbeben und dem Tsunami die Rede ist, die in Japan viele Tausend Menschen das Leben gekostet haben, sondern ein damit verbundener Atomunfall geradezu hysterische Reaktionen hervorruft, mag nicht nur Berechnung dahinterstecken (auch wenn ein solcher Vorfall hier leider sehr vielen gut ins Konzept paßt). Vielleicht ist auch das ein schwächlicher Versuch, eine Naturkatastrophe vor dem Hintergrund einer von Menschen erschaffenen Ordnung zu betrachten. Denn Atomkraftwerke lassen sich abstellen, Erdbeben nicht. Die Ohnmacht des Menschen wird um so deutlicher sichtbar.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-383843519105497333?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/383843519105497333/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/haie.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/383843519105497333'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/383843519105497333'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/haie.html' title='Haie'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6846611229979863215</id><published>2011-03-22T10:29:00.000+01:00</published><updated>2011-03-22T10:29:20.551+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Zweifel und Bestandsaufnahme</title><content type='html'>Im Zweifeln ist die Urangst aufgehoben, daß kein Gott ist, wir verwaist sind und das Universum leer ist. Doch Zweifel sind auch die Flügel, die dem Glauben helfen, sich fortzubewegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine letzte Glaubenskrise ist schon ein paar Monate her. Ich war kurz davor, den Glauben zu verlieren - weil ich den Glauben verlieren wollte. Doch waren nicht Zweifel an der Wahrheit des Glaubens der Grund, sondern Abneigung gegen die verschiedenen katholischen Milieus. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir das eingestanden habe. Doch dann konnte ich auch mit dem konservativen Katholizismus in seiner deutschen Ausprägung endgültig brechen. Dort begegnete mir das Christentum zu oft in Gestalt eines einseitigen Moralismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Glück ist der Glaube größer als das alles. Ich dachte darüber nach, was Glaube nicht ist, um mich dem annähern zu können was Glaube ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein erster Schritt war es für mich zu erkennen, daß Glaube und Gruppenidentität nicht identisch sind. Es ist leicht, sich als der bessere Christ zu fühlen, weil man eine bestimmte Meinung vertritt, konservativ ist oder liberal, sich mit anderen verbündet im Kampf gegen den Gegner. Doch letztlich weiß ich nicht, ob die alte Frau, die denkt, die Abschaffung des Zölibats wäre gut für die Kirche, Christus nicht mehr liebt als ich. Die Erkenntnis ist schwach, jeder pflegt seine Irrtümer und nur Gott kennt die Herzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaube ist nicht Ideologie. Er ist nicht identisch mit dem Fortschrittsglauben, der die Grundmelodie der säkularen Welt bildet - auch wenn oft versucht wird, diesen in den religiösen Bereich hineinzutransportieren. Zum Scheitern verurteilt ist aber auch der Traum, hinter die Moderne zurückzugehen. Mir begegneten Menschen, die von vergangenen goldenen Zeiten träumen, und ich gebe zu, daß dies reizvoll sein kann. Allerdings gibt es in der Geschichte keine goldenen Zeiten. Die Welt war auch 1950 schon gefallen, sie war es in der Barockzeit und im Mittelalter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher darf man Glauben auch nicht verwechseln mit der Begeisterung in den ersten Jahren nach der Re- oder Konversion. Der anfängliche Überschwang vergeht wie Verliebtheit. Ich merkte plötzlich: Da ist  kein Gefühl mehr, nur Pflicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ästhetische Ergriffenheit, wenn man etwas sieht oder hört, was einem gefällt, seien es alte Choräle oder neue geistliche Lieder, seien es gotische Kathedralen oder karge neue Kirchenbauten, ist auch kein Glaube. Kunst kann zum Glauben führen, doch sie ist bloß Mittel und Weg. Ich war in der tridentinischen Messe, hörte gregorianischen Choral und es hat mich nicht berührt. Es war gut, denn ich gewann dadurch Freiheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaube ist nicht die gute Atmosphäre, die von einzelnen Personen geschaffen wird. Sie verschwindet, wenn diese Personen gehen, und man ist traurig. Dann zu bleiben ist wirklich schwer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaube ist nicht Erkenntnisgewinn. Wenn man, frisch bekehrt, den Glauben entdeckt hat, droht die größte Gefahr: Hochmut. Es entfernt einen von Gott, wenn man anfängt zu denken, man sei anderen im Glauben voraus, weil diese sich in dem einen oder anderen Punkt irren. Wenn man versucht, mit Hilfe des Glaubens das Selbstwertgefühl aufzumöbeln. Sich wünscht, daß andere sehen, daß man mehr kniet als sie, demütiger ist als sie, die Kommunion würdiger empfängt, mehr und inniger betet, angemessener gekleidet ist. Wenn man zu glauben anfängt, man sei Gott näher als der Banknachbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Hochmut so gefährlich ist, liegt der Kern des Glaubens vielleicht in der Demut. Es schadet also nicht zu erkennen, wie wenig man weiß und wie schwach der eigene Glaube ist. Es schadet auch nicht, wenn das Vertrauen in die eigene Standfestigkeit erschüttert wird. Deshalb können Phasen der Dunkelheit und Müdigkeit ein Geschenk sein. Wenn Kleinigkeiten genügen, um Zweifel zu wecken; wenn man nicht mehr beten will und sich in die Sonntagsmesse zwingt; wenn man erkennt: hier gehöre ich nicht hin; wenn man 100 Mal am Tag denkt: ohne Glauben ginge es mir besser. Und wenn am Ende die Erkenntnis bleibt: Ich bin zu schwach zu glauben. Ich kann es nicht. Nicht ohne Deine Hilfe. Wenn man erkennt, daß man sich selbst nicht retten kann ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;... dann ist man vielleicht bereit zum nächsten Schritt: zu erkennen, daß man den eigenen Willen aufgeben muß, um Seinen tun zu können. Kann man jemals soweit kommen?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6846611229979863215?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6846611229979863215/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/zweifel-und-bestandsaufnahme.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6846611229979863215'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6846611229979863215'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/zweifel-und-bestandsaufnahme.html' title='Zweifel und Bestandsaufnahme'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4975863344951373872</id><published>2011-03-21T21:43:00.000+01:00</published><updated>2011-03-21T21:43:59.260+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heimat'/><title type='text'>Zurück in Deutschland</title><content type='html'>Ich war eine Weile unterwegs und bin nach Deutschland zurückgekehrt. Es gibt vieles, was ich neu zu schätzen lerne: die Verläßlichkeit und daß fast alles funktioniert; der Hausarzt ist nur ein paar Schritte von der Wohnung entfernt und man bekommt sofort einen Termin; in den Supermärkten gibt es nicht nur Süßigkeiten, Chips und Softgetränke wie in manchen weit entfernten Ländern; Hotelzimmer ohne Kakerlaken; die Geradlinigkeit hier. Manches funktioniert allerdings nicht mehr so wie früher: Der Taxifahrer, der mich vom Flughafen nach Hause brachte, kannte meine Straße nicht und wußte noch nicht einmal den Weg zum Frankfurter Hauptbahnhof, er sprach kein Deutsch, war schwerhörig und konnte rechts und links nicht unterscheiden. Das habe ich erst gemerkt, nachdem er losgefahren war. Typisch, das ist Frankfurt, ein Taxifahrer als Symbol für die ganze multikultiversessene Unzulänglichkeit der Stadt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blickt man nach langer Zeit in deutsche Zeitungen, zeigt das Land sofort seine infamste Seite. Überall auf der Welt liest man von Tsunami und Erdbeben und von Leid und Tapferkeit der Japaner - nur hier gibt‘s einen Atom-Gau, der aus tagespolitischen Gründen beinahe herbeigesehnt wird. Widerlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir kommt der Gedanke, daß die Deutschen in Ordnung sind. Nur sollten sie sich von dieser durchideologisierten politischen Klasse und der diese begleitenden linken Journaille befreien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es eine Eigenschaft der Deutschen, sich in Ideologien hineinzusteigern und dabei Herzenskälte zu entwickeln? Blickt man von Außen auf das Land, wirkt es so. Vor allem, wenn man auf die Kirche blickt, und das ist tragisch. Die katholische Kirche in ihrer Ausformung hier würde woanders nur Kopfschütteln hervorrufen. Lieben sie einander? Gewiß nicht. Hier inszeniert man ideologische Grabenkämpfe zwischen Konservativen und Liberalen, veranstaltet Demos, Kundgebungen und erstellt Unterschriftenlisten ... Kann man hier überhaupt katholisch sein, ohne in irgendwelche politisierenden Auseinandersetzungen mit hineingezogen zu werden? Wenn man gesehen hat, mit wieviel Liebe zu Gott und dem Nächsten woanders Messe gefeiert wird, wecken die deutschen Verhältnisse nur noch Ekel. Und doch braucht man nur ein wenig zu verreisen, und die ganzen Auseinandersetzungen hier kommen einem vor wie ein Sturm im Wasserglas.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4975863344951373872?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4975863344951373872/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/zuruck-in-deutschland.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4975863344951373872'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4975863344951373872'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/zuruck-in-deutschland.html' title='Zurück in Deutschland'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2479641530705459959</id><published>2011-03-21T19:46:00.000+01:00</published><updated>2011-03-21T19:46:58.197+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mädchen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schönheit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fernsehen'/><title type='text'>Germany's next topmodel</title><content type='html'>Was ist dein größter Wunsch? Die Frage ist verräterisch. Mit der Antwort offenbart man den Entwurf des eigenen Ichs. Man erklärt, was im eigenen Leben den höchsten Wert darstellt. Und meist ist man nicht Individualist genug um zu denken, daß die eigenen Ziele nicht auch von einem großen Teil der Menschheit geteilt werden sollten. Wer sich eine glückliche Ehe oder Reichtum wünscht, denkt gewiß, daß auch andere danach streben sollten. So erlauben die Wünsche, die man hegt, Rückschlüsse auf das Menschenbild. Schon deshalb wecken Antworten wie „Porsche“, „beim Triathlon mitmachen“, „wieder in Größe 36 passen“, „F-Körbchen“ oder „ohne Ende Burger essen können“ &amp;nbsp;verdientes Mißtrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wünsche ändern sich. Im Leben vieler Mädchen gibt es eine Zeit, in der es ihr größter Wunsch ist, Popstar oder Topmodel zu werden. Mit 13 wäre ich auch gerne Model geworden. Aber damals war das Leben eines Supermodels noch eine Verheißung. Es war die Zeit von Naomi Campbell, Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Christy Turlington. Diese fünf standen nur eine Stufe unter einer Diva, waren geheimnisumwittert, hatten eine Aura der Unerreichbarkeit und beinahe der Zeitenthobenheit, und wenn sie sich exzentrisch zeigten, war dies um so faszinierender. Genauso werden zu wollen - von der Welt und den Männern angebetet, schön, erfolgreich und ganz man selbst - für Teenager mit ihrem alterstypischen Narzißmus ein angemessenes Ziel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann kam Heidi. Niemand käme auf die Idee, Heidi Klum als Diva zu bezeichnen. Sie hat ihren Beruf mit dem Ethos einer übereifrigen Sekretärin ausgeübt. Stets diszipliniert, übertrieben korrekt, fleißig, den Wünschen ihres Auftraggebers willenlos ergeben, ihr Soll immer übererfüllend. Sie hat es so weit getrieben, daß sie heute - mit knapp 38 Jahren - schon Züge einer komischen Alten entwickelt: Noch ist sie schön, aber das Schrille und Affektierte in ihrer Stimme, ihrer Gestik und ihrem Auftreten erinnert an Frauen, die sich viele Jahre nichts gegönnt haben, vor allem kein Glück und keine Pflichtvergessenheit. Heidi Klum hat die Figur des Supermodels entzaubert. Danach war alles Business-as-usual.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Erfolgsrezept machte sie zu einem Geschäftsmodell, und so entstand „Germany‘s next Topmodel“. Es ist nicht so, daß sie den Mädchen, die sich bei ihr bewerben, falsche Versprechungen machen würde. Die Nachwuchsmodels lernen, daß sie sich in High Heels, die nicht passen, die Füße blutig laufen und dabei lächeln müssen wie in einem bösen Märchen, ihre Bedürfnisse, ihre Beziehungen, Freundschaften, Gefühle und Erkältungen ignorieren, stets überzeugen, lächeln, willenlos gehorchen müssen, und als Belohnung winken noch nicht einmal Ruhm und viel Geld, sondern ein Job als C&amp;amp;A-Model.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich mit 13 Supermodel werden wollte, war das etwas Ähnliches wie eine Prinzessin. Doch damals gab es noch kein Internet und viel mehr Geheimnisse. Und zum Glück gab es nicht die Möglichkeit, seine Wünsche an solche Retortenshows zu vergeuden.&amp;nbsp;Keines der Mädchen, die sich bei Heidi Klum bewerben, kann noch ernsthaft der Illusion anhängen, ein Leben als Fotomodell sei groß und bewundernswert. Was also treibt diese Mädchen an? Wie traurig muß eine Jugend sein, wenn das ein Wunschtraum ist? Da ist doch sogar ein Bachelor in Betriebswirtschaftslehre glamouröser. Nein, ich verstehe es nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2479641530705459959?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2479641530705459959/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/germanys-next-topmodel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2479641530705459959'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2479641530705459959'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/03/germanys-next-topmodel.html' title='Germany&apos;s next topmodel'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1428064015510582078</id><published>2011-01-23T21:17:00.000+01:00</published><updated>2011-01-23T21:18:10.582+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Jubiläum</title><content type='html'>Zehnjahresfeier der Firma, in der ich arbeite. Der Chef und Gründer blickt auf die Anfänge zurück, natürlich nicht ohne Stolz. Er erinnert sich, wieviele schlaflose Nächte ihn das Wagnis gekostet hat, wieviele Schulden er machte, wie oft er nicht wußte, wie es weitergehen sollte. Aber er hat an seinem Traum, wie es in diesen Fällen so oft heißt, festgehalten. Mittlerweile arbeiten in dem einstigen Zwei-Mann-Betrieb fast 40 Leute. &lt;br /&gt;Ungefähr so müßte wohl auch ein Christenleben aussehen. Etwas wagen! Nur daß unser Traum kein Unternehmen ist, sondern Gott.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1428064015510582078?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1428064015510582078/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/01/jubilaum.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1428064015510582078'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1428064015510582078'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/01/jubilaum.html' title='Jubiläum'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-9189782210381533552</id><published>2011-01-17T18:21:00.001+01:00</published><updated>2011-01-17T18:22:42.242+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Religion'/><title type='text'>Askese</title><content type='html'>Ich frage mich gerade, ob ich überhaupt noch über religiöse Themen schreiben soll – oder darf. Hugo Ball, Avantgardist, Dadaist, Konvertit und Autor von Büchern, die auf faszinierende Weise Poesie und Theologie verbinden, schreibt nämlich in seinem „Byzantinischen Christentum“: „Man wußte dazumal besser als heute, daß von religiösen Dingen nur sprechen dürfe, wer der Askese, der körperlichen und geistigen Läuterung, nicht aus dem Wege ging. Religion und Geist aber waren identisch.“ Und hat er nicht recht? Kann man wirklich so etwas wie Führung, Wegweisung in geistigen Dingen beanspruchen, wenn man sich nicht innerlich gereinigt hat? Nebenbei bemerkt, ist das auch ein starkes Argument für den Priesterzölibat. Allerdings kann ich das Schreiben auch nicht ganz lassen. Eine Rechtfertigung könnte darin bestehen, auf Personen (oder Bücher) aufmerksam zu machen, die tatsächlich Orientierung geben können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-9189782210381533552?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/9189782210381533552/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/01/askese_17.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9189782210381533552'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9189782210381533552'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2011/01/askese_17.html' title='Askese'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5206834838522416230</id><published>2010-12-26T15:52:00.000+01:00</published><updated>2010-12-26T15:54:05.583+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Weihnachten'/><title type='text'>Aurelius Prudentius: Corde natus ex parentis (Weihnachtshymnus)</title><content type='html'>Corde natus ex parentis / Ante mundi exordium / A et O cognominatus, / ipse fons et clausula / Omnium quae sunt, fuerunt, / quaeque post futura sunt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Herzen des Vaters geboren, / Noch ehe die Welt entstand, / Wird A und O der genannt, / Der selber Ursprung und Ziel ist / All dessen, was ist und was war, / was nach uns noch kommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;O beatus ortus ille, / virgo cum puerpera / Edidit nostram salutem, / feta Sancto Spiritu, / Et puer redemptor orbis / os sacratum protulit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;O selig jener Anfang, / Als die Jungfrau gebar! / Sie brachte uns Rettung, / Trug Frucht vom heiligen Geist, / Und der Knabe, der Welterlöser, / Zeigte sein heiliges Antlitz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Psallat altitudo caeli, / psallite omnes angeli, / Quidquid est virtutis usquam / psallat in laudem Dei, / Nulla linguarum silescat, / vox et omnis consonet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lobsinge, du himmlische Höhe, / Lobsingt ihr Engel alle! / Was immer nur Kraft hat / Soll singen zum göttlichen Lob. / Keine Zunge soll schweigen, / Jede Stimme ertönen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ecce, quem vates vetustis / concinebant saeculis, / Quem prophetarum fideles / paginae spoponderant, / Emicat promissus olim; / cuncta conlaudent eum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schaut her, den die Seher / Besangen in uralter Zeit, / Für den sich prophetische Schriften / Sicher verbürgten, / Der lange Verheiß'ne erscheint: / Laßt uns alle ihn loben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Te senes et te iuventus, / parvulorum te chorus, / Turba matrum, virginumque, / simplices puellulae, / Voce concordes pudicis / perstrepant concentibus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dich sollen besingen Alte und Junge, / Der zarte Chor der Knaben, / Die Schar der Mütter und Jungfrau'n / Die einfachen Mädchen / Sollen reine Stimmen erheben, / und vereint dich preisen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übersetzung von Jacopone&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5206834838522416230?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5206834838522416230/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/12/aurelius-prudentius-corde-natus-ex.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5206834838522416230'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5206834838522416230'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/12/aurelius-prudentius-corde-natus-ex.html' title='Aurelius Prudentius: Corde natus ex parentis (Weihnachtshymnus)'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5167335266834568606</id><published>2010-11-09T14:29:00.001+01:00</published><updated>2010-11-09T14:31:22.527+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilige'/><title type='text'>... dieses Geheimnis ganz leise allen mitteilen</title><content type='html'>Heute, am 9. November, jährt sich der Todestag der seligen Elisabeth von Dijon. Sie starb bereits mit 26 Jahren 1906 im Karmel von Dijon. Mit 21 Jahren war sie in das Kloster eingetreten. Elisabeth von Dijon war vielseitig begabt, eine hervorragende Pianistin, intelligent und für alles Schöne aufgeschlossen. Nach weltlichen Maßstäben ist sie viel zu früh gestorben, und ihre Begabungen konnte sie „hinter Klostermauern“ auch nicht entfalten. Elisabeth selbst aber hätte einer solchen Sichtweise vehement widersprochen: „Mir scheint, ich habe meinen Himmel auf Erden gefunden, denn der Himmel ist Gott, und Gott ist in mir. An dem Tag, da ich dies verstanden habe, ist in mir alles hell geworden, und ich möchte dieses Geheimnis ganz leise allen mitteilen, die ich liebe", schrieb sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Ordensname „von der Heiligsten Dreifaltigkeit“ wurde ihr, wie Pater Recktenwald (http://www.kath-info.de/silvestrelli.html) schreibt, zum Programm. Aus der Anbetung der Trinität entwickelte sie eine mystische Spiritualität, die viele Menschen begeisterte und Theologen wie Hans-Urs von Balthasar dazu anregte, sich mit ihr zu befassen. Im Alter von 24 Jahren schrieb sie in einem Zug ihr berühmtes „Gebet an die Hl. Dreifaltigkeit“, einen der großen mystischen Texte des 20. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kaum zwei Jahre später wurde sie schwer krank und bettlägerig. Aus ihrem tiefen Glauben heraus konnte sie aber auch Krankheit und Schmerzen annehmen. Das schreibt sich so leicht. Aber nach allem, was wir von Elisabeth wissen, ist es die reine Wahrheit: „In dieser letzten Stunde meiner irdischen Verbannung, an diesem schönen Abend meines Lebens, erscheint mir im Licht der Ewigkeit alles so ernst... Ich möchte allen Menschen sagen können, wie leer und nichtig alles ist, was nicht für Gott getan wird!”, schrieb sie kurze Zeit vor ihrem Tod einer Freundin. Nach einer letzten qualvollen Nacht starb sie friedlich am Morgen des 9. November. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein verfehltes, vertanes Leben? Die Kirche sieht es, mal wieder, anders: „Unserer verunsicherten Menschheit, die scheinbar Gott nicht mehr oder nur entstellt findet und auf der Suche nach einem Wort ist, auf das sie ihre Hoffnung gründen kann, vermittelt Elisabeth von der heiligen Dreifaltigkeit das Zeugnis eines vollkommenen Offenseins für das Wort Gottes, das sie in einem solchen Maß geistig in sich aufnahm, daß sie darin alle Gründe fand, für das Lob der Herrlichkeit des dreifaltigen Gottes zu leben und sich ihm zu weihen“, sagte Papst Johannes Paul II. bei ihrer Seligsprechung. „Und diese Nonne, die weit davon entfernt war, sich abzuschließen, hat es verstanden, ihren Mitschwestern und ihren Nächsten den Reichtum ihrer mystischen Erfahrungen mitzuteilen.“ Oder einfacher formuliert: Elisabeth war so glücklich, daß sie allen Menschen, die sie kannte, daran teilnehmen lassen wollte. Kann man vom Leben mehr verlangen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Dieser Beitrag stützt sich auf die zitierte Webseite bei kath.info sowie auf die Kurzbiographie von Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 2, Stein am Rhein: Christiana 1992, S. 31ff.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5167335266834568606?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5167335266834568606/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/11/dieses-geheimnis-ganz-leise-allen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5167335266834568606'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5167335266834568606'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/11/dieses-geheimnis-ganz-leise-allen.html' title='... dieses Geheimnis ganz leise allen mitteilen'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-702754272450804219</id><published>2010-10-29T14:21:00.001+02:00</published><updated>2010-10-29T14:23:16.583+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Ich schreibe wie ...</title><content type='html'>&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Nachdem Johannes (&lt;span style="color: navy;"&gt;&lt;u&gt;&lt;a href="http://materamata.blogspot.com/2010/10/oy-vey.html"&gt;http://materamata.blogspot.com/2010/10/oy-vey.html&lt;/a&gt;&lt;/u&gt;&lt;/span&gt;) von seinen Erfahrungen mit der FAZ-Seite „Ich schreibe wie“ berichtet hat, mußte ich das auch gleich ausprobieren. Also habe ich zwei Texte eingestellt. Zuerst einen für berufliche Zwecke. Ergebnis: Ich schreibe wie &lt;span style="font-weight: normal;"&gt;Melinda Nadj Abonji. Upps, wer ist das denn? Ein verbreiteter Internet-Suchdienst verrät mir:  Melinda Nadj Abonji ist eine junge Schrifstellerin ungarischer Herkunft, die in der Schweiz lebt und sich vor allem als Performerin von Slam Poetry hervorgetan hat. Das Feuilleton der NZZ rühmt außerdem den Beat ihrer Sprache. Ich bin beeindruckt. Was für ungeahnte Talente schlummern doch in mir! Hoffentlich erfährt das mein Brötchengeber nicht. Slam Poetry ist, glaube ich, nicht das, was er von mir erwartet. &lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="font-weight: normal; margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-weight: normal; margin-bottom: 0cm;"&gt;Zweiter Versuch, ein Text aus diesem Blog. Und das Ergebnis: Ich ... ähem ... Räusper ... also, ich ... hüstel ... Doch, es muß heraus: Ich – schreibe – wie – Johann – Wolfgang – naja, ihr wißt schon. Jahahaaa! Wie unser Dichterfürst! Welch ungeahnte Möglichkeiten tun sich da auf! Ich könnte meinen Künstlernamen ändern. „Johnny G.“  - das wäre doch eine passende Kombination meiner beiden literarischen Existenzweisen. Vielleicht sollten wir das Blog nur noch für zahlende Leser öffnen? Mal mit Benita darüber reden. Jetzt muß ich mich erst mal in meine Dichterklause zurückziehen. Und gründlich über meine weitere Karriere nachdenken. Mein seit langem nicht geschriebener Roman harrt der Veröffentlichung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jacopone &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-702754272450804219?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/702754272450804219/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/ich-schreibe-wie.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/702754272450804219'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/702754272450804219'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/ich-schreibe-wie.html' title='Ich schreibe wie ...'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1133655965818615797</id><published>2010-10-24T23:23:00.000+02:00</published><updated>2010-10-24T23:24:02.621+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutschland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Engel'/><title type='text'>Ein Schutzengel für Deutschland</title><content type='html'>Daß Deutschland sich abschafft, ist nicht erst seit Thilo Sarrazins Buch mit Händen zu greifen. Im Grunde reicht schon der Gang durch das Zentrum einer beliebigen deutschen Großstadt, um das zu sehen. Sarrazin analysiert diesen Vorgang soziologisch, ökonomisch, politisch, beschäftigt sich mit Bildungswesen, Zuwanderung und Sozialpolitik. Das ist sicher alles richtig und notwendig. Im Grunde aber ist doch die eigentliche Ursache dieser Misere spiritueller Art und mit dem Namen Auschwitz verknüpft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auschwitz, so meinte Günter Grass, habe den Deutschen eine privilegierte Erkenntnis verschafft: „Jetzt endlich kennen wir uns.“ In Auschwitz wäre demnach das deutsche Volk zu sich selbst gekommen. Ein monströses Verbrechen soll Kern unserer nationalen Identität sein und uns vor allen anderen Völkern auszeichnen. Kein Wunder, daß die Generationen, denen dieses Denken eingeimpft wurde, von deutscher Kultur nichts mehr wissen wollen und das allmähliche Verschwinden des eigenen Volkes scheinbar klaglos hinnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um es gleich zu sagen: Ich möchte weder den Holocaust relativieren noch die Zahl seiner Opfer klein rechnen. Außerdem möchte ich auch keine Diskussion über die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg führen. Ich finde nur, daß die gegenwärtige herrschende Form von „Vergangenheitsbewältigung“ weder menschlich förderlich noch wirklich christlich ist. Und ich frage mich, ob es dazu nicht eine aus dem Glauben entwickelte Alternative geben kann. In dem schönen, wenn auch dogmatisch etwas beliebigen Buch „Das Schweigen der Engel. Einführung in die Angelologie“ von Andrei Plesu (Berlin: University Press 2007) bin ich auf eine Überlieferung gestoßen, die vom Alten Testament bis zu den Kirchenvätern reicht. Demnach haben auch die Nationen ihren Engel, den Gott ihnen zugewiesen hat. Origenes lehrt, daß die menschlichen Sprachen von Engeln geschaffen wurden. Am Ursprung jeder Volksgemeinschaft steht also, schreibt Plesu, „ein Engel, ein spirituelles Prinzip, das in der Seinsweise dieser Gemeinschaft, in ihrem historischen Schicksal, in ihrer Sprache und Kultur seinen Ausdruck findet“. Ein Engel, nicht ein KZ-Wärter, und auch nicht Adolf Hitler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Plesu sind die Engel der Nationen ein Argument gegen das „nationalistische Ketzertum“: Wer seine eigene Nation über die anderen stellt, der wendet sich gegen alle anderen Engel und damit letzten Endes auch gegen Gott. Das ist richtig, gilt aber auch umgekehrt, für die Verachtung des eigenen Volkes. Denn ebenso wie uns der individuelle Selbstmord nicht gestattet ist, dürfen sich auch die Völker nicht selbst aufgeben. Und über unsere Schuld urteilen nicht wir selbst. Die Engel jedenfalls, so Plesu, identifizieren sich so mit den Völkern, die sie behüten, daß sie mit ihnen gemeinsam vor das Jüngste Gericht treten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das mag vielleicht spinnert klingen. In den politischen Diskurs einspeisen kann man es auch nicht. Aber was hindert uns eigentlich daran, unsere spirituelle Tradition ernst zu nehmen? Denn der nationale Selbsthaß könnte doch am ehesten geheilt werden, wenn wir wieder glauben könnten, daß auch unserer Geschichte ein spirituelles Prinzip zugrunde liegt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1133655965818615797?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1133655965818615797/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/ein-schutzengel-fur-deutschland.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1133655965818615797'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1133655965818615797'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/ein-schutzengel-fur-deutschland.html' title='Ein Schutzengel für Deutschland'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-366718667273162299</id><published>2010-10-08T23:45:00.000+02:00</published><updated>2010-10-08T23:46:40.975+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Warum ich nicht mehr gerne in Buchhandlungen gehe</title><content type='html'>Buchhandlungen habe ich früher geliebt. Stundenlang konnte ich da herumstöbern - wenn mich die Verkäuferin nicht vorher gefragt hat, ob sie mir behilflich sein könne. Heute habe ich für einen Freund ein Buchgeschenk gekauft – und auf einmal wurde mir bewußt, daß mich die Umgebung abstößt. Natürlich habe ich mir überlegt, warum das so ist. Hier das Resultat:&lt;br /&gt;1. der pseudointellektuelle Buchhändler vom Typ Germanistik-Student im 25. Semester, der sich während des Kassierens am Handy lauthals über die furchtbaren Sauereien echauffiert, die zur Zeit in Stuttgart laufen.&lt;br /&gt;2. das linksliberale Mainstream-Sortiment, das einem von den Regalen in seiner ganzen breitspurigen Dürftigkeit entgegenkreischt. Das ist wirklich nichts dabei, was mich interessiert.&lt;br /&gt;3. die Kundschaft, beispielhaft repräsentiert durch jene verhärmt wirkende Mittfünfzigerin mit lederner Haut, grauem Bürstenhaarschnitt und Süddeutscher Zeitung unter dem Arm, die sich beim pseudointellektuellen Buchhändler erkundigt, ob „Sie noch was von 'Ljossa' da haben“ (wahrscheinlich hat sie den Namen gestern in ihrem Kulturradio zum ersten Mal gehört und nur den letzten Bestandteil behalten).&lt;br /&gt;Auf der Flucht gerate ich in einen jener mehrstöckigen Büchertempel, die der gebildete Literaturfreund höchstens mit Naserümpfen betritt. Und was sehe ich da? In der Mitte ein großer Tisch, voll beladen mit den roten Büchertürmen einer gewissen, nicht hilfreichen Neuerscheinung. (Beim pseudointellektuellen Qualitätsbuchhändler gibt's die höchstens ganz oben in der rechten Regalecke - das Geschäft will er sich denn doch nicht ganz entgehen lassen). Und neben den roten Türmen, o Wonne: Udo Ulfkotte! Manchmal verschafft mir sogar eine Buchhandlung meinen inneren Reichsparteitag.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-366718667273162299?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/366718667273162299/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/warum-ich-nicht-mehr-gerne-in.html#comment-form' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/366718667273162299'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/366718667273162299'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/10/warum-ich-nicht-mehr-gerne-in.html' title='Warum ich nicht mehr gerne in Buchhandlungen gehe'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3489006165547541536</id><published>2010-09-27T00:12:00.001+02:00</published><updated>2010-09-27T00:15:50.226+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilige'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Joseph Roth'/><title type='text'>Die kleine Therese, Joseph Roth und – Schnaps</title><content type='html'>Am 1. Oktober ist das Fest der heiligen Therese von Lisieux. Das weiß ich so genau, weil sie die Patronin der Schule ist, die ich besucht habe. Das hieß jedes Jahr: Patronatsfest, Schulgottesdienst und anschließend meist unterrichtsfrei, neun Jahre lang. Sowas prägt sich ein. Dennoch ist mir die heilige Therese in dieser Zeit nicht nähergekommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geändert hat sich das erst, als ich Joseph Roths Erzählung „Die Legende vom heiligen Trinker“ gelesen habe. Und das, obwohl die heilige Therese darin gar nicht selbst auftritt (oder vielleicht doch?). Es ist Roths letzte Erzählung, geschrieben, als er schon vom jahrelangen Alkoholmißbrauch gezeichnet war, und sie hat nicht mehr ganz den Glanz seiner früheren Werke. Aber die Geschichte ist ergreifend: Ihr Hauptperson ist der Trinker Andreas, ein Stadtstreicher in Paris. Ihm wiederfährt eines Tages – ja, was eigentlich: ein Zufall, ein Wunder? Jedenfalls schenkt ihm ein wohlgekleideter Herr 200 Francs. Und hier kommt die heilige Therese ins Spiel: Denn da Andreas ein Mann von Ehre ist, verabredet er mit dem Herrn, das Geld zurückzuzahlen. Aber nicht dem Spender, sondern der „kleinen Therese“ in ihrer Kapelle Sainte-Marie-de-Batignolles. Insgesamt dreimal widerfahren dem guten Andreas solche Zufälle, dreimal kommt er unversehens in den Besitz großer Geldbeträge. Aber er macht keinen guten Gebrauch davon. Seine schwachen Versuche, sich in die Gesellschaft zurückzuarbeiten, scheitern sehr schnell: an falschen Freunden, leichten Mädchen und vor allem am Schnaps. Nur an die kleine Therese denkt er, denn er macht sich auch dreimal auf in die Kapelle Sainte-Marie-de-Batignolles, um die Schuld zurückzuzahlen. Aber vor der Kirche ist auch eine Kneipe, und so ist der gute Vorsatz rasch vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da kommt die kleine Therese selbst zu ihm, in die Kneipe: „In diesem Augenblick tat sich die Tür auf, und während Andreas ein unheimliches Herzweh verspürte und eine große Schwäche im Kopf, sah er, daß ein junges Mädchen hereinkam und sich genau ihm gegenüber auf die Banquette setzte. Sie war sehr jung, so jung, wie er noch nie ein Mädchen gesehen zu glaubte, und sie war ganz himmelblau angezogen. Sie war nämlich blau, wie nur der Himmel blau sein kann, an manchen Tagen, und auch nur an gesegneten.“ Natürlich heißt das kleine Mädchen Therese, und es weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als der verwahrloste Mann ihm Geld aufdrängt. Während Andreas noch versucht, seine Schuld zu begleichen, bricht er zusammen, es geht mit ihm zu Ende. „Und man schleppt ihn, weil in der Nähe kein Arzt und keine Apotheke ist, in die Kapelle, und zwar in die Sakristei, weil Priester doch etwas von Sterben und Tod verstehen, wie die ungläubigen Kellner trotzdem glaubten; und das Fräulein, das Therese heißt, kann nicht umhin und geht mit.“ Hier stirbt Andreas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod!“ - das ist der letzte Satz der Geschichte. Roths eigener Tod war leider anders. Er starb in einem Armenhospital, im Delirium tremens, ans Bett festgeschnallt und ganz verlassen. Fast könnte man meinen, daß sein Tod seine Erzählung widerlegt hat. Mir hat sie aber die Augen geöffnet, für die kleine Therese und für das, was sie uns zeigen will: das Wunderbare des Glaubens, das der Alltagsvernunft widerspricht. Das Schwache und Zarte, das doch so stark sein kann. Und die Gnade, die uns nachgeht, auch wenn wir ihr ausweichen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3489006165547541536?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3489006165547541536/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/die-kleine-therese-joseph-roth-und.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3489006165547541536'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3489006165547541536'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/die-kleine-therese-joseph-roth-und.html' title='Die kleine Therese, Joseph Roth und – Schnaps'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4287160806238882807</id><published>2010-09-19T14:40:00.000+02:00</published><updated>2010-09-19T14:41:14.969+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilige'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Könnte katholischer Journalismus auch so aussehen?</title><content type='html'>„Schreiben Sie nichts, was nicht auch von der Jungfrau Maria unterschrieben werden könnte.“  Dieser Satz klingt so hoffnungslos naiv, so weltfremd, daß man fast darüber schmunzeln könnte. Aber er stammt von einem der erfolgreichsten katholischen Journalisten des 20. Jahrhunderts: dem heiligen Maximilian Kolbe. Verehrt wird er ja besonders als Märtyrer im Konzentrationslager Auschwitz. Weniger bekannt ist dagegen, daß dieser schmächtige, ständig von Krankheiten geplagte Franziskaner vor dem Krieg ein weltweit agierendes Presseunternehmen aufbaute. Die erfolgreichste von ihm herausgegebene Zeitschrift trug den wunderbar romantischen Titel „Ritter der Immaculata“ und erreichte immerhin eine Auflage von einer Million Exemplaren. Der „Ritter“, oder, wie er sich nannte, „Halbnarr“ der Immaculata, das war Kolbe selbst. Das Geheimnis seines Erfolges erklärt sein Biograph André Frossard so: „In der kleinformatigen Illustrierten“ wurde „nicht über die Welt für die Welt berichtet ..., sondern über den Himmel, über das Heil, das Leiden und die Hoffnung, eigentlich über all das, wovon die Presse nicht mehr spricht, sollte sie je davon gesprochen haben.“ Kolbe brachte seiner wachsenden Leserschaft das, „was den wenig gefragten Kern der menschlichen Natur ausmacht, nämlich den Wunsch zu glauben, zu hoffen und zu lieben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Anstatt das Böse zu fördern, indem man über es schreibt, gilt es, das Gute hervorzuheben, um es dadurch um so begehrenswerter zu machen. Wenn schon die Aufmerksamkeit der Gesellschaft oder der Autoritäten auf irgendetwas Böses gelenkt werden muß, dann muß dies mit Liebe und Diskretion für die darin verwickelten Personen geschehen; man darf nicht übertreiben, niemals weiter als notwendig in die Einzelheiten des Bösen vordringen, um es zu beseitigen.“ Auch das ist eine Anweisung Kolbes für seine Redakteure. Ich muß gestehen, daß mich solche Sätze ein wenig beschämen. Ich bin kein Journalist, aber einiges, was ich hier geschrieben habe, ist von  diesem Maßstab ziemlich weit entfernt. Könnte katholischer Journalismus heute noch so funktionieren? Ich glaube, daß der Kern der menschlichen Natur, von dem Frossard spricht, immer noch darauf wartet, angesprochen zu werden. Aber dazu müßte man wohl den den Glauben und die Unbekümmertheit eines Kolbe haben, der, so Frossard, einfach das „wiederholte ..., was ihm sein Herz eingab.“ Man müßte Sätze formulieren können wie diesen: „Ein einziger Akt vollkommener Liebe läßt die Seele wiedererstehen.“ Und man müßte so etwas nicht nur schreiben, sondern tun. So wie Kolbe es getan hat, als er in Auschwitz sein Leben für einen anderen, ihm völlig fremden Menschen opferte. Man müßte ... ja, müßte man das wirklich: ein Heiliger sein? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Zitate  aus dem Buch „Die Leidenschaft des Maximilian Kolbe: Eine Biographie“ von André  Frossard (Kreuz-Verlag Stuttgart 1988).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS. Allerdings brauche ich morgens nur fünf Minuten Frühstücksfernsehen zu gucken, um mir sofort einen ganz anderen katholischen Journalismus zu wünschen: einen, der der medialen Einheitsfront kräftig Contra gibt. Und das so aggressiv und polemisch wie möglich.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4287160806238882807?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4287160806238882807/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/konnte-katholischer-journalismus-auch.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4287160806238882807'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4287160806238882807'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/konnte-katholischer-journalismus-auch.html' title='Könnte katholischer Journalismus auch so aussehen?'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-9199918988649240224</id><published>2010-09-10T12:27:00.001+02:00</published><updated>2010-09-10T12:31:02.388+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsche Literatur'/><title type='text'>Kitsch, Intrigen, Mittelmaß: die deutsche Nachkriegsliteratur</title><content type='html'>Wer etwa noch Illusionen über die deutsche Nachkriegsliteratur hatte, dem werden sie durch den neuesten Essay von Thorsten Hinz, dem wortgewaltigen Autor der Jungen Freiheit, gründlich geraubt. In dem Bändchen „Literatur aus der Schuldkolonie“ präsentiert er die erste Garde der Nachkriegsautoren als einen Klüngel von Zeitgeistrittern, der seine Quasimonopolstellung durch eine Mischung aus Doppelmoral, Opportunismus und handfester Intrige errungen hat. Gemeint sind die Autoren der sogenannten Gruppe 47, deren jahrzehntelange Vormachtstellung erst heute allmählich durch den (über-)fälligen Generationenwechsel zu Ende geht. &lt;br /&gt;Hinz' gedankliche Grundfigur ist in dem Begriff der Schuldtranszendez ausgedrückt. Er meint die Verabsolutierung des Holocaust zum Menschheitsverbrechen, die den Deutschen nach '45 eine unlebbare Negatividentität aufgezwungen habe. Das ist natürlich starker Tobak und für die Jünger der Political Correctness eine Blasphemie. Aber es erweist sich als probater Schlüssel für die Irrungen und Wirrungen deutscher Literatur nach 1945. Hinz macht für die Entstehung dieses Vorstellungskomplexes zwei Urheber verantwortlich: Die Amerikaner und Thomas Mann. Die Amerikaner mit ihrem Versuch der „Re-Education“ der Deutschen, Thomas Mann mit seinem Roman „Doktor Faustus“. Er appliziert das Motiv des Teufelspaktes auf den vermeintlich zum Diabolischen geneigten deutschen Nationalcharakter und gelangt so zur Gleichsetzung alles Deutschen mit dem absolut Bösen. Die Konsequenz, nach Hinz: „So erscheinen die Kultur und Geschichte Deutschlands als ein diabolisch inspiriertes Schuldverhängnis, das sich in der Raserei des Nationalsozialismus vollendet ... und durch die Kriegsgegner verdientermaßen an sein Ende gebracht wird.“ &lt;br /&gt;Es blieb den Autoren der Gruppe 47 vorbehalten, diese Grundidee zu verflachen, zu popularisieren und weiter zu entfalten. Alfred Andersch etwa feierte 1952 in den „Kirschen der Freiheit“ seine eigene Desertion bei Kriegsende als notwendige Delegitimation der Loyalität zum eigenen Volk, gerechtfertigt dadurch, daß „die Deutschen als Nation tot sein würden, so wie alle Nationen“. Wolfgang Koeppen gelang in seinem „Aufzeichnungen aus einem Erdloch“ (1948) zum ersten Mal der Kunstgriff, sich bei der Darstellung der NS-Zeit nachträglich in die Perspektive der Opfer zu versetzen (hier des Juden Jakob Littner), ein Verfahren, das bis heute für sicheren Beifall gut ist. Und Heinrich Böll, der Großmeister der von ihm selbst ausgerufenen „Ästhetik des Humanen“, schaffte in den 60er Jahren den Übergang vom Vergangenheitsbewältiger zum moralisierenden Gesellschaftskritiker: Sein „Clown“ Hans Schnier, der nichts arbeitet, aber die Gesellschaft ständig mit hysterischen Anklagen überzieht, wäre heute als Leiter eines staatlich finanzierten Antirassismus-Projekts prädestiniert. Und die Hauptfigur aus „Gruppenbild mit Dame“, Leni Pfeiffer, nimmt gar die ganze Last der deutschen Geschichte auf sich. Sie bekommt ihr erstes Kind von einem russischen Kriegsgefangenen, ihr zweites von einem türkischen Gastarbeiter. In derartigem Sozialkitsch ruhen unverkennbar die geistigen Fundamente der heutigen Multikulti-Republik.&lt;br /&gt;Das aufschlußreichste Kapitel des Buches behandelt den Schriftsteller Gerd Gaiser, der in den fünfziger Jahren die historischen Ereignisse nicht aus der Perspektive der Sieger, sondern aus einer einer deutschen Binnensicht zu zeichnen versuchte. Das konnte die linke Intelligentsia nicht dulden, und so wurde Gaiser durch eine konzertierte Attacke der Kritiker Walter Jens und Marcel Reich-Ranicki literarisch vernichtet. An seiner Stelle schob das Literatur-Establishment den mittelmäßigen Böll in den Vordergrund. An diesem Beispiel wird besonders deutlich, wie viel der Siegeszug der Gruppe 47 mit Repression und geistiger Uniformisierung zu tun hatte. Hinz ist ein scharfsinniges, funkelndes Buch gelungen, das trotz seines schmalen Umfangs mehr Erkenntnis vermittelt als manch dickleibiger Germanistenwälzer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thorsten Hinz: Literatur aus der Schuldkolonie. Schreiben in Deutschland nach 1945. Schnellroda: Edition Antaios 2010.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-9199918988649240224?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/9199918988649240224/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/kitsch-intrigen-mittelma-die-deutsche.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9199918988649240224'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9199918988649240224'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/09/kitsch-intrigen-mittelma-die-deutsche.html' title='Kitsch, Intrigen, Mittelmaß: die deutsche Nachkriegsliteratur'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7499092144756796754</id><published>2010-08-24T14:23:00.001+02:00</published><updated>2010-08-24T14:23:58.037+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konversion'/><title type='text'>Tempelritter, Dandys und Gelehrte: G. A. Oblinger über Konvertiten</title><content type='html'>Benita hat ja angekündigt, mit dem Bloggen eine Pause zu machen. Obwohl ich ihre Beiträge sicher nicht ersetzen kann, werde ich hier in Zukunft hin und wieder doch etwas veröffentlichen: Buchbesprechungen, Leseeindrücke oder was mir sonst so durch den Kopf geht. Heute also eine Buchvorstellung. Sie beginnt mit einem Zitat. Der französische Autor André Frossard schreibt in seiner Autobiographie „Gott existiert. Ich bin ihm begegnet“: „Dieses Buch erzählt nicht, wie ich zum katholischen Glauben kam, sondern wie ich nicht dorthin ging und mich plötzlich dort befand. Es ist nicht die Darstellung einer geistigen Evolution, sondern ... so etwas wie die Zeugenaussage über einen Unfall.“ Gelesen habe ich das in dem Buch „Gesucht – gefunden. Bedeutende Konversionen“ von Georg Alois Oblinger, seines Zeichens Pfarrer und nebenher Autor für verschiedene Zeitungen, darunter die Junge Freiheit. Frossard beschreibt damit das völlig Unterwartete seiner Konversion, und für Oblinger illustriert das Zitat eine seiner Leitthesen: Daß Konversionen, Bekehrungen, geistige Lebenswenden nicht nur das Ergebnis einer religiösen Suche sind, sondern oft auch des unvermuteten, pötzlichen Einbruchs der göttlichen Gnade. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Theologische Reflexionen stehen aber nicht im Mittelpunkt dieses Buchs, sondern flott geschriebene Porträts, Lebensskizzen, angefangen von der biblischen Sünderin Maria Magdalena und endend bei Ernst Jünger. Und Oblinger versteht unter Konversion nicht nur formelle Konfessionswechsel, sondern auch Bekehrungen, die zu einem vertieften Verhältnis zum „ererbten“ Glaubens führten wie etwa bei Blaise Pascal. Eine wahrlich bunte Schar zieht da am Leser vorüber; große Kirchenmänner wie Augustinus oder Kardinal Newman, Gelehrte wie Jacques Maritain oder C. S. Lewis, Dandys wie Jules Barbey d'Aurevilly. Oblingers besondere Liebe gehört dabei den Intellektuellen und Schriftstellern, den Querköpfen und Unruhestiftern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Porträts, die ich besonders interessant fand, möchte ich hervorheben. Da ist zunächst der französische Schriftsteller Joris-Karl Huysmans, der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in seinen Skandalromanen „A rebours“ und „La-bas“ Ästhetizimus wie Okkultimus literarisch durchspielte. 1892 trat er in ein Trappistenkloster ein, später lebte er in einem Benediktinerkloster und schrieb weitere Romane wie „En route“ und „La Cathédrale“, in denen er über die Beschäftigung mit Mystik und monastischer Liturgie zum Wesen des Glaubens vordringt. Der deutsche Schriftsteller Hugo Ball, Gründungsvater des Dadaismus, konvertierte 1920 zum Katholizismus. Danach schrieb er unter anderem über die griechischen Kirchenväter das Buch „Byzantinisches Christentum“, das Hermann Hesse als „das schönste mir bekannte religiöse Buch“ bezeichnet hat. Die expressionistische Lyrikerin Claire Goll schrieb über Ball: „Hugo Ball hatte etwas von einem Mönch, einem Tempelritter, der sich auf einen Kreuzzug begab, um die Menschheit zu retten.“ Und schließlich als Kontrast der englische Satiriker Evelyn Waugh, der auch nach der Konversion sein Partyleben fortsetzte, freilich mit dem Unterschied, daß er jetzt regelmäßig zur Beichte ging. Seine Romane wie „Wiedersehen in Brideshead“ oder „Scoop“ (eine Abrechnung mit dem Sensationsjournlismus) sind ganz der Gegenwart verhaftet, deren Hedonismus Waugh attackiert, und gegen deren Orientierungslosigkeit er Halt in der katholischen Kirche suchte. So kritisierte Waugh auch die Liturgiereform nach dem Konzil: „Ich habe mich getäuscht und habe dort, wo ich Unwandelbares vermutete, Spuren einer Revolution wahrgenommen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oblinger beherrscht die Kunst, sein Thema leicht und eingängig zu servieren. Das geht zwar manchmal auf Kosten des Tiefgangs, aber das macht nichts, interessant ist es allemal. Dafür sorgen auch die Zitate, die meist relativ unverbunden, aber gut ausgewählt am Ende der Porträts stehen. Deshab noch eine kleine Kostprobe:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die einzige Frage, die wirklich zählt – ob die Kirche tatsächlich verrückter ist als die Welt.“ (Gilbert Keith Chesterton)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Um nicht in den Verdacht des Fanatismus zu geraten, haben sich die modernen Prediger etwas ausgedacht, was sie mit Bescheidenheit das Wort Gottes nennen. Es besteht darin, stundenlang zu salbadern und sich mit vollendeter Geschicklichkeit um das Ja und Nein herumzudrücken.“ (Léon Bloy)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wäre ich nicht Katholik, dann wäre ich noch viel unaustehlicher.“ (Evelyn Waugh)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Georg Alois Oblinger: Gesucht – gefunden. Bedeutende Konversionen. Kissleg: Fe-medien 2009.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7499092144756796754?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7499092144756796754/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/tempelritter-dandys-und-gelehrte-g.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7499092144756796754'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7499092144756796754'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/tempelritter-dandys-und-gelehrte-g.html' title='Tempelritter, Dandys und Gelehrte: G. A. Oblinger über Konvertiten'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2002033552452186633</id><published>2010-08-08T14:59:00.001+02:00</published><updated>2010-08-08T14:59:43.197+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Literatur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Motive'/><title type='text'>Was uns die Bienen sagen</title><content type='html'>Neben dem Faulenzen gehört es zu meinen liebsten Urlaubsbeschäftigungen, Wissen zu erwerben, das ich nicht brauche. Deshalb habe ich mir einen Vortrag über Bienen angehört. Bienen sind so, wie die Deutschen mal waren: arbeitsam, durchorganisiert und undemokratisch. Aber sie sind auch poetisch: Blumenfreunde und Honigliebhaber wissen sie zu schätzen. Romatischerweise haben sie eine Königin. Und die Kunstfertigkeit, mit der sie ihre Waben errichten - jede einzelne exakt gleich groß - finde ich faszinierend. Irgendwie sind sie mir sympathisch, die Bienen. Jetzt sind sie vom Aussterben bedroht. Die Varroa-Milbe, ein Schädling, setzt ihnen zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens bin ich in guter Gesellschaft, denn auch Friedrich Spee hat sich schon für die Baukunst der Bienen begeistert: „Und wer nun mags ersinnen,/ Wie dan mitt schöner Kunst/ Das Werck sie da beginnen/ In lauter schwartzem Dunst?“,  dichtete er, fasziniert von den „vöglein wunder fein“ und ihrer verborgenen Kunst. „Vil wunder von Gebeuen,/ Vil Heußlein auff das best,/ Im duncklen gar ohn scheuen/ Sie da dann gründen fest“. Das ganze Gedicht hat übrigens 44 Strophen und heißt: „Lob des Schöpffers darinn ein kleines wercklein seiner Weißheit, nemblich die wunder liebliche Handthirung der Immen oder Bienen Poetisch beschrieben wird“ - einen solchen Titel muß man einfach vollständig zitieren. Spees evangelischer Kollege und Zeitgenosse, Georg Philipp Harsdörffer, brauchte für das gleiche Thema. protestantisch sparsam, nur sieben Strophen. Seine „Immen“ sind ein Bildnis christlicher Liebe: Wie sie sollen „alle Christen/ nach Hönig wahrer Lieb/ ohn Haß und Neid gelüsten/ aus freiem Herzenstrieb.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die poetische Bienentheologie ist also interkonfessionell, ein ökumenisches Erbe. Sie hat zwei Väter: Vergil und den heiligen Hieronymus: Vergil, weil er die Bienenzucht im vierten Kapitel seiner Georgica beschrieben und dadurch literarisch geadelt hat. Und Hieronymus, weil er die Bienen als Vorbilder für die Menschen hingestellt hat: „Richte Bienenstöcke ein ... und lerne von den kleinen Wesen, wie Ordnung und Zucht im Kloster zu wahren sind“, empfahl er. Die Klöster haben sich daran gehalten, und die Bienenzucht gerne betrieben – nicht zuletzt, weil sie Wachs für die Kerzenherstellung brauchten. Aus dieser Beschäftigung ist einer der ältesten deutschen Texte überhaupt hervorgegangen: der Lorscher Bienensegen aus dem 10. Jahrhundert. Er hat den profanen Zweck, den Bienenschwarm davon abzuhalten, sich auf Nimmerwiedersehn in den nächsten Wald zu verabschieden: „Sitze, sitze, Biene, dir gebot es Sancta Maria/ Urlaub habe nicht, zum Walde fliehe nicht!“ Die Bienen sollten arbeiten: „Sitz ganz stille, wirk Gottes Willen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die bekannteste Biene stammt aus dem 20. Jahrhundert. Allerdings ist Maja nicht so sehr durch die Kinderbücher von Waldemar Bonsels, sondern durch die Zeichentrickserie der 70er Jahre berühmt geworden. Als Geschöpf der Moderne hat sie sich von der lästigen Hausarbeit emanzipiert: Sie flattert mit Freund Willi umher und bringt uns die Wunder der Natur nahe. So hat sie schon vor dreißig Jahren das Berufsbild der Umwelt- und Erlebnispädagogin kreiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch auch die höhere Literatur hat sich weiter mit den Bienen befaßt: Ernst Jünger zum Beispiel, der sich auch sonst für allerlei Krabbelgetier interessiert hat. Er veröffentlichte 1957 den Zukunftsroman „Gläserne Bienen“. Das sind allerdings vollautomatisierte Miniroboter, deren Arbeitsleistung technologisch optimiert wurde: Sie saugen den Blumen sämtliche Nährstoffe aus, worauf diese absterben. Mit einer so traurigen Betrachtung soll dieser Beitrag nicht enden. Da ist mir die Biene lieber, die Carmen Bernos de Gasztold in ihren „Gebeten aus der Arche“ zu Wort kommen läßt: „Laß mein kleines Teilchen heißen Lebens/ einschmelzen in das große gemeinsame Schaffen,/ daß sich erhebe, zu Deinen Ruhme,/ dieser Tempel von Süße,/ diese Burg von Wohlgeruch,/ diese große Kerze, aus Kammern gebaut,/ geformt von Deinen Gnaden/ und meiner verborgenen Mühe.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2002033552452186633?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2002033552452186633/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/was-uns-die-bienen-sagen.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2002033552452186633'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2002033552452186633'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/was-uns-die-bienen-sagen.html' title='Was uns die Bienen sagen'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-263459325710023716</id><published>2010-08-08T14:48:00.000+02:00</published><updated>2010-08-08T14:48:09.117+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><title type='text'>Nur für Mädchen: Bella und Edward</title><content type='html'>Feuilletonisten halten meist nicht viel von ihr. Doch die Leserinnen lieben sie: Stephenie Meyer.&amp;nbsp; Über ihren Erfolg braucht man sich nicht zu wundern. Ihre Zielgruppe sind Mädchen, die etwas jünger sind als ihre 17jährige Heldin Bella, und Stephenie Meyer weiß, was sie lesen wollen: die Geschichte von der Prinzessin, die erweckt wird, von der normalen 17Jährigen, die von einem Mann geliebt wird, mit dem sich der pubertierende Banknachbar in der Schule nicht messen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meyers altruistischer Vampir mit dem schönem, blassen Gesicht und dem Jane-Austen-Namen Edward ist ein ritterlicher Held, wie er in Liebesgeschichten auftaucht, seit es dieses Genre gibt. Mehr noch: In ihm wird diese Figur auf die Spitze getrieben, denn da er als Vampir unsterblich ist, währt seine Liebe ewig. Sind Meyers Romane, in denen sich alle Topoi der Mädchenliteratur, finden Kitsch? Vielleicht. Doch die meisten Mädchen mögen&amp;nbsp; solche Erzählungen nun einmal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stephenie Meyers Geschichten sind also nichts Außergewöhnliches, sie wurden zu  allen Zeiten erzählt, und beinahe wirken sie banal. Doch vorgeworfen wird ihnen meist etwas ganz Anderes. So hält die "&lt;a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article7843737/Die-grosse-Blutwaesche.htm"&gt;Welt&lt;/a&gt;" Stephenie Meyers Romane für "reaktionär", stört sich an ihrem Mangel an political correctness und wirft ihren Vampiren allzu viel Bürgerlichkeit und Traditionsbewußtsein vor,&amp;nbsp; "da und dort schreiten sie   mittlerweile sogar zum Kirchgang":&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wer die Zeichen in den Romanen  richtig liest, erkennt sie als  religiöse Unterweisung. Über  Homosexuelle etwa mag Stephenie Meyer  nicht mal reden, und mit ein  bisschen Deutungskraft wird "Twilight"  schnell zur  Bekehrungsgeschichte. Das moderne Mädchen Bella Swan gibt  ihre  Karrierepläne auf, nimmt den Glauben patriarchalischer Mormonen an,  die  hier in Vampirkostümen stecken und gegen Sünden streiten, die der   Mehrheit unbekümmerter Leser gar nicht mehr als Sünde gelten: Sex vor   der Ehe etwa.&lt;br /&gt;Den Mythos vom Vampir als Antichrist hat Meyer auf  den  Kopf gestellt, in den Wohnzimmern ihrer Untoten hängen sogar  Kreuze.  Dafür kehrt "Twilight" zur sexuellen Schwüle des 19.  Jahrhunderts  zurück. Das Pulsieren des Bluts rührt von der  Unterdrückung sündiger  Triebe. Kein Wunder, dass Sex mit dem Monster  bei Meyer der  Fortpflanzung dient. Und niemand stülpt über den  Vampirzahn ein Kondom."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stephenie Meyers Fehler also: Sie unterwirft sich nicht der herrschenden Ideologie. &lt;br /&gt;Ohnehin muß diese Autorin den Feuilletonisten ein Dorn im Auge sein. Junge Schriftstellerinnen sind zwar gefragt,&amp;nbsp; aber sie sollten kaputt aussehen, aus ihrem Sexleben erzählen und den Götzen des Feminismus opfern. Doch Stephenie Meyer ist nicht Charlotte Roche und sieht nicht so aus. Sie schreibt nicht über  Körperflüssigkeiten, sondern klassische Jugendbücher. Sie trägt mit Mitte 30 keine Hello  Kitty-Taschen mehr spazieren, sondern ist Hausfrau und  dreifache Mutter. Noch dazu ist sie religiös. Das Anathema war quasi unvermeidbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch der Markt gibt den Ideologen wie so oft unrecht, was Stephenie Meyers beinahe märchenhafter Erfolg beweist.&amp;nbsp; Mädchen träumen eben auch heute noch vom Prinzen, und jene Elemente der Mädchenliteratur, die sie dem Feuilleton so verhaßt machen, dürften die Autorin reich gemacht haben: der Traum von der einen großen Liebe und der Wunsch, auf den Richtigen zu warten, gehören dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch heute gilt als bedrohlich, was in allen Zeiten selbstverständlich war. Wer träumt und wartet, wird unabhängig  von seinen Bedürfnissen. Er läßt sich nicht so leicht zu einem  konsumfixierten, von schneller Wunscherfüllung abhängigen Untertanen  abrichten. Und wer nicht mehr Sklave seiner  Bedürfnisse ist, könnte  sich hervorwagen zu Geist und Ideen. Schlimmer noch: Einem Mädchen, das wie Bella über jeden Blick, jede Geste und jedes Wort des Geliebten nachdenkt, könnten die Glücksversprechen einer übersexualisierten Gesellschaft, schnelle Triebbefriedigung also, reizlos erscheinen. Es besteht das Risiko, daß sie die kulturelle Leistung des Wartens zu schätzen lernt, daß sich ihre Gefühlswelt  verfeinert und sie die Kunst der Sublimierung lernt. Auch deshalb gehört "Twilight" in den Giftschrank - wenn es nach den linken Ideologen und Sozialingenieuren geht, die Gefühle, Bindungen und Familien zerstören wollen, damit das Individuum allein dem Staat gegenübersteht und ihm ausgeliefert ist. Der Gedanke an dauerhafte Liebe ist für sie so gefährlich wie der Glaube an das objektiv Schöne.&amp;nbsp; Denn auch solche Ideen machen frei, und so ist selbst die Ernüchterung nach einem Traum gefährlich, denn sie setzt das Hohe voraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Zeit bringt nicht viele große Liebesromane hervor, weil die Liebe banalisiert&lt;br /&gt;wurde. Die Unmittelbarkeit der Bedürfnisbefriedigung läßt keine Zeit mehr für Träume, Ideen und Projektionen. Doch wer schon vor Stephenie Meyer warnt, muß Flaubert und Stendhal für Sprengstoff halten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-263459325710023716?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/263459325710023716/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/nur-fur-madchen-bella-und-edward.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/263459325710023716'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/263459325710023716'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/08/nur-fur-madchen-bella-und-edward.html' title='Nur für Mädchen: Bella und Edward'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1300424842741175958</id><published>2010-07-15T16:32:00.000+02:00</published><updated>2010-07-15T16:32:35.829+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>God is not my thing</title><content type='html'>Ein bißchen Smalltalk in fehlerhaftemEnglisch kann fast jeder, aber wenn Gespräche in internationaler Runde plötzlich ins Ernsthafte abgleiten und sogar die Religion ins Spiel kommt, wird's schwierig. Vor allem für Katholiken, denn unser Glaube weist ja schon einen gewissen Grad an Komplexität auf. Der religiös Desinteressierte sagte, daß er nicht weiß, who God is und wenn er es sich aussuchen würde, würde er a mix from the best of all religions bevorzugen. Die liberale Protestantin dachte ähnlich. Der Evangelikale beeindruckte mit dem klaren Statement, daß jeder must accept Jesus as his saviour. Und dann sagte irgendjemand: "The catholics only believe in the Pope, Mary und God Father, but not in Jesus. Das war dann my turn, und als erstes stieß ich heftig gestikulierend das apodiktische Statement "It's not true!" hervor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer schon mal versucht hat, in einer Sprache, die er nicht richtig beherrscht, den Begriff der Realpräsenz zu erklären, kann sich vielleicht vorstellen, was für eine Katastrophe dann folgte. Der Punkt ging diesmal jedenfalls an den Evangelikalen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Erklärungen haben mich ein wenig an David Sedaris' Geschichte "Jesus schummelt" erinnert. Dort geht es darum, daß die Schüler einer Pariser Sprachschule in ihrem Französisch-Kurs aufgefordert werden zu erklären, was Ostern ist:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Polinnen nahmen sich als erste im Rahmen ihrer Möglichkeiten der Aufgabe an. "Es ist", begann die eine, "eine Party für die kleine Junge von Gott, die heißt Jesus, und... ach Scheiße." Da sie nicht mehr weiterwußte, eilte ihre Landsmännin ihr zu Hilfe. "Die heißt Jesus, und dann ist gestorben an zwei ... Bretten ... aus Holz."&lt;br /&gt;Der Rest der Klasse warf weitere Informationshappen in die Runde, die dem Papst auf der Stelle ein Aneurysma beschert hätten.&lt;br /&gt;"Ein Tag er ist gestorben, und dann er geht über meinen Kopf zu leben bei dein Vater."&lt;br /&gt;"Er hat gehabt lange Haare, und wenn ein Tag tot, er zurückgekommen und hallo gesagt zu die Leute."&lt;br /&gt;"Er nett, der Jesus."&lt;br /&gt;"Er gemacht die gute Sachen, und an die Ostern wir traurig, weil jemand ihn totgemacht heute."&lt;br /&gt;Ein Teil des Problems hatte mit der Grammatik zu tun. Wenn schon einfache Vokabeln wie Kreuz oder Auferstehung außerhalb unserer Möglichkeiten lagen, so erst recht komplizierte reflexive Formen wie "für uns zu opfern deinen eingeborenen Sohn."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[David Sedaris, Gute-Nackt-Geschichten, Frankfurt am Main 2005, S. 572f.]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch manchmal nutzt auch Sprachbeherrschung nichts. So ging es mir jedenfalls, als ich mal einer Thailänderin, die nur mäßige Deutschkenntnisse hatte, den Begriff des "Gewissens" erklären wollte. Am Ende habe ich einen Kopf gezeichnet, in dem ein kleines Männchen sitzt, das sagt: "Du sollst nicht stehlen." Die Thailänderin schaute mich daraufhin sehr mitleidig an. Wahrscheinlich denkt sie nun, daß alle Deutschen Stimmen im Kopf hören.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1300424842741175958?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1300424842741175958/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/07/god-is-not-my-thing.html#comment-form' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1300424842741175958'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1300424842741175958'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/07/god-is-not-my-thing.html' title='God is not my thing'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1258100317577432943</id><published>2010-07-02T20:19:00.001+02:00</published><updated>2010-07-02T20:21:57.077+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Josef Pieper'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Thomas von Aquin'/><title type='text'>Josef Pieper: Vom Sinn der Tapferkeit</title><content type='html'>Die Süddeutsche fordert von der Kirche mehr „&lt;a href="http://politischunpolitisches.blogspot.com/2010/06/nochmal-suddeutsche.html"&gt;Demut&lt;/a&gt;“ in der Mißbrauchsdebatte. Daß zur Demut auch die Hinnahme falscher Anschuldigungen gehört, wissen die Redakteure der SZ vermutlich nicht – oder setzen sie darauf, daß dies ihr Geschäft erleichtert? Das Perfide an ihrer Empfehlung ist ja, daß sie mit einem verbreiteten Klischee arbeitet: daß es nämlich christlich sei, Angriffen keinen Widerstand zu leisten, sondern sie duldsam hinzunehmen. Dem steht freilich eine andere, sehr alte christliche Tugend entgegen: die Tapferkeit. Ihr hat Josef Pieper 1934 ein kleines Büchlein gewidmet, das auch heute noch lesenswert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der „Einleitung über das Menschenbild des liberalen Zeitalters“ weist Pieper der Tapferkeit das Amt zu, gegen die Macht des Bösen in der Welt zu kämpfen. Denn die „Existenz des Bösen, des Bösen in der menschlichen und in der dämonischen Welt“ ist für ihn eine „metaphysische Tatsache“. Damit ist zugleich klar, daß die Aufklärung zur Tapferkeit kein Verhältnis haben kann, denn sie habe das Böse aus der Welt herausphilosophiert. Einer unreflektierten Verherrlichung der Tapferkeit erteilt Pieper aber auch eine Absage. „Die Tapferkeit“, so sagt er mit dem heiligen Ambosius, „darf sich selbst nicht trauen.“ Dies erklärt er, indem er die Tapferkeit in das System der vier Kardinaltugenden einordnet, die das Christentum aus der antiken Philosophie übernommen hat: „Jedes Kind weiß, daß in der Reihe der Kardinaltugenden die Tapferkeit an dritter Stelle genannt wird. Diese Aufzählungsfolge ist nicht zufällig: sie ist zugleich Sinnfolge.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was früher einmal jedes Kind wußte, muß man heute (auch mir) erklären, also: die vier Kardinaltugenden – Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß – kriegt man zur Not ja noch zusammen, aber was sie bedeuten, welche philosophischen Gedanken hinter diesen Begriffen stecken, und wie das alles mit der Tapferkeit zusammenhängt, die sich immer von Klugheit und Gerechtigkeit leiten lassen muss, das erklärt Pieper in seinem für ihn typischen, klaren und präzisen, an Thomas von Aquin, seinem wichtigsten Gewährsmann, geschulten Stil. Pieper will gar nicht originell sein; „über den christlichen Sinn der Tapferkeit private Meinungen vorzubringen“, hat für ihn „wenig Wert“. Was man von ihm bekommt, ist daher das katholische Lehramt, repräsentiert durch die Autorität des heiligen Thomas. Es ist – vorkonziliare Theologie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man diese Ausführungen liest, wird einem der grundsolide Realismus vor Augen geführt, der dieses Lehramt auszeichnet. Es ist nämlich alles andere als weltfremd und verstiegen, wie man ihm gern vorwirft, sondern pragmatisch und weltzugewandt. Dabei kämpft es zugleich mit offenem Visier, sagt klar, was gut und böse, richtig und falsch ist, und das immer auf der Basis von logischen Argumenten, nicht von Emotionen oder Wunschvorstellungen – eine wirkliche Lebenslehre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber ist nun Tapferkeit? Pieper definiert sie als „die Bereitschaft zu fallen“: Das hört sich ziemlich kriegerisch, ja militaristisch an, zumal vor dem zeithistorischen Hintergrund des Buches. Gemeint ist aber etwas anderes: „Tapferkeit setzt Verwundbarkeit voraus; ohne Verwundbarkeit gibt es nicht einmal die Möglichkeit der Tapferkeit. Ein Engel kann nicht tapfer sein, weil er nicht verwundbar ist. Tapfer sein heißt nämlich: eine Verwundung hinnehmen können ... Die äußerste und tiefste Verwundung aber ist der Tod.“ Es geht also gerade nicht um kriegerische Triumphe; in der christlichen Tradition ist die höchste Verkörperung der Tapferkeit der Märtyrer: „Wir siegen, wenn wir niedergemacht werden; wir entrinnen, wenn wir vor den Richter geführt werden“, sagt Tertullian. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das klingt wieder sehr nach Weltverachtung. Es ist aber nur die eine Seite der Medaille und gilt nur für den Extremfall. Denn zur Tapferkeit gehört auch die Bereitschaft zum Angriff. Nach Thomas hat sogar der Zorn in diesem Zusammenhang seine Berechtigung: Der Tapfere, so sagt er, nimmt den Zorn auf („fortis assumat iram in actum suum“), „denn es ist dem Zorn eigentümlich, das Übel anzuspringen, und so wirken Tapferkeit und Zorn unmittelbar ineinander“. Hier wird etwas von der aktiven, vitalen und kämpferischen Seite des Christentums deutlich, die man leider viel zu selten zu sehen bekommt – nicht nur in der gegenwärtigen Situation. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, liebe Mitkatholiken: Wir müssen gar nicht immer „die andere Wange hinhalten“! Unser „allgemeiner Lehrer“ Thomas von Aquin hat die Bergpredigt jedenfalls anders gedeutet: „Denn die heilige Schrift ist von dem zu verstehen, was Christus und die Heiligen praktisch verwirklicht haben. Christus aber hat nicht die andere Wange hingehalten, als er vom Knecht des Hohenpriesters geschlagen wurde, sondern er hat entgegnet: „Habe ich Unrecht geredet, so beweise mir das Unrecht, habe ich aber recht geredet, warum schlägst du mich?“ (Joh 18,23) Deshalb, so Thomas, „versteht eine wörtliche Auslegung die Weisung der Bergpredigt falsch: Diese meint vielmehr die seelische Bereitschaft, ohne verwirrende Bitterkeit gegen den Angreifer Ähnliches und Schwereres zu ertragen, wenn es notwendig ist.“ Die Süddeutsche Zeitung zu ertragen, ist aber nicht notwendig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1258100317577432943?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1258100317577432943/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/07/josef-pieper-vom-sinn-der-tapferkeit.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1258100317577432943'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1258100317577432943'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/07/josef-pieper-vom-sinn-der-tapferkeit.html' title='Josef Pieper: Vom Sinn der Tapferkeit'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-746628377554976012</id><published>2010-06-25T22:43:00.001+02:00</published><updated>2010-06-25T22:46:32.327+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Euthanasie'/><title type='text'>Selbstbestimmtes Sterben?</title><content type='html'>Unter dem Jubel der Medien, der Parteien und der evangelischen Kirche hat der Bundesgerichtshof das Tor zur flächendeckenden Anwendung der Euthanasie ein Stück weiter geöffnet. Künftig genügt schon der irgendwann einmal mündlich geäußerte Wille des Patienten, um nicht nur eine medizinische Behandlung, sondern auch die Versorgung mit Nahrung abzubrechen. „BGH stärkt Recht auf selbstbestimmtes Sterben“, frohlockt etwa die FAZ. Mal wieder werden die elementarsten Grundsätze objektiver Berichterstattung außer acht gelassen und die Propagandaparolen der Euthanasie-Lobby bedenkenlos für bare Münze genommen. Laut Urteilsbegründung kommt es auch nicht mehr darauf an, „ob die Grunderkrankung einen irreversibel tödlichen Verlauf genommen hat“. Entscheidend sei allein der Wille des Patienten, schreibt die FAZ. Der Tod als letztes Heilsversprechen einer sich absolut setzenden Selbstbestimmungsideologie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt nicht, das ich grundsätzlich gegen Sterbehilfe wäre. Auch heute ist sie ja unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Doch der Anspruch, Anfang und Ende des Lebens selbst zu bestimmen, führt den Menschen in ein fatale Falle. Robert Spaemann hat es so auf den Punkt gebracht: „Macht man aus der Selbsttötung ein Recht, dann hat das schlimme Folgen. Dann trifft den Träger dieses Rechtes die Verantwortung für alle Folgen, alle Belastungen persönlicher und finanzieller Art, die sich daraus ergeben, dass er von diesem Recht keinen Gebrauch macht. Dadurch entsteht mit logischer Notwendigkeit ein unzulässiger Druck auf den Kranken oder Alten. Von der Verantwortung ist der Patient nur frei, wenn es für ihn gar keine rechtliche Möglichkeit gibt, seine Tötung durch andere zu erreichen." (Danke an P. Recktenwald für das &lt;a href="http://www.kath-info.de/euthanasie.html"&gt;Dossier&lt;/a&gt;, aus dem das Zitat stammt!) Die Erfahrungen, die man in den Niederlanden und anderswo mit der Liberalisierung der Sterbehilfe gemacht hat, sprechen dafür, daß genau das eintrifft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die katholische Kirche? Von ihr habe ich noch nichts zu dem Fall gehört. Gedemütigt durch die Selbstzerfleischung der letzten Wochen, gejagt durch die Mißbrauchskampagne der Mainstream-Medien, wagt hier offenbar niemand mehr, gesellschaftliche Fehlentwicklungen beim Namen zu nennen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-746628377554976012?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/746628377554976012/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/selbstbestimmtes-sterben.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/746628377554976012'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/746628377554976012'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/selbstbestimmtes-sterben.html' title='Selbstbestimmtes Sterben?'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1692273132913020123</id><published>2010-06-23T12:56:00.000+02:00</published><updated>2010-06-23T12:56:11.276+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fußball'/><title type='text'>Deutschland gegen Ghana</title><content type='html'>Ein wichtiges Spiel, ein entscheidendes Spiel, ein schicksalhaftes Spiel: Ist Löw morgen noch Bundestrainer? Erlebt Podolski seinen inneren Reichsparteitag, nachdem er gegen Serbien dauernd nur vorbeigeschossen hat? Wieviele Spieler stellt der Skandal-Schiri vom Platz? Ab 20.30 Uhr Live-Ticker hier.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1692273132913020123?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1692273132913020123/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/deutschland-gegen-ghana.html#comment-form' title='64 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1692273132913020123'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1692273132913020123'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/deutschland-gegen-ghana.html' title='Deutschland gegen Ghana'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>64</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6706550518067250592</id><published>2010-06-22T20:26:00.000+02:00</published><updated>2010-06-22T20:26:34.106+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Willkommen bei den Borg</title><content type='html'>Auf der Startseite des ZDF:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fußball-WM 2010&lt;br /&gt;Die Dienstagsspiele live&lt;br /&gt;Kommentieren im &lt;b&gt;Kollektiv&lt;/b&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6706550518067250592?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6706550518067250592/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/willkommen-bei-den-borg.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6706550518067250592'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6706550518067250592'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/willkommen-bei-den-borg.html' title='Willkommen bei den Borg'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4828773113170045898</id><published>2010-06-21T21:25:00.000+02:00</published><updated>2010-06-21T21:25:37.196+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Die Neue Ordnung'/><title type='text'>"Die Neue Ordnung"</title><content type='html'>Die Juni-Ausgabe ist erschienen und enthält viele gute Artikel.&lt;br /&gt;P. Wolfgang Ockenfels erinnert in seinem Editorial&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"an den Rechtsfortschritt [...], den die Inquisition seit dem 13. Jahrhundert für den Rechtsprozeß in Europa bedeutete: protokollierte Zeugenaussagen, Möglichkeit der Selbstverteidigung, objektivierte Wahrheitsfindung. Als Großinquisitoren eignen sich heute weder Journalisten noch Kirchenleute. Sie erfüllen nicht die Kriterien, die schon seit dem Mittelalter gelten und zum festen Bestandteil unseres Rechtsstaates gehören, so vor allem die Unschuldsvermutung, die den Angeklagten so lange für unschuldig hält, bis ihm die Schuld&lt;br /&gt;nachgewiesen wird. Für manche Journalisten, die als verkrachte Theologen mit der katholischen Kirche noch ein Hühnchen zu rupfen haben, gilt diese Regel offenbar nicht: Keine objektive Prüfung des Einzelfalles, sondern kollektive Verdächtigung und Beschuldigung. Langwierige Beweise und Geständnisse halten nur auf, wenn Medien nach kurzem Prozeß ein Gottesurteil im Namen des Volksempfindens sprechen können. "&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier noch zwei Titel aus dem Inhaltsverzeichnis:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manfred Spieker, Generationenblind und lebensfeindlich. Zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hans-Peter Raddatz, Kreuzzug der Pädophilen. Sexuelle Perversion als Medium des Kirchenkampfs&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ganze Ausgabe findet sich &lt;a href="http://web.tuomi-media.de/dno2/Dateien/NO310.pdf"&gt;hier&lt;/a&gt; als pdf.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4828773113170045898?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4828773113170045898/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/die-neue-ordnung.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4828773113170045898'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4828773113170045898'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/die-neue-ordnung.html' title='&quot;Die Neue Ordnung&quot;'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1665530217321095085</id><published>2010-06-20T17:19:00.000+02:00</published><updated>2010-06-20T17:20:34.271+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Mir nach, spricht Christus</title><content type='html'>Manche Lieder, die früher bei vielen verpönt waren, kommen in der jetzigen Situation der Kirche wieder zu Ehren. Zum Beispiel „Mir nach, spricht Christus unser Held“, heute zum Schluss der Messe gesungen. Okay, eigentlich gehört da ein Marienlied hin, aber gepasst hat's trotzdem. Ausgewählt wurde es sicher auch wegen seiner Beziehung zum Tagesevangelium, aber daran haben vermutlich die wenigsten beim Singen gedacht. Zum Schluss dann der wunderbare Vers: „Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon.“ Ich muss zugeben, daß mir da die Stimme weggeblieben ist. Naja, für den Gemeindegesang war's kein Verlust.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1665530217321095085?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1665530217321095085/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/mir-nach-spricht-christus.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1665530217321095085'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1665530217321095085'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/mir-nach-spricht-christus.html' title='Mir nach, spricht Christus'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-228660554978711729</id><published>2010-06-20T16:34:00.001+02:00</published><updated>2010-06-20T16:37:12.272+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Glaube'/><title type='text'>Hingabe</title><content type='html'>In seinem Buch über „The Jesuits in North America“ schreibt der amerikanische Historiker Francis Parkman:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Pater Noël Chabanel kam später in die Mission, da er erst 1643 im Huronenland eintraf. Er verabscheute die Lebensweise der Indianer – den Rauch, das Ungeziefer, die eklige Nahrung, die Unmöglichkeit, sich zurückzuziehen. An ihren rauchenden Holzfeuern, umgeben von lärmenden Männern und Squaws mit ihren Hunden und den unablässig kreischenden Kindern, konnte er sich nicht konzentrieren. Er hatte von Natur aus nicht die Gabe, ihre Sprache zu erlernen, und mühte sich fünf Jahre ohne nennenswerte Fortschritte mit ihr ab. Da flüsterte ihm der Teufel ins Ohr, er möge um Ablösung von dieser tristen, widerwärtigen Mühsal bitten und nach Frankreich zurückkehren, wo ihn eine ihm gemäße und nützliche Arbeit erwarte. Chabanel wollte davon nichts hören, und als die Versuchung ihn weiter plagte, tat er ein feierliches Gelübde, bis zu seinem Todestag in Kanada zu bleiben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Weltmission der Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert hat mich schon immer fasziniert. In einer Ausstellung in der Bibliothek des Mainzer Priesterseminars habe ich vor Jahren einen großformatigen Kupferstich gesehen, der mir im Gedächtnis geblieben ist. Er zeigte den heiligen Franz Xaver inmitten einer figurenreichen, dramatischen Szenerie, wie er sich über einen Kranken beugt – und ihm die Pestbeulen küßt. Vielleicht war es ein solches Bild, das der Laienbruder Nicolaus Obracht aus Ingolstadt vor Augen hatte, als er 1720 an den Ordensgeneral nach Rom schrieb: „Ich habe mich aus anblick einer bildnuß des h. Xaverii, da ich noch weltlich war, entschlosen und gesprochen: Wo diser gestorben will ich auch sterben. Und darüber mit solchem himlichen trost übergoßen worden, daß ich fast nit mächtig war die Zeher [Tränen] zu verhalten.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muss gestehen, dass mich solche Zeugnisse noch immer sehr beeindrucken – als Audruck einer Liebe und Hingabe, die, so glaubte ich lange, wir heutigen Christen nicht mehr besitzen. Aber das stimmt nicht: Pater Luigi Padovese, der ermordete Bischof von Iskenderun, hat mich eines Besseren belehrt. Er war ein Gelehrter, Kenner der Kirchenväter und der Geschichte der frühen Kirche. Doch seine Professur in Rom, eine ihm gemäße und nützliche Arbeit, gab er auf, um nach Iskenderun zu gehen, in den äußersten Südosten Anatoliens. Er wollte lieber eine kleine christliche Gemeinde inmitten einer feindlichen Umgebung betreuen. Er hat sich für die Armen, auch die anderen Glaubens, eingesetzt. Und er hat sein Glaubenszeugnis mit einem furchbaren Tod besiegelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat er uns moderne Skeptiker damit nicht zutiefst beschämt? Ich glaube, wir sind Pater Luigi Padovese großen Dank schuldig. Er hat uns gezeigt, wieviel Glaube, Liebe und Hoffnung auch heute, im materialistischen, wohlstandverwöhnten Europa, noch in der Kirche leben. Und das ist doch, obwohl sein Tod so schrecklich war, ein Grund zur Hoffnung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-228660554978711729?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/228660554978711729/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/hingabe.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/228660554978711729'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/228660554978711729'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/hingabe.html' title='Hingabe'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-8797686197072244697</id><published>2010-06-18T21:06:00.000+02:00</published><updated>2010-06-18T21:06:37.879+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsche Literatur'/><title type='text'>Skandale und Skandälchen</title><content type='html'>Die Macht der Massenmedien stützt sich auf eine gut geölte Empörungsmaschinerie, die mit immer neuen Skandalen gefüttert werden muß. Manche Institutionen geben sich besonders bereitwillig als Skandallieferanten her. Vor allem solche, deren Vertreter das Spiel nicht durchschauen und mitunter sogar glauben, sie könnten mit dem Teufel ins Bett gehen, ohne dabei Schaden zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In anderen Bereichen setzt man auf die Inszenierung von Skandalen, um das Geschäft am Laufen zu halten. Oft verfährt der Kulturbetrieb so.&amp;nbsp; Manche Strategien, einen Skandal zu lancieren, haben sich freilich abgenutzt: Wenn eine &lt;a href="http://amroemsten.blogspot.com/2010/06/lady-gahn-ga.html"&gt;Sängerin&lt;/a&gt; sich als Nonne verkleidet auf einem Bett wälzt,&amp;nbsp; zieht heute kaum jemand auch nur die linke Augenbraue hoch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leicht herstellen lassen sich Skandale im Literaturbetrieb. Da reicht es, wenn einer ein Buch über irgendjemanden schreibt, irgendwas zu enthüllen droht, die Gegenseite mit rechtlichen Schritten droht, das Feuilleton eifrig sekundiert...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kenne schon den Literatur-Sommerskandal 2010: FAZ und Welt kündigen ihn gleichzeitig an. Ex-Suhrkamp-Autor Norbert Gstrein hat einen Roman über Suhrkamp und Verlegerin Ulla Unseld geschrieben, über jenen Verlag also, der so eng mit dem Zeitgeist der 68er verbunden ist, daß ihm eine Neupositionierung heute nur schwer gelingen kann. Gstrein bezeichnet sein Werk als „Prosa mit schwerem Wirklichkeitsgewicht“, Richard Kämmerlings raunt in der&lt;a href="http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc%7EED9FDFADC93FE40289AE00F9870207CE3%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html"&gt; FAZ&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn man sagt, Gstrein sei mit der Materie vertraut, dann meint das  nicht nur die recherchierbaren Fakten, sondern mehr noch die Gerüchte,  Mythen und Legenden, die sich um die Gestalt der Verlegerin winden: den  immer wieder kolportierten Hang zur schwarzen Magie, die Beschäftigung  von Heilern und Wahrsagern, ihr gnostisches Weltbild, das für sie selbst  eine heilsgeschichtliche Rolle vorsieht, ihre Paranoia."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;a href="http://www.welt.de/kultur/article8086846/Gstreins-Suhrkamp-Roman-eine-Ulla-Pornografie.html"&gt;Wel&lt;/a&gt;t kündigt den erst in zwei Monaten erscheinenden Roman als "Ulla-Pronographie" an. Ist also alles dabei, Sex, Okkultismus und Intrigen, der Skandal kann kommen.&amp;nbsp; Doch wer weiß, vielleicht ist das diesmal doch alles zu belanglos, denn nichts ist langweiliger als solche Insider-Geschichten aus einem Milieu, das ohnehin zu nervtötender Selbstbespiegelung neigt. Romane über den Literaturbetrieb sind halt im besten Fall eine Verfallsstufe  des Gesellschaftsromans, im schlimmsten Fall eine private Abrechnung. Ich weiß schon, welches Buch so schnell nicht auf meiner Sommer-Leseliste landen wird. Und ich wünsche mir sehnlichst gute Bücher, deren Ruf sich nicht auf Skandälchen gründet.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-8797686197072244697?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/8797686197072244697/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/skandale-und-skandalchen.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8797686197072244697'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8797686197072244697'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/skandale-und-skandalchen.html' title='Skandale und Skandälchen'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-7060594704522789764</id><published>2010-06-18T12:44:00.000+02:00</published><updated>2010-06-18T12:44:12.816+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fußball'/><title type='text'>Gender-Mainstreaming</title><content type='html'>Jacopone schrieb mir, wenn er jetzt in Zukunft hier über die Kirche schreibt und ich über Fußball, wäre das ja schon fast Gender-Mainstreaming. Nun, ich fürchte oder hoffe, wenn ich über Fußball schreibe, werde ich die Theorie des Gender-Mainstreaming widerlegen. (Obwohl sie ja schon hundertfach &lt;a href="http://literaturundleben.blogspot.com/2009/09/die-gespenstischen-anfange-der-gender.html"&gt;widerlegt&lt;/a&gt; ist, das nur nebenbei).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, was ich an der Fußball-WM besonders toll finde, ist:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://img.dailymail.co.uk/i/pix/2007/06_02/DiegoForlanG_468x616.jpg"&gt;Diego Forlán&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;- wenn Diego Forlán ein Tor schießt&lt;br /&gt;- die Verkleidungen der Fans auf der Tribüne&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem mag ich's, wenn's ein bißchen Krawall gibt, rote Karten, Eigentore, Elfmeter usw. Wer gewinnt, ist mir meistens egal.&amp;nbsp; Jedenfalls gucke ich gerne Fußball-WM und ärgere mich dabei selten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-7060594704522789764?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/7060594704522789764/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/gender-mainstreaming.html#comment-form' title='46 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7060594704522789764'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/7060594704522789764'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/gender-mainstreaming.html' title='Gender-Mainstreaming'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>46</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2145230673901186602</id><published>2010-06-16T21:01:00.000+02:00</published><updated>2010-06-16T21:01:51.799+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Enid Blyton'/><title type='text'>Was wirklich Weltbewegendes</title><content type='html'>"Hanni und Nanni" läuft jetzt im Kino. Und der &lt;a href="http://www.welt.de/kultur/article8075846/Hanni-und-Nanni-sind-im-Kino-ein-Desaster.html"&gt;Verriß&lt;/a&gt; auf Welt-Online hat mir doch tatsächlich ein Lächeln entlockt. Man&amp;nbsp; stelle sich vor: Hanni und Nanni spielen im Film Eishockey! Handball wäre richtig! Die Zwillinge haben im Film blonde Zöpfe statt braunen Haaren und Sommersprossen! Oliver Pocher tritt auf! Das geht wirklich alles gar nicht. Als Kind habe ich Enid Blytons Bücher verschlungen, und daß sie sich im Nachhinein als politisch höchst unkorrekt erweisen, macht sie noch sympathischer. Allerdings frage ich mich, ob ich die Einzige bin, die Mitleid mit den reichen, blonden, hübschen, verwöhnten Angelas und Evelyns hatte, die immer so böse gemobbt wurden, und die die temperamentvolle Carlotta und die freche Bobby mit ihren lustigen Streichen am liebsten verprügelt hätte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2145230673901186602?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2145230673901186602/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/was-wirklich-weltbewegendes.html#comment-form' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2145230673901186602'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2145230673901186602'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/was-wirklich-weltbewegendes.html' title='Was wirklich Weltbewegendes'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1953966623408627214</id><published>2010-06-14T15:32:00.000+02:00</published><updated>2010-06-14T15:32:25.165+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grübeleien'/><title type='text'>Die verlorene Generation</title><content type='html'>Ich besuche ab und zu katholische Kongresse oder Tagungen, Vorträge oder Einkehrtage. Angebote gibt's genug, doch nie kann ich das Gefühl überwinden, deplaciert zu sein: Denn ich bin oft die einzige Vertreterin meiner Generation. Und wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, finde ich kaum gläubige Katholiken in meinem Alter. Die Jahrgänge zwischen 1970 und 1980 scheinen in Deutschland zu einem großen Teil für die Kirche verloren zu sein. Warum das so ist, kann ich mir leicht erklären, wenn ich über meinen eigenen Glaubensweg nachdenke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war ein sehr religiöses Kind. Ein kindliches Gespür für das Heilige ließ mich gerne die Heilige Messe besuchen. In Kirchen fühlte ich mich geborgen. Als ich ein paar Jahre älter war, hatte ich ein Schlüsselerlebnis: Ich war in der katholischen Jugend,&amp;nbsp; und in der Gruppenstunde mußten wir aus alten Nylonstrumpfhosen Tiere basteln. Die sollten auf dem Pfarrfest verkauft werden, der Erlös ging nach Afrika. Kein normal empfindender Jugendlicher gibt sich freiwillig für einen solchen Quatsch her!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bald fiel mir auf, wie lächerlich die Lieder sind, die in der Kirche gesungen werden. Ich&amp;nbsp; mochte "Großer Gott, wir loben dich". Aber von Liedern wie "Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer" - Lieder,  die den zeitgeisttrunkenen Religionslehrern gefielen (und unbelehrbaren  68er-Opas wahrscheinlich immer noch gefallen)-, war ich in höchstem Maße peinlich berührt . Kirche verband sich für mich mit einem Gefühl des Uncoolen, des Fremdschämens, des Unauthentischen. Mein Gespür für das Schöne und Wahre, das ich als Jugendliche durchaus hatte, wurde mit Füßen getreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann blieb ich weg. Von einem Sonntag auf den anderen. Mein Platz in der zweiten Reihe, auf dem ich seit Jahren jeden Sonntag gesessen habe, blieb leer. Niemand hat mich nach den Gründen gefragt oder mich ermuntert zurückzukommen. Auch das war die Kirche in den 80ern: Reisende soll man nicht aufhalten, lautete wohl die Devise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich besuchte noch eine Weile den Religionsunterricht. Gott stand nicht auf dem Lehrplan. Die Themen waren vielmehr: Drogen, Waldsterben, Kalter Krieg, "Der Papst ist an Aids schuld", "Kondome schützen", Nicaragua, "Reagan ist böse", "Wenn Jesus heute leben würde, würde er weder Coca Cola trinken (weil Imperialistenbrause) noch die CDU wählen". Am Rande kam ab und zu die Bibel vor, damit wir lernten, daß nichts, was dort steht, für bare Münze zu nehmen ist. Ich habe mich irgendwann für Ethikunterricht entschieden, habe dadurch aber nichts gewonnen: dieselben Themen und zusätzlich Marx-Lektüre. Meine Lehrer waren eben 68er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Zeit, als ich zur Kirche hätte finden können, fand ich nur von den 68ern inspirierte liturgische Experimente, die selbst die Verirrungen von heute in den Schatten stellen. Mit der Kirche verband ich affige Lieder, Dauerbetroffenheit und alte Leute, die in Straßenkleidung um den Altar tanzen. Ich verstehe auch heute noch gut, wieso ich mich mit 13 schon als Atheistin bezeichnete.&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;Ich glaube, meine persönliche Erfahrung spiegelt das Erleben einer Generation wider. Die Kirche ist in meiner Generation in Agonie verfallen, um sich in der nächsten wieder zu erneuern. Wer heute jung ist, kann in einer geistlichen Gemeinschaft ein Zuhause zu finden. Damals gab es das noch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wer holt die 30-40Jährigen zurück? Mein eigener Weg zurück war schwierig, ich näherte mich dem Glauben über den Intellekt an, war dabei lange allein, und noch dazu steckte ich mitten in dem durch und durch glaubensfeindlichen Umfeld der Universität. Ich halte oft Ausschau nach gläubigen Katholiken in meinem Alter. Ich begegne ihnen vor allem in der virtuellen Welt: den Wenigen, die dafür sorgen, daß in einer verlorenen Generation der Glaube nicht erlischt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1953966623408627214?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1953966623408627214/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/die-verlorene-generation.html#comment-form' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1953966623408627214'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1953966623408627214'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/die-verlorene-generation.html' title='Die verlorene Generation'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1041778200446397714</id><published>2010-06-14T11:51:00.000+02:00</published><updated>2010-06-14T11:51:43.856+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='political correctness'/><title type='text'>REICHSPARTEITAG!</title><content type='html'>Noch ein Grund, warum ich mich in der BRD überhaupt nicht wohl fühle. Ich will ein bißchen Nachrichten lesen und schon springen mich die täglichen Schlagzeilen der Empörungsindustrie an. Diese sind meist so geartet, daß ich mich fragen muß, in was für einem Film ich gelandet bin. Wer führt die Regie? Monty Python oder Bully Herbig? Nun hat also eine Reporterin ein böses Wort gesagt. "Seinen inneren Reichsparteitag haben" ist zwar eine recht alltägliche Redewendung und nicht ungebräuchlich, aber egal. Eine gute Kenntnis der deutschen Sprache ist für Journaillisten ja durchaus entbehrlich, viel wichtiger ist eine genaue Kenntnis der Zensurvorgaben der politischen Korrektheit. Also: Steinigt sie!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1041778200446397714?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1041778200446397714/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/reichsparteitag.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1041778200446397714'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1041778200446397714'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/reichsparteitag.html' title='REICHSPARTEITAG!'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2547470034186497334</id><published>2010-06-12T17:41:00.001+02:00</published><updated>2010-06-12T17:43:35.499+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><title type='text'>In der Ramschecke</title><content type='html'>Der neue Bücherkatalog der „borro medien gmbh“, hinter der sich trendig-zeitgeistig der Borromäusverein verbirgt, ist da. Neugierig, was diese Dachorganisation katholischer öffentlicher Büchereien den Lesern empfiehlt, blättere ich in dem Heft – und fühle mich in die Ramschecke von „Buch Habel“ oder „Hugendubel“ versetzt. Titel wie „Die Liebeslotterie“, „Der Heiler der Pferde“, „Schneller als der Tod“ oder „Leichenraub“ zählen zu der „sorgfältigen Auswahl aus vielen Neuerscheinungen“. Der Geschmack der Borro-Medien-Macher scheint irgendwo zwischen Dan Brown und Rosamunde Pilcher angesiedelt zu sein. Eine besondere Vorliebe beweisen sie für Profi-Gutmensch und Waffenschmuggler Henning Mankell – denn seinen politkorrekten Krimis widmen sie gleich eine ganze Seite. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch eine Zierde für jedes katholische Bücherregal: wohlfundierte historische Romane wie „Die Rebellin des Papstes“ oder „Der Eid der Kreuzritterin“. In letzterem Werk geht es überraschenderweise um eine „Verschwörung, die im Vatikan ihren Ursprung zu haben scheint“. Mysteriös, mysteriös – zumal die Päpste zur Zeit der Kreuzzüge noch gar nicht im Vatikan residierten. Während ich noch überlege, was ich mir unter einer Kreuzritterin vorstellen soll, strahlt mich bereits Alt-Bischöfin Käßmann „In der Mitte des Lebens“ vom Cover ihres neuen Buches an. Und dann, ab S. 68, gibt es tatsächlich noch eine Rubrik „Welt des Glaubens“. Sie besteht hauptsächlich aus dem Jakobsweg und Anselm Grün. Bücher von Paul Badde, Peter Seewald, über oder gar von Papst Benedikt sucht man dagegen vergebens – dort könnte man ja tatsächlich der Welt des Glaubens begegnen. In einer katholischen öffentlichen Bücherei wäre das allerdings eine Sensation.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2547470034186497334?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2547470034186497334/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/in-der-ramschecke.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2547470034186497334'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2547470034186497334'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/in-der-ramschecke.html' title='In der Ramschecke'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6356426246614527377</id><published>2010-06-09T16:51:00.000+02:00</published><updated>2010-06-09T16:51:04.222+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='verfolgte Kirche'/><title type='text'>Christenverfolgung</title><content type='html'>Die Berichte von„Kirche in Not“, der „Internationalen  Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) oder „Open Doors“ zeigen deutlich: Noch nie in der Geschichte gab es in der Welt ein solches Ausmaß an Christenverfolgung wie heute. Die Morde an Christen in der Türkei, auch der Mord an Erzbischof Luigi Padovese gehören in diesen Kontext. Doch wenn ein Christ oder gar ein christlicher Würdenträger ermordet werden, sind sich Justiz und Medien meist schnell einig: Es kann nur die Tat eines Verrückten gewesen sein. Wie &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26983"&gt;kath.net&lt;/a&gt; berichtet, schreibt Andrea Tornielli in seinem Blog:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Mörder wurde als psychisch instabil bezeichnet, aber die Türkei  scheint in den letzten Jahren (und schon zuvor, man erinnere sich an  einen gewissen Ali Agca) zur Heimat der Verrückten geworden zu sein, die  sich rein zufällig genau gegen christliche Ordensleute aus dem Ausland  richten und versuchen sie umzubringen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es werden immer mehr erschreckende Details&lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26984"&gt; bekannt&lt;/a&gt;. Bischof Padovese hat einen sehr grausamen Tod erlitten. War die Tat des Mörders nun islamisch oder nationalistisch motiviert? Warum hat Bischof Padovese seine beiden Flugtickets nach Zypern kurz vor seiner Ermordung storniert? In Blogs wird darüber spekuliert, daß der Mörder eigentlich ein Attentat auf den Heiligen Vater geplant hatte. Ich hoffe, daß die Wahrheit ans Licht kommt. Im Moment scheint nur eines sicher zu sein: Die von den Medien verbreitete Lesart von der Tat eines Verrückten kann nicht stimmen. Hellsichtig bezeichnete Kardinal Meisner Bischof Padovese&amp;nbsp; als einen "Märtyrer des Evangeliums".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch welche Ergebnisse die Untersuchung der Tat auch immer hervorbringen wird: Die Verfolgung von Christen wird weiter geleugnet oder verschwiegen werden. Und gerade dies, diese Leugnung des Offensichtlichen, ist ein besonders perfider Teil der Christenverfolgung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jede Form von Christenverfolgung, jeder Haß auf die Kirche als den Leib Christi richtet sich gegen Christus selbst, den Friedensfürsten, unseren Erlöser und  Herrn. Er trägt jeden Schmerz mit, und er ist auch Bischof Padovese in Schmerz und Tod gefolgt. Wir beten für den Bischof, aber wir sollten auch für den Mörder beten, damit Gott ihm Reue schenke. Und nie die Hoffnung verlieren: Denn in Zeiten der Verfolgung gewinnt die Kirche an Stärke, das hat die Vergangenheit oft genug gezeigt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6356426246614527377?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6356426246614527377/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/christenverfolgung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6356426246614527377'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6356426246614527377'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/christenverfolgung.html' title='Christenverfolgung'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-925766485369074320</id><published>2010-06-08T20:53:00.001+02:00</published><updated>2011-01-17T20:12:06.606+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Islam'/><title type='text'>Joachim Schroedel über Christentum und Islam</title><content type='html'>Also, den von Sophie erwähnten Vortrag hat Monsignore Joachim Schroedel gehalten, der im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz die Seelsorge für die deutschen Katholiken im Nahen Osten organisiert. Einige von Euch werden ihn vielleicht schon mal erlebt haben. Erleben ist auch kein schlechter Ausdruck, denn er ist wirklich ein hervorragender Redner, witzig, eloquent, und er spricht völlig frei. Sowas „erlebt“ man ja in der deutschen Kirche nicht alle Tage ... Da er in Kairo residiert, kann er natürlich viel zum Thema Verhältnis zwischen Christentum und Islam beitragen. Und da er sich nicht an die politkorrekten Floskeln und Denkverbote hält, ist das, was er sagt, auch interessant. &lt;br /&gt;Als er nach Kairo ging, war er ein Verfechter dessen, was man hierzulande üblicherweise unter christlich-islamischem Dialog versteht: Wir glauben alle an denselben Gott und Abraham ist unser gemeinsamer Vater im Glauben. Aber bald merkte er, daß er damit bei den Muslimen wenig Eindruck machte – spätestens, als die ihn fragten, warum er eigentlich nicht zum Islam konvertieren wolle. Heute weiß er, daß die Muslime von uns Christen vor allem eines erwarten: daß wir über unseren Glauben Auskunft geben können. Und genau das ist der springende Punkt, denn daran hapert es bei den meisten deutschen Katholiken. Das Problem ist seiner Meinung nach also nicht, daß wir im Westen den Muslimen zuwenig entgegen kommen. Sondern daß wir unseren eigenen Glauben aufgegeben haben. Was Muslime vom Westen wahrnehmen, ist, durch die Medien vermittelt, Sittenlosigkeit, Konsumorientierung, Hedonismus. Der Papst dagegen ist in der islamischen Welt hochangesehen, trotz des Wirbels um die Regensburger Rede (Ein eigenes Thema ist natürlich die Unterdrückung der Glaubensfreiheit in vielen islamischen Ländern, aber darauf hat Schroedel nicht den Schwerpunkt gelegt). Interessant auch sein Hinweis, daß das Schweizer Minarettverbot in der islamischen Welt kaum Proteste ausgelöst habe (jedenfalls nicht in Kairo). Es ist nämlich gar nicht so, daß ein Minarett unabdingbar zu einer Moschee gehöre, wie die Multikulti-Propaganda uns einzureden versucht. &lt;br /&gt;Aus all dem ergibt sich für mich, daß die herrschende Integrationsideologie an den eigentlichen Problemen völlig vorbeigeht, wenn sie Integration mit der Zurückdrängung unserer eigenen Kultur verwechselt („keine Kreuze in den Klassenzimmern“). Und außerdem bekommt für mich ein Gedanke, den ich schonmal anderswo gehört habe, neue Plausibiltät: Daß Gott uns die Muslime geschickt hat, damit sie uns, wenn auch unsanft, auf etwas stoßen, das wir im Begriff sind zu verlieren: unseren eigenen christlichen Glauben. So gesehen ist das fehlende Kreuz in einem katholischen Bildungszentrum (das Haus am Dom in Mainz) dann auch wirklich ein Warnzeichen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-925766485369074320?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/925766485369074320/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/joachim-schroedel-uber-christentum-und.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/925766485369074320'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/925766485369074320'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/joachim-schroedel-uber-christentum-und.html' title='Joachim Schroedel über Christentum und Islam'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3417521135988593342</id><published>2010-06-07T19:47:00.000+02:00</published><updated>2010-06-07T19:47:52.285+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='BRD'/><title type='text'>Kruzifix-Verzicht auch ohne Verbot</title><content type='html'>Jacopone war am Samstag in einem Vortrag in einem katholischen Bildungshaus. Wer weiß, vielleicht berichtet er ja noch darüber (&lt;i&gt;herüberwink&lt;/i&gt;). Am Ende des Vortrags sollte ein Gebet gesprochen werden, und da stellte man fest: Im ganzen Vortragssaal war kein Kreuz an der Wand. In einem katholischen Bildungshaus!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lage sieht also so aus: Verbietet man den Italienern die Kreuze, stellen sie alle 5 m eins auf. Im EU-Musterland BRD müssen Kreuze noch nicht einmal verboten werden. Zwar wird noch über Kruzifix-Verbote in Gerichtssälen diskutiert, doch die deutsche katholische Kirche zeigt, wie's geht.&amp;nbsp; Man will ja immer progressiv sein, vorwärts immer, rückwärts nimmer, und dem Zeitgeist treu: Wenn man da einmal Vorbildfunktion für den Mainstream haben kann, schafft man sich auch gerne selbst ab. Bin gerade mal wieder so richtig stolz auf mein Heimatland!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wenigstens werden heute in Deutschland keine Kirchen mehr gebaut. Die würden am Ende von innen aussehen wie das Wartezimmer in der Stadtverwaltung. Oder wie ein Klassenzimmer, aber halt: Da hängt ja unter Umständen noch ein Kreuz.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3417521135988593342?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3417521135988593342/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/kruzifix-verzicht-auch-ohne-verbot.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3417521135988593342'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3417521135988593342'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/kruzifix-verzicht-auch-ohne-verbot.html' title='Kruzifix-Verzicht auch ohne Verbot'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5948328141199869348</id><published>2010-06-05T11:16:00.000+02:00</published><updated>2010-06-05T11:16:04.635+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gender'/><title type='text'>Doppelplusungut</title><content type='html'>Die Schweizer wollen die Wörter "Mutter" und "Vater" verbieten und durch "das Elter" ersetzen. Einfach nur krank, diese orwell'schen linken Hirne. Weiter bei &lt;a href="http://www.medrum.de/?q=content/mutter-wird-amtlich-durch-das-elter-ersetzt"&gt;Medrum&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5948328141199869348?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5948328141199869348/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/doppelplusungut.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5948328141199869348'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5948328141199869348'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/doppelplusungut.html' title='Doppelplusungut'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3676670565514204494</id><published>2010-06-03T20:15:00.001+02:00</published><updated>2010-06-03T20:16:22.608+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='heute'/><title type='text'>Bischof Luigi Padovese</title><content type='html'>Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Türkei, Erzbischof Luigi Padovese,  ist heute in seinem Haus in Iskenderun ermordet worden.&lt;br /&gt;R.I.P.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3676670565514204494?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3676670565514204494/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/bischof-luigi-padovese.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3676670565514204494'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3676670565514204494'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/06/bischof-luigi-padovese.html' title='Bischof Luigi Padovese'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1754795137916829757</id><published>2010-05-26T12:32:00.003+02:00</published><updated>2010-05-26T13:15:27.526+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mittelalter'/><title type='text'>Was im Mittelalter besser war: Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch</title><content type='html'>Die Medienkampagne gegen die katholische Kirche gipfelte bekanntlich in der ebenso infamen wie ignoranten Behauptung, die katholische Sexualmoral sei schuld an den Missbrauchsfällen. Jüngst hat noch Stefan Orth in der sich katholisch nennenden Herder-Korrespondenz in diese Kerbe gehauen und über eine unmittelbare Beziehung zwischen Zöibatsversprechen und sexuellem Missbrauch Minderjähriger schwadroniert. Aus theologischer Sicht haben Pater Recktenwald und anderen das Nötige dazu gesagt (http://www.kath-info.de/missbrauch.html). Aber auch der historische Befund ist eindeutig: Denn es war gerade die katholische Sexualmoral, die den in der antiken Welt weitverbreiteten sexuellen Missbrauch von Kindern geächtet hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den Sklavenmärkten der römischen Welt wurden Knaben und Mädchen ganz offen zur Prostitution angeboten. Besonders gefährdet waren Waisenkinder und Kinder aus ärmlichen Verhältnissen, die mitunter von den eigenen Eltern an Zuhälter verkauft wurden. Gesellschaftlich verpönt war der Missbrauch nur, wenn es sich um Freie handelte. Es war das frühe Christentum, das von Anfang an gegen diese Zustände protestiert und am Ende der Spätantike die ersten Schutzgesetze durchgesetzt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch erst im Frühmittelalter etablierte sich eine lückenlose Gesetzgebung zum Schutz der Kinder vor Unzuchtsdelikten. Die historische Forschung hat eindeutig herausgearbeitet, dass hinter der Menge und Vielfalt der uns überlieferten Vorschriften die Prägekraft des kirchlichen Einflusses auf die Gesetzgebung stand: Denn der Schutz der Kinder gehörte zu den dringlichsten Anliegen des Christentums. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dahinter stand zum einen die christliche Ethik der Nächstenliebe, die der Sorge um die Schwachen einen besonderen Stellenwert einräumte. Das Vorbild war Jesus selbst, der gerade die Kinder gesegnet und den Jüngern ihre Nachahmung empfohlen hatte. Aber auch die christliche Sexualmoral, die den Geschlechtsverkehr allein innerhalb der Ehe zuließ, wirkte sich hier entscheidend aus. Religionshistorisch orientierte Autoren haben die Theorie aufgestellt, dass im Mittelalter die archaische Idee der kultischen Reinheit wieder auflebte, nach der jeder Geschlechtsverkehr eine Befleckung darstellte und von der heiligen Handlung ausschloss. Nun erscheint es mir zwar ziemlich abenteuerlich, das mittelalterliche Ideal der Reinheit mit seiner mystischen Komponente und vor allem dem entscheidenden Motiv der Gottesliebe als ein аollutio-gesteuertes Tabusystem(von lateinisch pollutio = Befleckung) zu erklären. In jedem Fall hat sich aber das Bemühen, den Sexualtrieb zu bändigen und zu steuern (man könte auch sagen: zu humanisieren) für die Kinder nur positiv ausgewirkt. Denn eines stand fortan fest: Wer sexuell mit Kindern verkehrte, versündigte sich auf das Schwerste (Informationen hierzu hat Hubertus Lutterbach zusammengestellt: &lt;a href="http://www.uni-due.de/unikate/ressourcen/grafiken/PDF%27s/21/21-lutterb.pdf"&gt;http://www.uni-due.de/unikate/ressourcen/grafiken/PDF%27s/21/21-lutterb.pdf&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Neuzeit hat an diesem Verbot festgehalten und es schließlich mit der UN-Kinderrechtskonvention zu internationalem Recht erhoben. Zugleich hat sie jedoch mit ihrem Kampf um Еmanzipation von der kirchlichen (Sexual-)Moral, ihrer Verherrlichung des Tabubruchs alles getan, um die ethischen Grundlagen des Kinderschutzes infrage zu stellen. Mit Sextourismus, Zwangsprostitution und Pornographie ist denn auch der sexuelle Missbrauch von Kindern auf breiter Front in die modernen Gesellschaften zurückgekehrt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1754795137916829757?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1754795137916829757/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-schutz.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1754795137916829757'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1754795137916829757'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-schutz.html' title='Was im Mittelalter besser war: Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-106175224940306430</id><published>2010-05-21T08:07:00.001+02:00</published><updated>2010-05-21T08:09:57.746+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Chesterton'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='20. Jahrhundert'/><title type='text'>Mediennutzung</title><content type='html'>Am Frühstückstisch einer in einem Vorort von London wohnenden achtbaren, obschon reichen Familie ... unterhielt man sich, anstatt wie üblich die neuesten Zeitungsmeldungen zu besprechen, ... über ein Ereignis, das in der unmittelbaren Nachbarschaft vorgefallen war. Man sagt solchen Leuten mitunter nach, sie hätten nichts anderes zu tun als zu klatschen. Aber in diesem Punkt sind sie erstaunlich unschuldig. Auf dem Dorf erzählen sich die Bauern noch wahre oder falsche Geschichten über ihre Nachbarn, aber die merkwürdigen Kulturmenschen der modernen Großstadt, die zwar alles glauben, was in der Zeitung über die Schlechtigkeit des Papstes oder das Martyrium des Königs der Kannibalen-Inseln steht, erfahren in der Aufregung über so viele interessante Neuigkeiten gar nicht, was im Nachbarhause vor sich geht. Die Nachricht aber, die an diesem Tag so viel Aufregung brachte, stammte nicht nur aus der Zeitung, sie betraf sogar die Familie unmittelbar, war doch in ihrem Leib- und Magenblatt der Stadtteil erwähnt worden, in dem sie wohnten. Jetzt erst waren sie etwas, denn der Name ihres Stadtteils hatte in der Zeitung gestanden! Dadurch waren sie genauso gegenständlich und wirklich geworden wie der König der Kannibalen-Inseln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat Gilbert Keith Chesterton 1927 in der Pater-Brown-Geschichte „Der Mann mit den zwei Bärten“ geschrieben. Bis auf die Tatsache, daß Familien beim Frühstück nicht mehr zusammensitzen, könnte man es heute Wort für Wort wiederholen. Wahrscheinlich trage ich hier Eulen nach Athen, aber ich hab' tatsächlich erst jetzt gemerkt, wieviel theologische Reflexion, wieviele Geistesblitze und ironische Spitzen Chesterton in diesen leichthändig erzählten Geschichten verpackt hat. Aber aufmerksam lesen, sonst verpasst man das Beste! (Das Zitat ist aus: Das schlimmste Verbrechen der Welt. Pater Brown Stories, Diogenes Verlag Zürich 2004, S. 41f.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-106175224940306430?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/106175224940306430/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/mediennutzung.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/106175224940306430'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/106175224940306430'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/mediennutzung.html' title='Mediennutzung'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1748340852688559138</id><published>2010-05-15T19:21:00.000+02:00</published><updated>2010-05-15T19:21:24.468+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mittelalter'/><title type='text'>Was im Mittelalter besser war: das Wetter</title><content type='html'>Seit einem Dreivierteljahr läuft die Heizung, die Winterjacke zeigt Abnutzungserscheinungen, der Körper schreit nach immer mehr Kohlehydraten: Es ist kalt in Deutschland. Wird es jemals wieder Sommer?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei gab es mal schöne, glänzende Zeiten, wo Europa nicht nur ein christliches, sondern auch ein warmes Land war. Und zwar zwischen 1000 und 1300.&amp;nbsp;In Island wurde Getreide angebaut, in Preußen Wein, bis in den Kölner Raum wuchsen Feigenbäume. Auf Grönland gab es grüne Wiesen. Die Landwirtschaft gedieh, genug Nahrung wurden erwirtschaftet, die Bevölkerungszahl stieg. Siedlungen und Städte wurden neu gegründet: eine Zeit des Wachstums und Fortschritts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sommer waren mitunter sogar sehr heiß, im Jahr 1022 sind &amp;nbsp;"…viel Leut umb Nürnberg auff den Strassen vor grosser Hitz verschmachtet und ersticket, deßgleichen sind auch alla Früchte auff den Feldern, Gärten und Wiesen auch Ackern verdorret und verbrenet, auch sein viel Brunen Flüsse Weyher und Bäche vertrocknet und versieget, wie dann umb Nürnberg alle Bäche und Weyher biß auff fünff vertrocknet und und zwey Brunen vor grosser Hiz versieget, dardurch grosser mangel am Wasser entstanden ist." (Aufzeichnung aus dem Staatsarchiv Nürnberg, zitiert nach: Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas, 2001; S. 61)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch von der mittelalterlichen Warmzeit wollen einige "Klimaforscher" und Umweltaktivisten heute nichts mehr wissen: Denn sie droht, die hochsubventionierte Theorie von menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen. Auch wenn man das Mittelalter in den schwärzesten Farben malt: einen hohen CO2-Ausstoß kann man dem mittelalterlichen Menschen beim besten Willen nicht anhängen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, verlegt man sich darauf, die mittelalterliche Wärmeperiode zu leugnen (vgl. Malcolm K. Hughes/Henry F. Diaz, Was there a "medieval warm period", and if so, where and when, in: Climatic Change, 26 (1994), S. 109 - 142)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch ab ca. 1350 wurde es nachweislich deutlich kälter. Die "kleine Eiszeit" begann, eine krisengeplagte Zeit mit sehr kalten Wintern. Hungersnöte ließen die europäische Bevölkerung schrumpfen, Gletscher drangen in den Alpen auf Ackerland vor, Seuchen traten auf, soziale Spannungen, die frühneuzeitliche Hexenverfolgung und zuletzt der große Zivilisationsbruch der französischen revolution.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit etwa 1850 wird es wieder wärmer, und das läßt hoffen. Denn es gibt die Annahme, daß überdurchschnittliche Temperaturen auch zu kulturellem Fortschritt führen. Einiges spricht dafür: Die mittelalterliche Warmzeit war die Blütezeit der höfischen Epik. Wolfram von Eschenbach schrieb seinen "Parzival", Gottfried von Straßburg "Tristan". Das Nibelungenlied entstand. In diese Epoche fallen die Lebensdaten einiger der größten Gelehrten und Dichter: Thomas von Aquin, Dante Alighieri, Albertus Magnus, Meister Eckhart, Bernhard von Clairvaux, Anselm von Canterbury. Die Baukunst entwickelte den Stil der Gotik, die ersten Universitäten wurden gegründet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lag's am Wetter? Kausalität oder Koinzidenz? Schwer zu sagen. Und wie sieht es heute aus? Ein Mann, der als einer der größten Gelehrten unserer Zeit in die Geschichte eingehen wird, kommt ausgerechnet aus dem kalten Deutschland. Allerdings lebt er schon lange in wärmeren Gefilden: nämlich in Rom.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1748340852688559138?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1748340852688559138/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-das.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1748340852688559138'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1748340852688559138'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-das.html' title='Was im Mittelalter besser war: das Wetter'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-491718590603575370</id><published>2010-05-11T00:22:00.000+02:00</published><updated>2010-05-11T00:22:03.614+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blogosphäre'/><title type='text'>Bloggertreffen</title><content type='html'>Nun hätte ich beinahe vergessen, etwas über das Bloggertreffen am vergangenen Samstag zu schreiben. Das liegt daran, daß ich ebendort von den Bloggerkollegen überzeugt wurde, endlich Mitglied bei Facebook zu werden. Seit gestern treibe ich mich also dort herum, habe schon Freunde gefunden, bin einer Gruppe beigetreten, suche Leute, die ich von früher kenne, stelle fest, daß ich aus meiner Grundschulklasse mal wieder die Einzige bin, die bei sowas mitmacht, und daß 185 Leute so heißen wie meine Kindergartenfreundin früher. Da ich mich irgendwie verklickt habe, steht in meinem Profil unter Interessen nun: "Kalorien sind kleine Tiere, die nachts die Kleidung enger nähen". Wozu Facebook eigentlich gut ist: Wird sich mir wohl noch erschließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls: Das Bloggertreffen war sehr motivierend, wir sprachen über katholische Medienarbeit und überlegten, wie Katholiken ihre Präsenz im Netz verstärken können. Walter Ramm hat uns über die Arbeit der "&lt;a href="http://www.aktion-leben.de/"&gt;Aktion Leben&lt;/a&gt;" informiert. Sehr herzlich möchte ich dem Gastgeber &lt;a href="http://www.kath-info.de/"&gt;Pater Recktenwald&lt;/a&gt; danken. Und &lt;a href="http://materamata.blogspot.com/"&gt;Johannes&lt;/a&gt;, mit dem ich gefahren bin. Das nächste Bloggertreffen ist auch schon geplant: Ende August in Fulda.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-491718590603575370?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/491718590603575370/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/bloggertreffen.html#comment-form' title='9 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/491718590603575370'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/491718590603575370'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/bloggertreffen.html' title='Bloggertreffen'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>9</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5768643348111113020</id><published>2010-05-10T20:47:00.001+02:00</published><updated>2010-05-10T20:51:00.704+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='BRD'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mittelalter'/><title type='text'>Was im Mittelalter besser war: Wahlen</title><content type='html'>Die Wahl in NRW bestätigt wieder einmal die Krise der Demokratie. Ihr Symptom: die stetig sinkende Wahlbeteiligung. Ihre Ursache: Man traut den Politikern die Lösung der Probleme nicht mehr zu. Aktuelles Beispiel ist die Rettung des Euro. Jeder vernünftige Mensch weiß, daß die Ursache seiner Schwäche der gigantische Schuldenberg ist, den die westlichen Länder zur Finanzierung ihrer Wohlfahrtsstaaten aufgetürmt haben. Doch das ist tabu. Lieber bläst man zur „Generalmobilmachung“ gegen „angelsächsische Spekulanten“, den bösen Feind, der Europa, diese Insel der Gerechtigkeit, mit finsteren Machenschaften bedroht (früher übernahm diesen Part das internationale Finanzjudentum). Unterdessen fließen weiter Millionen und Milliarden in den Ausbau von Kita-Plätzen, in die zigste Reform des Bildungswesens und andere Projekte, die den Zerfall der europäischen Gesellschaften nicht aufhalten, sondern fördern – ein politisches System demontiert sich selbst. Da mag ein Blick auf frühere Zeiten hilfreich sein. &lt;br /&gt;Womit wir endlich beim Thema wären: Denn das Mittelalter war eine wahlfreudige Epoche. Die wichtigsten Repräsentanten der Christenheit, Kaiser und Papst, verdankten ihre Ämter einer Wahl. Klöster wählten ihren Abt, Domkapitel ihren Bischof. Und auf bestimmten Ebenen, etwa den freien Reichsstädten, Zünften, Universitäten oder ähnlichen Zusammenschlüssen, gab es schon ein allgemeines Wahlrecht. Der wichtigste Unterschied zwischen mittelalterlichen und modernen Wahlen liegt wohl darin, dass die moderne Wahl ganz vom Gedanken der Mehrheitsentscheidung beherrscht wird. Das wirkt auf den ersten Blick selbstverständlich, ist es aber nicht. Bei mittelalterlichen Wahlen konnte unter Umständen auch die Minderheit Recht haben: Nicht die Mehrheit, sondern der klügere Teil, die „sanior pars“, wie man damals sagte, sollte den Ausschlag geben. Denn es ging darum, den würdigsten Kandidaten für ein Amt herauszufinden: denjenigen, den Gott dazu bestimmt hatte. Das Mittelalter qualifizierte also die Stimmen, oder anders gesagt: Es gab nicht der Quantität den Vorrang, sondern der Qualität. Das provoziert natürlich den modernen Massenmenschen, der am liebsten Seinesgleichen an der Spitze sehen will. André Lichtschlag hat den Zustand, der dadurch entsteht, als &lt;a href="http://ef-magazin.de/2010/05/10/2109-nrw-ganz-unten-angekommen-in-der-ochlokratie"&gt;Ochlokratie&lt;/a&gt;, als Pöbelherrschaft, bezeichnet. Und genau da sind wir mittlerweile angekommen. Narürlich kann man dem Mittelalter keine Patenrezepte entnehmen. Aber zweierlei könnten wir doch lernen: Erstens daß eine Demokratie ohne Aristokratie nicht funktioniert. Und zweitens, daß es auch beim Wählen eine Verantwortung vor Gott gibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5768643348111113020?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5768643348111113020/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-wahlen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5768643348111113020'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5768643348111113020'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war-wahlen.html' title='Was im Mittelalter besser war: Wahlen'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4889148514154714802</id><published>2010-05-04T09:34:00.001+02:00</published><updated>2010-05-04T09:36:07.487+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mittelalter'/><title type='text'>Was im Mittelalter besser war: Diskussionen</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Zu den unausrottbaren Vorurteilen über das finstere Mittelalter gehört die scholastische Spitzfindigkeit. Meist wird dazu die berüchtigte Frage zitiert, wieviele Engel auf einer Nadelspitze tanzen könnten, über die damals angeblich mit Hingabe diskutiert wurde. Dabei gibt es keine kultiviertere Form der Debatte als die scholastische Disputation. Zu ihren Grundregeln gehörte es, daß man dem Gegner nicht sofort antwortete, sondern dessen Argument zuerst in eigenen Worten wiederholte - um sicher zu gehen, daß er genau das gemeint hatte. Thomas von Aquin hat an der Universität Paris zweimal pro Woche eine öffentliche Disputation gehalten. Er hatte den Ehrgeiz, die Position seines Gegners besser wiederzugeben als dieser selbst. &lt;br /&gt;Wer sich in einer mittelalterlichen Disputation so benommen hätte, wie heute bei Anne Will oder Majbritt Illner üblich. wäre sofort rausgeflogen. Warum, kann man beim heiligen Augustinus nachlesen: „Mögen wüten wider euch jene, die nicht wissen, mit welcher Mühsal man die Wahrheit findet“, schrieb er in einer Schrift gegen die Manichäer, die er für Ketzer hielt. „Mögen wüten wider euch jene, die nicht wissen, mit welcher Schwierigkeit das Auge des inneren Menschen hell wird. Wüten mögen wieder euch jene, die nicht wissen, unter wieviel Stöhnen und Seufzen es geschieht, daß man auch nur ein Winziges an göttlicher Einsicht gewinnt.“ Das Schlüsselwort dabei ist „Wahrheit“. Wir müssen uns wohl ganz schön anstrengen, bis wir wieder so tolerant werden wie das Mittelalter.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4889148514154714802?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4889148514154714802/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4889148514154714802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4889148514154714802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/was-im-mittelalter-besser-war.html' title='Was im Mittelalter besser war: Diskussionen'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-2039474641618953969</id><published>2010-05-02T01:19:00.001+02:00</published><updated>2010-05-02T01:19:51.262+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verfallszeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heidentum'/><title type='text'>Verfallszeit</title><content type='html'>"Spätestens mit der Errichtung eines eigenen neuen Kuriendikasteriums zur Neuevangelisierung des Westens durch Papst Benedikt XVI ist es kirchenamtlich geworden: Wir Europäer sind zum Missionsland geworden. Daß wir es nicht „noch immer“ sind, sondern „wieder“ zeigt zu unserem Schmach und zu unserer Schande deutlich auf, daß wir degeneriert sind: wir hatten schon einmal eine höhere Stufe inne, die wir nicht nur nicht weiter auszubauen imstande waren, sondern nicht einmal zu halten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quelle: Europa ist ein Missionsland geworden. Ein Kommentar von Mag. Michael Gurtner. Weiterlesen: &lt;a href="http://kathnews.de/cms/cms/front_content.php?idart=222"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-2039474641618953969?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/2039474641618953969/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/verfallszeit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2039474641618953969'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/2039474641618953969'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/05/verfallszeit.html' title='Verfallszeit'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5085911046948514310</id><published>2010-04-25T19:31:00.002+02:00</published><updated>2010-04-25T19:33:58.801+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verfallszeit'/><title type='text'>Eliten</title><content type='html'>&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Ist Deutschland das verkommenste Land Europas – oder doch eher Großbritannien? Für das Vereinigte Königreich spricht diese Meldung der BBC: „The Foreign Office has apologised for a "foolish" document which suggested the Pope's visit to the UK could be marked by the launch of "Benedict" condoms. Called "The ideal visit would see...", it said the Pope could be invited to open an abortion clinic and bless a gay marriage during September's visit.“ Weitere Einzelheiten erspare ich mir. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Hinter soviel Esprit wollen die notorischen Qualitätsproduzenten unserer bundesdeutschen GEZ-Glotze natürlich nicht zurückbleiben. ZDF-Kabarettist Urban Priol demonstrierte die überlegene Brillanz unseres Staatsfernsehens mit folgendem Bonmot zur Trauerfeier für den polnischen Präsidenten: „Ist da eine Heuchelei im Gange: Wie beliebt er war, der in ganz Europa als Nervensäge belächelte Lech Kaczynski. Mit dem wollte doch keine Sau was zu tun haben.“ Eine überaus treffende Bemerkung – die selbst ernannte Elite Europas wird sich darin wiedererkennen.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5085911046948514310?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5085911046948514310/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/eliten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5085911046948514310'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5085911046948514310'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/eliten.html' title='Eliten'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-9126805761668624305</id><published>2010-04-23T10:04:00.000+02:00</published><updated>2010-04-23T10:04:17.171+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Freimaurerei'/><title type='text'>Name als Programm</title><content type='html'>Der Großmeister der deutschen Freimaurer heißt tatsächliche Jens &lt;strong&gt;Oberheide.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;via Manfred, der &lt;a href="http://www.korrektheiten.com/2010/04/23/hans-kueng-und-die-freimaurer/#comments"&gt;hier&lt;/a&gt; untersucht, ob Hans Küng Freimaurer ist.&lt;strong&gt;&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-9126805761668624305?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/9126805761668624305/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/name-als-programm.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9126805761668624305'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9126805761668624305'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/name-als-programm.html' title='Name als Programm'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1829374548392068270</id><published>2010-04-20T20:17:00.001+02:00</published><updated>2010-04-20T20:22:11.053+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Terreur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Papsttum'/><title type='text'>Chronik einer Eskalation</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Der Versuch zweier atheistischer Fanatiker in England, den Papst verhaften zu lassen, wirkt auf den ersten Blick absurd – und ist es fürderhin wohl auch. Doch für die Zukunft ausgeschlossen ist eine solche Aktion keineswegs. Hitchens und Dawkins wollen mit ihrer Anklage den säkularen Staat gegen die Kirche in Stellung bringen. Solche Konfrontationen gab es in der modernen Geschichte mehrfach, bis hin zur Gefangennahme zweier Päpste im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons. Deshalb hier aus aktuellem Anlaß: die Chronik einer Eskalation. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ganze 18. Jahrhundert über verstärkten militante Kirchenfeinde ihre Attacken gegen den katholischen Glauben. Die Stichworte dafür lieferten aufgeklärte Intellektuelle, die aber bald von sogenannten Reformern innerhalb der Kirche unterstützt wurden. Zu ihnen gehörte etwa der Trierer Weihbischof Hontheim, der Küng des 18. Jahrhunderts, der eine größere Unabhängigkeit der Bischöfe von Rom forderte. Das erste Angriffsziel war jedoch der Jesuitenorden. Die Aufklärer hassten ihn, weil die Patres der Gesellschaft Jesu ihnen geistig ebenbürtig waren und zugleich in unbedingter Treue an Papsttum und Kirche festhielten. Als die Aufklärer an den absolutistischen Höfen in Spanien, Frankreich und Portugal zu Einfluss gelangten, wurden die Jesuiten sukzessive aus diesen Ländern vertrieben. Deren Regenten zwangen 1773 den Papst, den gesamten Jesuitenorden aufzuheben. Nachdem dieses Bollwerk gefallen war, richteten sich die Angriffe gegen die Kirche im Allgemeinen. Kaiser Joseph II. löste ab 1780 in Österreich die sogenanten „untätigen“ Orden auf – für das kontemplative Leben hatte er in seinem rationalistischen Nützlichkeitsdenken kein Verständnis. 1300 Klöster wurden damals aufgehoben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine neue Phase des Kirchenkampfs setzte mit der Französischen Revolution ein: Sie führte von der Einziehung des gesamten Kirchenbesitzes – beschlossen auf Antrag des Bischofs und späteren Außenministers Talleyrand – über die blutige Verfolgung der Priester und Gläubigen bis hin zur offiziellen Abschaffung des Christentums zugunsten eines „Kultes der Vernunft“. 1798 marschierten die Revolutionäre auch nach Rom und riefen dort die Republik aus. Nun bot sich ihnen die Chance, die Spitze der Kirche zu treffen. Hand an den bereits schwerkranken, 80-jährigen Papst Pius VI. zu legen, wagten sie nicht. Doch er sollte aus Rom weggebracht, interniert und so unschädlich gemacht werden. Am 28. Februar 1798, nachts, musste Pius mit einer Eskorte französischer Husaren die Ewige Stadt verlassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch was geschah nun? Ein kollektives Aufseufzen der Erleichterung? Allgemeiner Jubel über die Befreiung von Aberglauben und Fanatismus, wie die damaligen Kampfbegriffe lauteten? Wer darauf hoffte, erlebte eine Enttäuschung: Denn überall, wo die päpstliche Wagenkolonne durchkam, bildeten sich gewaltige Menschenaufläufe. Die Massen jubelten dem Heiligen Vater zu, der kaum noch die Hand heben konnte, um sie zu segnen. Als die Menschen den Zustand des Papstes erkannten, richtete sich ihre Empörung auch gegen seine Peiniger. Doch zu Gewalttaten kam es nicht: Glockengeläut, geschmückte Straßen und knieende Menschen am Wegrand blieben die einzigen Formen des Protests. Schon das genügte, um die Franzosen um ihre Macht fürchten zu lassen. Die Revolutionsregierung beschloss, Pius nach Frankreich zu deportieren. Für den bereits vom Tod gezeichneten, schwer leidenden Mann war die Reise über die Alpen eine Tortur. Sie endete im südfranzösischen Valence, wo Papst Pius VI. im Sommer 1799 starb. Auf dem Sterbebett segnete er mit letzter Kraft die Welt, die er zurückließ, und vergab seinen Feinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne Oberhaupt, in weiten Teilen Europas verfolgt und zerrüttet – so beendete die katholische Kirche das 18. Jahrhundert. Doch regten sich bereits die Kräfte für einen neuen Anfang. 1798 begann Francois de Chataeubriand, der brillanteste junge Dichter Frankreichs, die Arbeit an seinem Buch „Génie du Christianisme“, der Genius des Christentums. Darin beschrieb er in mitreißender Sprache die kulturellen, ethischen und geistigen Leistungen der Kirche. Unter den jungen Intellektuellen Europas setzte eine Trendwende ein. Sie wandten sich vom Rationalismus ab. Der Katholizismus, jahrzenhtelang nur Objekt für Haß und Spott, faszinierte sie. „Angewandtes, lebendig gewordenes Christentum war der alte katholische Glaube“, schrieb der junge deutsche Protestant Friedrich von Hardenberg, der unter dem Namen Novalis bekannt wurde. „Seine Allgegenwart im Leben, seine Liebe zur Kunst, seine tiefe Humanität, die Unverbrüchlichkeit seiner Ehen, seine menschenfreundliche Mitteilsamkeit, seine Freude an der Armut, Gehorsam und Treue machen ihn als echte Religion erkennbar und enthalten die Grundzüge seiner Verfassung.“ Das 19. Jahrhundert begann mit einer Wellle aufsehenerregender Konversionen: Der Dichter Friedrich von Stolberg trat 1800 zum katholischen Glauben über – und handelte sich dafür eine wütende Kritik seines Freundes Gottfried August Bürger ein: „Wie Fritz Stolberg ein Knecht geworden ist“. Doch andere folgten diesem Beispiel, so die romantischen Schriftsteller Friedrich Schlegel und Zacharias Werner oder die Staatstheoretiker Adam Müller und Karl Ludwig Haller. Eine neue katholische geistige Elite begann sich zu bilden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch organisatorisch gelang der Kirche ein Befreiungsschlag. Noch vor seinem Tod hatte Pius VI. die Voraussetzungen für den Zusammentritt eines Not-Konklaves außerhalb von Rom getroffen. Es wählte im Jahr 1800 in Venedig einen neuen Papst, Pius VII. Ein Durchbruch war auch das 1801 mit dem neuen französischen Machthaber, Napoleon Bonaparte, geschlossene Konkordat, das die Verfolgung der Kirche in Frankreich beendete: Die französische Republik erkennt an, „dass die katholische, apostolische und römische Religion die Religion der großen Mehrheit der französischen Bürger ist“, lautet die erste Bestimmung. Die Erkenntnis, auf Dauer nicht gegen diese Mehrheit regieren zu können, bewog Napoleon zum Einlenken. Freilich sicherte er sich im Gegenzug weitreichenden Einfluß, von der Ernennung der Bischöfe bis zur Besoldung der Pfarrer. Und je mehr sein Regime in Europa unter Druck geriet, desto härter wurde sein Zugriff auf die Kirche. Hinter den Volksaufständen in Spanien ab 1808 und in Tirol 1809 stand auch der Protest gegen die kirchenfeindlichen Schikanen der von den Franzosen eingesetzten aufgeklärten Bürokraten. So ließ Napoleon 1809 erneut den Kirchenstaat besetzen, Pius VII. verhaften und nach Frankreich bringen. Nicht ideologische Motive, sondern pure Machtpolitik stand hinter dieser zweiten Verhaftung eines Papstes innerhalb von zehn Jahren. Sie währte bis zur Abdankung des Franzosenkaisers im Jahr 1814. Im selben Jahr kehrte Pius VII. nach Rom zurück. Zu seinen ersten Maßnahmen gehörte die Wiederherstellung des Jesuitenordens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist aus diesen Vorgängen zu lernen? Die katholische Kirche, zum Ende des 18. Jahrhunderts ähnlich in der Defensive wie im heutigen (West-)Europa, ging aus der Konfrontation gestärkt hervor. „Sanguis martyrum semen christianorum“ – dieser Satz bewahrheitete sich wieder. Doch ist er auch auf heute, auf den steinigen, ausgedörrten Boden der westlichen Länder übertragbar? Denn wir müssen wohl auch mit der Möglichkeit rechnen, dass die heutigen Angriffe gegen die Kirche noch zunehmen und der Konflikt seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1829374548392068270?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1829374548392068270/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/chronik-einer-eskalation.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1829374548392068270'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1829374548392068270'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/chronik-einer-eskalation.html' title='Chronik einer Eskalation'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3356811335604636489</id><published>2010-04-19T16:23:00.000+02:00</published><updated>2010-04-19T16:23:34.588+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Benedikt XVI.'/><title type='text'>Am deutschen Wesen</title><content type='html'>"Gemessen an dem Druck, mit dem eine Handvoll Kritiker aus Deutschland der lateinischen sowie den anderen 22 Teilkirchen der globalen katholischen Kirche ein neues Programm diktieren will, wirkt der vielgescholtene römische Zentralismus geradezu wie ein antiautoritärer Kindergarten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;aus: Peter Seewald, &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26430"&gt;Die Stunde des Papstes&lt;/a&gt;, sehr schöne Würdigung zum fünften Jahrestag des Pontifikats, unbedingt lesen!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3356811335604636489?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3356811335604636489/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/am-deutschen-wesen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3356811335604636489'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3356811335604636489'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/am-deutschen-wesen.html' title='Am deutschen Wesen'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-8923681092182669269</id><published>2010-04-19T16:17:00.001+02:00</published><updated>2010-04-20T20:16:33.246+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='20. Jahrhundert'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Terreur'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='deutsche Literatur'/><title type='text'>Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott</title><content type='html'>Kürzlich hat eine amerikanische Journalistin &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26233"&gt;erklärt&lt;/a&gt;, daß die derzeitige antiklerikale Stimmung in den Medien an das vorrevolutionäre Frankreich des 18. Jahrhunderts erinnert:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"[Elizabeth] Lev sieht in der derzeitigen Haltung der Medien gegenüber der katholischen Kirche Parallelen zu den „anhaltenden feindlichen Attacken“, denen die katholischen Geistlichen sich vor der französischen Revolution ausgesetzt sahen, nachdem 1789 die Autorität des französischen Königs geschwächt war. Auch damals seien isolierte Einzelfälle von Priestern, die ein unmoralisches Leben führten, aufgebläht worden, um damit den Anschein zu verleihen, dass sich dieses Problem endemisch verbreitet habe und den gesamten Priesterstand betreffe. Ironischerweise sei das in einer Zeit passiert, in der der sexuelle Liberalismus weit verbreitet war."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraufhin habe ich noch einmal Gertrud von Le Forts "Die Letzte am Schafott" (1931) gelesen, eine Novelle, deren Stoff in der Zeit der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution angesiedelt ist. Am 17. Juli 1794 erlitten sechzehn Schwestern des Karmels von Compiègne das Martyrium. Die Autorin stellt ihnen zwei Mitschwestern zur Seite: die Novizenmeisterin Marie de L'Incarnation, uneheliche Tochter eines Prinzen von Frankreich, eine majestätische und eindrucksvolle Persönlichkeit, und die ängstliche Novizin Blanche de la Force:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Nie gab es ein an sich wohlgebildetes Kind von Adel, das sich so scheu bewegte und so unglücklich errötete wie Blanche de la Force. Der große Titel ihres Geschlechtes schien wie ein Plakat, das man ihr zu Unrecht angeheftet hatte, der stolze Name La Force geradezu wie ein Hohn. Nur Blanche traute man sich zuversichtlich sie zu rufen, wenn man nämlich an ihr erblassendes Gesichtchen dachte. Aber "Häschen" blieb doch der passendste Name." (S. 11)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marie sehnt sich schon nach dem Martyrium, als außer ihr noch niemand glaubt, daß die Anhänger der Revolution vor Mord und Terror nicht zurückschrecken:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;" Hieß es nicht vielmehr, gerade unsere humanen Zeiten auf das schwerste verkennen, wenn man sie der Blutgedanken zieh? Und war es nicht geradezu ein wenig lächerlich, ihnen die schreckliche Größe des eigentlichen Gotteshasses zuzutrauen, während man doch jedermann nur mit philosophischen &amp;nbsp;Phrasen und den drückenden Fragen der staatlichen Finanznot beschäftigt sah?" (S. 35)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch bald schon ahnen die Schwestern, welches Schicksal ihnen bevorsteht. Während Marie sich auf das Opfer vorbereitet, zeigt sich immer deutlicher Blanches Berufung: Sie folgt Christus in die Todesangst hinein, harrt bei ihm aus, "während andere sich rüsteten, jubelnd [s]einen Tod zu sterben." (S. 42) Doch Blanches Nerven versagen, und sie flieht aus dem Kloster: "Sie allein wollte damals bei unserm Heiland in seiner Todesangst ausharren, und als ihre Kraft zusammenbrach, lief sie gleichsam in diese hinein." (S. 54)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schwestern werden verhaftet, gerade als Marie von den Behörden nach Paris zitiert worden war: Sie bleibt in Freiheit, gegen ihren Willen. Ein Advokat versteckt sie, sie ist vom Opfer ausgeschlossen. Doch gerade dies ist das Opfer, das sie erbringen muß:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Und doch liegt auch hier ein Todesopfer vor: es handelt sich um das schweigende Versinken dessen, was ein ganzes Menschenleben als seinen Sinn erkannte; es handelt sich um das Opfer des Opfers." (S. 68)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maries letzte Hoffnung ist es, in der Menschenmenge versteckt ihre Schwestern auf dem Weg zum Schafott zu begleiten. Die Schwestern wollten singend aufs Schafott steigen, Marie möchte ihren Gesang vollenden. Auch diese Hoffnung erfüllt sich nicht, Marie bleibt auf Weisung eines Priesters in ihrem Versteck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schwestern singen vor ihrer Ermordung das Veni creator. Eine nach der anderen wird getötet, der Gesang wird dünner, ist am Ende nur noch von einer einzigen Stimme getragen. Doch da mischt sich eine "ganz kleine, feine, kindliche Stimme" in den Gesang hinein: Blanche singt das Veni creator ihrer Schwestern zu Ende, ganz allein, mitten im mordlustigen Pöbel, auf "der großen, blutigen, schrecklichen Place de la Révolution".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Deo patri sit gloria&lt;br /&gt;Et Filio, qui a mortuis&lt;br /&gt;Surrexit ac Paraclito&lt;br /&gt;In saeculorum saecula!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blanche darf tun, wonach Marie sich sehnte, was sie selbst aber fürchtete. Am Ende erlebt man nicht den "Sieg einer Heldin, sondern das Wunder in der Schwachen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und darin liegt die wichtigste Lehre, die man aus dieser Erzählung ziehen kann: Es geht nicht darum, den eigenen Willen durchzusetzen, die eigenen großartigen Pläne zur Erfüllung zu bringen.Wer Gottes Willen zu tun versucht und ihm gehorsam sein möchte, nähert sich dem Entwurf an, den Gott von ihm hat: Er wird sich selbst ähnlicher, wird so, wie er sein soll. Und dann wird auch das Schwierige, Problematische und Schwache zum Guten gewendet: Die stolze, starke Marie fügt sich demütig in ihr Schweigen. Blanche, die sich am liebsten verstecken würde, bezeugt mit ihrem Gesang mitten in einer zum Bösen entfesselten Menschenmenge ihren Glauben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier noch mein liebstes Zitat: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die christliche Idee entzündet sich ja wie keine andere gerade an der Verfolgung; &amp;nbsp;hier ist der Punkt, wo das natürliche Raffinement jeder Brutalität gegen sie in eine fast übernatürliche Dummheit umschlägt." (S. 29)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*************&lt;br /&gt;alle Zitate aus: Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott, Stuttgart: reclam 2005.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-8923681092182669269?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/8923681092182669269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/gertrud-von-le-fort-die-letzte-am.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8923681092182669269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/8923681092182669269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/gertrud-von-le-fort-die-letzte-am.html' title='Gertrud von Le Fort: Die Letzte am Schafott'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1529358825209569065</id><published>2010-04-17T14:43:00.001+02:00</published><updated>2010-04-20T20:27:07.696+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Hilfe, es staubt</title><content type='html'>Vor ein paar Monaten hatten wir mal wieder richtiges Winterwetter (ganz entgegen der Vorgaben der Klimawandel-Agenda), und gleich wurde &lt;a href="http://literaturundleben.blogspot.com/2010/01/hilfe-es-schneit.html"&gt;Hysterie&lt;/a&gt; geschürt: Hamsterkäufe machen! Batteriebetriebenes Radio kaufen! Kerzen und Decken! Zuhause bleiben! Draußen Knochenbruchgefahr! Deshalb wundert's mich nicht, daß die "gigantische" Staubwolke, die nach dem Vulkanausbruch in Island über Europa fliegt, einige Experten gleich wieder in Alarmstimmung versetzt: &lt;a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/experten_uneins_ueber_gesundheitsrisiko_durch_vulkanasche_1.5463746.html"&gt;"WHO rät im Haus zu bleiben"&lt;/a&gt;, schreibt die NZZ. Und wer nicht zuhause bleiben will, soll Atemschutzmasken tragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Blick aus dem Fenster, endlich strahlendes Wetter, blauer Himmel, die Sonne nicht grau verfinstert, es regnet keine Asche, und wenn ich die Hand rausstrecke, &amp;nbsp;legt sich keine Staubschicht drauf. Zum Glück niemand mit Atemschutzmaske auf der Straße. Und ich hole jetzt erstmal meinen Liegestuhl aus dem Keller.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1529358825209569065?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1529358825209569065/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/hilfe-es-staubt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1529358825209569065'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1529358825209569065'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/hilfe-es-staubt.html' title='Hilfe, es staubt'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6371609350528859885</id><published>2010-04-15T11:41:00.000+02:00</published><updated>2010-04-15T11:41:22.905+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Debattenstil</title><content type='html'>"Du willst doch nicht etwa den Papst verteidigen!" schallte es einem Mitglied einer Journaillistenmailingliste einmütig entgegen. Soweit hatte der Geächtete freilich gar nicht gehen wollen: Er hatte lediglich einen etwas differenzierteren Umgang mit Begriffen angemahnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem kleinen Vorgang zeigt sich, warum es mit der Diskussionsfähigkeit, wie sie sich in den Medien präsentiert, bergab geht. Es geht nicht mehr darum, was jemand sagt, sondern auf wessen Seite er steht. Jede Bewegung hin zum Gegner wird sofort sanktioniert. Es geht nicht um Wahrheitsfindung, sondern um Konsens und Gruppenzugehörigkeit. Ist die eigene Postion gefährdet, bedient man sich nur eines einzigen Argumentes: des Argumentum ad hominem. Unlautere Mittel, wie Lüge, sind ebenfalls erlaubt, wenn es gilt, die Mehrheitsmeinung zu verteidigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer nicht auf der richtigen Seite steht oder nur den Anschein erweckt, sich nicht zu der von der Mehrheit als richtig erkannten Position zu bekennen, wird mit den üblichen Bannformeln belegt: religiös, reaktionär, rechts etc. und mit Gesprächsverweigerung bestraft. Freilich ist jeder Dummkopf dazu fähig, andere auf diese Weise auszugrenzen, und das macht dieses Verfahren für die Journaille so reizvoll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles eine Folge des Relativismus? Wo es keine Wahrheit gibt, wird sie um so verbissener verteidigt? Vielleicht. Solange ein solcher Argumentationsstil herrscht, sind intelligentere Debatten in unseren Medien wohl nicht zu erwarten.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6371609350528859885?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6371609350528859885/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/debattenstil.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6371609350528859885'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6371609350528859885'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/debattenstil.html' title='Debattenstil'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4899915217463057277</id><published>2010-04-13T16:35:00.000+02:00</published><updated>2010-04-13T16:39:20.632+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Geschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeist'/><title type='text'>Die Stunde des Thomas Morus</title><content type='html'>Ein englischer Anwalt will den Papst verhaften lassen. Das erinnert daran, dass im Vereinigten Königreich die Katholiken für Jahrhunderte ihrer Bürgerrechte beraubt wurden, nachdem König Heinrich VIII. sich selbst an Stelle des Papstes als Kirchenoberhaupt eingesetzt hatte. Aus gegebenem Anlass daher die Buchempfehlung „Die Stunde des Thomas Morus – Einer gegen die Macht“ von Peter Berglar.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Begründung ein Auszug aus dem Vorwort: „Die Geschichte Thomas Mores, allein schon als historisch-biographischer Stoff, ist fesselnd und erzählenswert. Aber darüber hinaus ist sie geeignet, uns persönlich zu treffen; sie ist im besten Sinne „aktuell“  ... Der Sache nach ging es um die Scheidung und Wiederverheiratung des Königs und, damit verknüpft, um die Trennung der englischen Kirche von Rom ... Aber es ging noch um anderes: um den Anspruch der staatlichen Macht nicht bloß auf faktischen Gehorsam, sondern auf aktive Zustimmung. Erstmals sollte es nicht nur genügen, obrigkeitliche Entscheidungen einfach hinzunehmen, sondern gefordert war, sie ausdrücklich gutzuheißen. Nicht Rebellion wurde verfolgt, sondern bloße Gesinnung“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und weiter: „Noch ist in der westlichen Welt unser Freiraum unvergleichlich größer als der Mores. Wir sind nicht auf das bloße Nicht-Zustimmen zu Unrecht oder, allgemein, zu dem, was unseren Überzeugungen entgegenläuft, angewiesen, sondern wir können unsere Standpunkte aktiv vertreten und brauchen – noch – keinen Konsens zu heucheln, der nicht vorhanden ist. Wir wissen aber, daß das nicht überall auf der Welt so ist. Und auch um uns, in den freien und offenen Gesellschaften, wächst die Tendenz zur Uniformität der artikulierten Meinungen: möge jeder „glauben“, was er will – sagen soll er, was gefällt. Die Zwänge, welche die Konformität der Äußerungen und der sichtbaren Verhaltensweisen ohne Rücksicht auf innere Überzeugungen und persönliche Wahrhaftigkeit herbeiführen sollen, nehmen ohne Zweifel weltweit zu und sie sind keineswegs nur physisch-machtmäßiger Art. Damit aber gewinnt die „Stunde des Thomas Morus“ für uns den Rang von Beispiel und Programm.“&lt;br /&gt;Geschrieben 1978 – und aktueller denn je.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4899915217463057277?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4899915217463057277/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/die-stunde-des-thomas-morus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4899915217463057277'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4899915217463057277'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/die-stunde-des-thomas-morus.html' title='Die Stunde des Thomas Morus'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3209700005771770887</id><published>2010-04-08T10:05:00.000+02:00</published><updated>2010-04-08T10:05:49.522+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Zeitungsleser</title><content type='html'>Gestern&amp;nbsp;saß ich in der S-Bahn einem Zeitungsleser gegenüber, der auf mich wirkte wie der Vertreter einer ausgestorbenen Gattung. Er blätterte in der &lt;i&gt;Süddeutschen, &lt;/i&gt;und mit seiner Mimik versuchte er deutlich jene Haltung zur Welt zum Ausdruck zu bringen, die man&amp;nbsp;früher als kritisches Bewußtsein bezeichnet hatte. Er trug eine so&amp;nbsp;schmutzige wie teure Hose, eine Art Pferdedecke als Pullover, eine Designerbrille, Haupthaar und Bart waren grau und wirr. Ich vermutete, daß er schon 1968 groß dabei war.&amp;nbsp;Wenn jemand in seiner Nähe redete, beschwerte er sich und deutete entrüstet auf seine Zeitung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich ihn beobachtete, wunderte ich mich darüber, daß es also tatsächlich noch Kreise gibt, in denen das öffentliche Zeitungslesen als prestigefördernd gilt. Eigentlich absurd, denn wenn man sich einen Großteil der heutigen Presseerzeugnisse anschaut, möchte man sich lieber den Damen früherer Zeiten anschließen, die ihre Handschuhe nie mit Druckerschwärze befleckt hätten: Zeitungen sind schmutzig, in vielerlei Hinsicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gedanke, daß die Massenmedien vor allem der Aufklärung dienen, hält sich&amp;nbsp;hartnäckig. Würde man eine Straßenumfrage starten, würden zwar wahrscheinlich die meisten der Aussage zustimmen, daß die Presse lügt. Vielleicht könnten sie diese Behauptung auch mit Beispielen untermauern und würden sich z. B. an den Schweinegrippe-Hoax erinnern.&amp;nbsp;Doch auch da galt zunächst: Was in der Zeitung steht und oft wiederholt wird, muß wahr sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man konsumiert Massenmedien, um sich zu informieren. Je größer die Informationsflut, um so aufgeklärter wähnt man sich. In Gesprächen springt man von einer Halbwahrheit zur nächsten, ohne einen klaren Gedanken fassen zu können. Denn die vielen Einzelinformationen, die den Leser tagtäglich überfluten, führen nicht zu Erkenntnis, sondern Verwirrung. Es fehlen die Kontexte für das Verständnis. Niemand verfügt über das Wissen, daß er bräuchte, um all die Informationen, die er geliefert bekommt, einordnen, überprüfen und bewerten zu können. Und genau dieses Tatsache läßt sich beliebig nutzen, wenn statt Nachrichten Propaganda verbreitet werden soll. Informationen, Bruchstücke von Wissen, können verfälscht oder in neue Zusammenhänge gerückt werden, so daß sie die propagierte Weltsicht bestätigen und dazu dienen können, bestimmte Interessen durchzusetzen. Als Beispiel sei nur daran erinnert, wie weit die Medien in der gegenwärtigen Kampagne gegen die Kirche den Begriff "Mißbrauch" ausdehnen: Wenn 1960 irgendwo in einer katholischen Schule ein Schüler eine Ohrfeige bekommen hat, wird das heute zur Sexualstraftat hochgeschrieben. Der Leser wird in eine bestimmte Richtung gelenkt, als Transportmittel dienen Gefühle, die durch die Berichterstattung geweckt werden: in diesem Fall Empörung und Abscheu. Die Frage der Plausibilität stellt sich oft nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich ist auch hier jede Verallgemeinerung falsch. Es gibt&amp;nbsp;gute, ehrliche Journalisten, die sauber recherchieren, nach der Wahrheit suchen und den Unterschied zwischen Berichterstattung und Kommentar kennen ( - beide Gattungen verschwimmen heute immer mehr). Doch in einer&amp;nbsp;guten und gesunden Presselandschaft, die&amp;nbsp;ein breites Spektrum unterschiedlicher Meinungen zuläßt, würde man ihre Stimmen deutlicher vernehmen.&amp;nbsp;Die Entwicklung heute weist in die andere Richtung: &amp;nbsp;In unserer Konsenskultur gilt Meinungsvielfalt tendenziell als bedrohlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Internet läßt in dieser Situation Morgenluft wittern, solange es frei ist. Die Zeitung in der Hand, als Zeichen für Bildung und Unterscheidungsfähigkeit, erscheint mir dagegen ein wenig gestrig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3209700005771770887?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3209700005771770887/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/zeitungsleser.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3209700005771770887'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3209700005771770887'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/zeitungsleser.html' title='Zeitungsleser'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-3863092840539323030</id><published>2010-04-07T08:23:00.000+02:00</published><updated>2010-04-07T08:26:18.243+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='BRD'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alltag'/><title type='text'>Impression</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal an meiner alten Uni. Seltsam: Wenn ich das Campus-Gelände heute betrete, befällt mich jedesmal eine leise Depression. Nicht aus Sehnsucht nach der verflossenen Studentenzeit – es ist eher der Eindruck der Verwahrlosung, ja des Verfalls, der sich überall aufdrängt und den ich früher nicht so wahrnahm. Zwar wird an vielen Stellen gebaut, aber dennoch stellt sich keine Aufbruchstimmung ein, Gleichgültigkeit und Desinteresse überwiegen. An den Baustellen informieren keine Schilder darüber, was hier entstehen soll. Niemand scheint sich dafür zu interessieren. Die Gebäude sind ungepflegt und schmutzig, notdürftig ausgebessert und technisch nachgerüstet, um der wachsenden Zahl der Studenten standzuhalten. Zwischen den halb fertigen oder verfallenden Bauten immer noch die allgegenwärtige linke Propaganda, Plakate, Graffiti, Parolen, die sich anscheinend nirgendwo so zäh halten wie im Bildungswesen. Ob zwischen der um sich greifenden Verwahrlosung und der ungebrochenen Vorherrschaft linker Ideologien nicht ein Zusammenhang besteht? Auch das Konterfei von Karl Marx entdecke ich auf den Plakaten. Und plötzlich weiß ich, woran mich die Szenerie erinnert: an meinen ersten und einzigen Besuch in der real existierenden DDR 1986. Die gleiche graue Trostlosigkeit, die gleichen Parolen. Ein beeinruhigender Gedanke: die Universitäten als Vorgeschmack dessen, was die Bundesrepublik auf ihrem Weg in eine „DDR light“ erwartet&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-3863092840539323030?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/3863092840539323030/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/impression.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3863092840539323030'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/3863092840539323030'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/impression.html' title='Impression'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5619512543179084567</id><published>2010-04-06T09:50:00.000+02:00</published><updated>2010-04-06T10:00:20.394+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='20. Jahrhundert'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Elisabeth Langgässer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Roman'/><title type='text'>Elisabeth Langgässer: Märkische Argonautenfahrt</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:georgia;"&gt;Unser literarisches Bild der Nachkriegszeit ist von den Werken der Gruppe 47 geprägt: lakonisch im Stil, sozialkritisch und politisch links. Freilich gab es damals auch andere Stimmen: Elisabeth Langgässer zum Beispiel. Ihr Roman „Märkische Argonautenfahrt“ erschien 1950.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr oder weniger zufällig kam mir das Buch vor kurzem in die Hände, und der Lektüreeinstieg war nicht leicht. Denn für den heutigen Leser bietet es ungewohnte Kost; es unterläuft die an der „Trümmerliteratur“ orientierten Erwartungen, wirkt irritierend und verstiegen, mystisch und mythologisch überfrachtet, dabei aber hochpoetisch. Sieben Menschen brechen im Hochsommer 1945 aus dem zerstörten Berlin in ein Kloster in der Mark Brandenburg auf, und die geschundene Landschaft wird zum mythologischen Zauberreich. Ein adäquater Umgang mit den traumatischen Erfahrungen dieser Zeit? Darüber mag man diskutieren, doch die größte Provokation liegt sicherlich darin, dass die Zeitereignisse nicht politisch, sondern religiös gedeutet werden. So steht am Anfang ein Gebet, gerichtet an eine heute vergessene Heilige, Franziska Xaviera Cabrini, den ersten heilig gesprochenen Menschen der USA:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Heilige Mutter Cabrini zwischen den Kontinenten des sterbenden Europa und der menschenwimmelnden USA, zwischen dem Bild der zerschmetterten Schönheit und dem Bild der morgenrötlichen Kraft ..., du Bürgerin eines Volkes, dessen Ursprung der Pilger ist ...; Mutter Cabrini, Mutter der Pilger, der Waisenkinder, der Heimatlosen, Mutter, nach deren schlichtem Bildnis sich die Blicke der Armen und Hoffnungslosen gleich den Blicken der Auswanderer nach der Statue der Freiheit im Hafen kehren – aufgerichtete Säule der Kirche, an der die Mayflower festmacht und anlegt, jenes Schiff, das immer wieder den Duft und die Süße des traurigen Abendlandes zu geschichtlosen Küsten trägt – bitte für uns, die ganz Besiegten, die Schuldbeladenen, deren Gesicht, aus dem starren Nacken heruntergezogen, bei den Füßen im Staube liegt. Heilige Mutter Cabrini! Wir bitten dich: bitte für uns!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch, dieser Ausflug in die exotische Welt vor der literarischen Monokultur der späteren Bundesrepublik hat sich gelohnt!&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5619512543179084567?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5619512543179084567/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/elisabeth-langgasser-markische.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5619512543179084567'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5619512543179084567'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/elisabeth-langgasser-markische.html' title='Elisabeth Langgässer: Märkische Argonautenfahrt'/><author><name>Jacopone</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05366247675564963964</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_VOHwfRUQfhg/S7rSYpwGpII/AAAAAAAAAAM/IPSLXanvKTQ/S220/jtd2%5B1%5D.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-1141711309402414052</id><published>2010-04-05T16:08:00.000+02:00</published><updated>2010-04-05T16:08:30.391+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ostern'/><title type='text'>Christus vincit</title><content type='html'>An den&amp;nbsp;wichtigsten Tagen des Jahres habe ich meine Sorgen um die Kirche vergessen können. Alles, was die Presse schreibt, alle Angriffe auf die Kirche und den Papst kamen mir&amp;nbsp;in der Osternacht&amp;nbsp;klein und machtlos vor. Denn Christus, mein König, hat gesiegt. Wir vergessen es manchmal, wenn wir uns zu sehr in die Angelegenheiten der Welt verstricken lassen. Wir sind wütend und ängstlich, wenn Lügen verbreitet werden&amp;nbsp;und die Massenmedien sich, wie gerade wieder, einen&amp;nbsp;schweigenden Papst zusammenlügen (während die Päpste, denen dies vorgeworfen wird, diejenigen sind, die am deutlichsten ihre Stimme gegen das Unrecht erhoben haben). Und in der Tat vermisse ich eine große Zeitung, der das wichtigste Ereignis der Geschichte einen Aufmacher wert ist: "Christus hat den Tod besiegt".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christus lebt, und mit Ihm, wer an Ihn glaubt. Wer das weiß, kann&amp;nbsp;ruhig bleiben, wenn er beschimpft wird, und kann darauf verzichten zurückzuschlagen. Es gibt Menschen, die lächelnd für Christus in den Tod gingen, weil sie an Ihn glaubten. Der Haß der Welt - Er&amp;nbsp;hat ihn&amp;nbsp;vorhergesagt. Christus hat gesiegt. Die Waffen des Gegners waren schwach. Deshalb brauche ich nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Ich brauche niemanden zu bekämpfen, ich darf es noch nicht einmal. Denn&amp;nbsp;ich soll meine Feinde lieben. Und eigentlich sollte das leicht fallen, seit der Auferstehung. Weil Christus ein für allemal gewonnen hat. Freilich fällt es nicht leicht, der Glaube ist oft zu schwach, das Böse auch nach dem Sieg des Lebens noch in der Welt. Doch der Gedanke an die Auferstehung weist den richtigen Weg: Es geht nicht darum, den Feind zu bekämpfen, sondern ihn zu überzeugen. Damit auch er die wichtigste Nachricht erfährt und annehmen kann, auch wenn sie nicht in der Zeitung steht: Christus ist Sieger, in alle Ewigkeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-1141711309402414052?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/1141711309402414052/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/christus-vincit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1141711309402414052'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/1141711309402414052'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/04/christus-vincit.html' title='Christus vincit'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4927687892235920674</id><published>2010-03-31T19:49:00.000+02:00</published><updated>2010-03-31T19:49:52.576+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Zahlen und Fakten</title><content type='html'>"Cicero" hat ein &lt;a href="http://cicero.de/97.php?ress_id=9&amp;amp;item=4907"&gt;Interview&lt;/a&gt; mit dem Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber geführt, und ich hoffe, daß es von vielen gelesen wird. Ein Zitat:&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;"Also, wenn der Spiegel mit 94 Tatverdächtigen in 15 Jahren kommt, dann ist das für jemanden der sich kriminologisch ein bisschen auskennt eine verblüffend geringe Zahl. Das hieße, dass das aktuelle Risiko des sexuellen Missbrauchs in Einrichtungen der katholischen Kirche noch viel geringer ist, als ich das zuerst vermutet hätte. Im Jahr werden durchschnittlich etwa 15.000 Fälle von Kindesmissbrauch polizeilich gemeldet. Die Kirche selbst hat etwa 600.000 Bedienstete, das sind rund 1,8 Prozent der Bevölkerung. Und darunter 94 Fälle seit 1995, das ist im Kontrast zu den alten Fällen eine dramatische Verbesserung der Situation. Abgesehen davon findet weit mehr als die Hälfte des sexuellen Missbrauchs in Familien statt. Noch mehr gilt das für die Gewalttaten. In der Debatte um die katholische Kirche wurde jetzt sexueller Missbrauch und Prügelpädagogik, die es damals unstreitig an allen Schulen gab, so oft vermischt, dass man das Gefühl hatte, man will die Zahlen strecken."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4927687892235920674?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4927687892235920674/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/zahlen-und-fakten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4927687892235920674'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4927687892235920674'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/zahlen-und-fakten.html' title='Zahlen und Fakten'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-9063141303264947247</id><published>2010-03-31T19:41:00.000+02:00</published><updated>2010-03-31T19:41:44.703+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Manfred Lütz'/><title type='text'>Diktatur der Normalität</title><content type='html'>In seinem Buch "Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen" äußert Manfred Lütz die Befürchtung, daß sich unsere Gesellschaft auf "dem besten Weg zur Diktatur der Normalität" befindet, "die die eigene Unsicherheit mit schlichten Parolen überspielt und alles Abweichende rücksichtslos bekämpft":&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;",Normal ist leichter Schwachsinn‘, dieser eigentlich nur mit Bezug auf die menschliche Intelligenz geprägte berühmte Satz eines Psychiaters zu Beginn des wahnsinnig gewordenen 20. Jahrhunderts irrlichtert heute voll schillernder Ironie. Die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts haben jedenfalls die Instrumente erfunden und ausprobiert, mit denen man eine solche Diktatur der Normalität umsetzen kann.&amp;nbsp; Auch wenn sich jene Staatsformen im Kampf der Systeme als zu schwach erwiesen und ihre Inhalte zu Recht auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sind: Dass man eine ganze Gesellschaft mit modernen Methoden uniformieren kann, ist nun für immer im Gedächtnis der Menschheit gespeichert."&lt;br /&gt;(S. 176f.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Zitat läßt sich durchaus als Fußnote zu der derzeitigen Medienkampagne lesen, die die Mißbrauchsfälle und ihre Opfer auf skrupellose Weise für den Kampf gegen die Kirche instrumentalisiert und sehr oft nicht bei der Wahrheit bleibt. Sieht man von einigen Ausnahmen ab, beobachten wir eine Uniformierung der Meinung, die beängstigend ist. Sie vollzieht sich (wahrscheinlich) von alleine, ohne eine vom Staat gelenkte Gleichschaltung (auch wenn das manche vermuten), gesteuert höchstens durch interne Auswahlmechanismen: Wer nach oben kommen will, braucht einen bestimmten Stallgeruch usw., wer seine Artikel verkaufen will, hat mehr Erfolg, wenn er bei der Blattlinie bleibt. Doch die Ursache liegt wahrscheinlich noch viel tiefer: Es geht um die Abweichung von der Normalität, die hysterisch bekämpft wird. Die katholische Kirche widersetzt sich dem linksliberalen Zeitgeist, dem Relativismus und Fortschrittsglauben, dem uniformierten Denken, Fühlen und Handeln des heutigen Normalmenschen bzw. Spießers, der im linksliberalen Milieu anzusiedeln ist - dem Milieu, aus dem sich die meisten Journalisten rekrutieren. Die sich steigernde Aggressivität der Kampagnen deutet gewiß auch auf eine tief im Inneren empfundene Unsicherheit hin. Womöglich ahnen selbst die Verteidiger des Relativismus, daß dieser keine gültigen Deutungen zu liefern vermag. Aber das sind nur Vermutungen. Fest steht nur: Selbstzweifel, die in aggressive Abwehr umschlagen, sind nicht nur gefährlich, sondern machen auch jede vernünftige Debatte sehr, sehr schwer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-9063141303264947247?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/9063141303264947247/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/diktatur-der-normalitat.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9063141303264947247'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9063141303264947247'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/diktatur-der-normalitat.html' title='Diktatur der Normalität'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-6123729099765300015</id><published>2010-03-30T12:07:00.000+02:00</published><updated>2010-03-30T12:07:35.332+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persönliches'/><title type='text'>Meine Maschine und ich</title><content type='html'>Es ist wirklich erschreckend, was&amp;nbsp;für ein inniges Verhältnis ich zu meiner&amp;nbsp;eigenen Büroausstattung entwickelt habe. Zu einem kleinen Netbook gemaugenommen, das mich seit fast zwei Jahren überall hinbegleitet und&amp;nbsp;dafür verantwortlich ist, daß ich meine Handtaschensammlung um einige größere Modelle erweitert habe, in die es hineinpaßt.&amp;nbsp;Alle meine Photos sind auf ihm gespeichert, meine Texte, meine Mails.&amp;nbsp;Und ganz gewiß führt es&amp;nbsp;auf seine eigene maschinenhafte Weise eine Art von Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt ist es kaputt. Gestern hat sich das Display verabschiedet. Erst hat es geflackert, unter größter Anstrengung hat sich mein Netbook noch einmal für eine Minute gegen&amp;nbsp;seine Krankheit und das Erlöschen seiner Lebenskraft aufgebäumt, damit ich&amp;nbsp;das Konzept, an dem ich gearbeitet habe, auf einem USB-Stick speichern konnte. Danach war alles schwarz. Ich muß&amp;nbsp;mein Netbook&amp;nbsp;also in ein Paket stecken und zur Reparatur schicken, und das macht mir Kummer. Was, wenn es auf dem Postweg verloren geht? Oder schlimmer: In den AGB steht, daß der Hersteller es sich vorbehält, ein defektes Gerät gegen ein "gleichwertiges generalüberholtes" auszutauschen. Das wäre so, als wenn man einem Kind, dessen Meerschwein gestorben ist, ein anderes mit ähnlichem Fell kauft und so tut, als wäre es das alte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir jetzt nicht die Karwoche hätten, würde ich mich erst einmal mit ein paar kleinen rosa Küchlein&amp;nbsp;mit Crème und&amp;nbsp;Marzipanblumen trösten. In diesem Café auf der anderen Mainseite, das eingerichtet ist wie ein Babyzimmer oder ein Puppenhaus, rosa und weiß, mit viel Stoff und Stühlen, die klein wirken, obwohl sie es nicht sind, und das ein riesiges Sortiment an bunten Süßigkeiten hat. Dort sieht man oft Mütter mit Kindern, die aussehen, als hätten sie Meerschweine. Wenn ich so recht darüber nachdenke, hätte es ein solches Café in den 90ern in Deutschland noch nicht geben können. Da war alles aus Stahl und Glas und kalt und nüchtern. Und eigentlich&amp;nbsp;ist so ein Babyzimmer-Café ja auch ein bißchen würdelos, für Erwachsene zumindest. Aber die Küchlein sind einmalig. Café-Besuch fest vorgemerkt, für die nächste Woche.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-6123729099765300015?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/6123729099765300015/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/meine-maschine-und-ich.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6123729099765300015'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/6123729099765300015'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/meine-maschine-und-ich.html' title='Meine Maschine und ich'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4491647160699673322</id><published>2010-03-27T20:12:00.000+01:00</published><updated>2010-03-27T20:12:47.334+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Ausnahmsweise</title><content type='html'>Eine Feststellung&amp;nbsp;aus dem&amp;nbsp;"Spiegel", der ich nicht widerspreche:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Der Katholizismus der Weltkirche mit ihren rund 1,2 Milliarden Mitgliedern ist so viel größer und mächtiger als die paar verbiesterten Leitartikler und einstigen theologischen Konkurrenten bei uns zu Hause, die den Missbrauchsskandal missbrauchen, um den deutschen Papst aufs Korn zu nehmen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schreibt &lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,686008,00.html"&gt;Matthias Matussek, ganz gegen die offizielle Blattlinie&lt;/a&gt;. Und weiter: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"In zahlreichen Erklärungen hat der Papst den Missbrauch verurteilt, hat ihn als "verabscheuungswürdiges Verbrechen" und "schwere Sünde" deklariert (15. Februar 2010). Vergleichbares war von protestantischer Seite nicht zu hören. Der Heilige Vater hat, wie auf seiner USA-Reise 2008, die "tiefen Schmerzen und Leiden" beklagt, die verursacht wurden; hat Missbrauch, wie in seinem jüngsten Hirtenbrief nach Irland, "sündhaft und verbrecherisch" genannt. Was soll er noch tun? Den Sitzriesen, die weiterhin ungerührt über "Kartelle des Schweigens" und die "Täter hinter den Tätern" schwafeln, seine Erklärungen persönlich in den Briefkasten stopfen?"&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4491647160699673322?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4491647160699673322/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/ausnahmsweise.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4491647160699673322'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4491647160699673322'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/ausnahmsweise.html' title='Ausnahmsweise'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4983265078667604965</id><published>2010-03-25T14:40:00.000+01:00</published><updated>2010-03-25T14:40:34.154+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirche'/><title type='text'>Bekennermut</title><content type='html'>Im Kommentarbereich von &lt;a href="http://fact-fiction.net/?p=3944"&gt;Kewil&lt;/a&gt; brachte Anna Luehse kürzlich&amp;nbsp;einen Hinweis auf einen &lt;em&gt;Spiegel&lt;/em&gt;-Artikel vom 11.10. 1971.&amp;nbsp;Unter dem Titel "Sumpf und Sitte" ist dort beschrieben, wie die Medien&amp;nbsp;unter den&amp;nbsp;Nationalsozialisten gegen die Kirche hetzten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Als “Sexualsumpf” galt Hitlers Propagandisten der Klerus. Mit Serien von Sitten-Prozessen versuchten sie Gläubige von der Kirche abzuspalten.&lt;br /&gt;[...]&lt;br /&gt;Sämtliche Zeitungen im Reich (täglich etwa 14 Millionen Exemplare) mußten über die Prozesse berichten. Aufmachung, Überschrift und Tendenz der Artikel wurden auf den täglichen Pressekonferenzen im Propaganda- Ministerium bis ins Detail vorgeschrieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Sprachregelung dieser Aktion beauftragte Goebbels den Ministerialdirektor Berndt, der täglich neue Schmäh-Sentenzen auszubrüten hatte. Berndts jeweilige Einfälle wurden von allen Zeitungen pflichtgemäß gedruckt -- jeweils mit dem obligaten Zusatz, derartige "Schweinereien" seien typisch für die katholische Kirche. Beispiele: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;* Die Sakristei sei generell "zum Bordell" geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;* Klöster seien "wahre Brutstätten der Homosexualität". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;* Die Kirche kämpfe nur für die Konfessionsschule. weil "das Treiben der Ordensbrüder auf den katholischen Toiletten nicht so beobachtet werden könne".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch was&amp;nbsp;selbst&amp;nbsp;der &lt;em&gt;Spiegel&lt;/em&gt; damals noch offen aussprach,&amp;nbsp;wird heute&amp;nbsp;gerne verschwiegen: Katholiken als Opfer des nationalsozialistischen Regimes - das paßt so gar nicht ins politisch korrekte Geschichtsbild. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf&amp;nbsp;Ähnlichkeiten zwischen der nationalsozialistischen, gegen die Kirche gerichteten Propaganda und der heutigen Berichterstattung großer Teile der deutschen Medien haben zahlreiche Blogs schon hingewiesen -&amp;nbsp;ein Gedanke, der sich aufdrängt, wenn man&amp;nbsp;das Titelbild des &lt;em&gt;Spiegel&lt;/em&gt; vor Augen hat, das einen kirchlichen Würdenträger zeigt, der sich mit eindeutiger Geste unter&amp;nbsp;die Soutane&amp;nbsp;greift. Hätte sich ein solcher Angriff gegen irgendeine andere religiöse Minderheit in Deutschland gerichtet, hätte man zu Recht von Volksverhetzung gesprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann gibt es aber noch einen großen Unterschied zur damaligen Zeit. So schrieb der &lt;em&gt;Spiegel &lt;/em&gt;1971, Goebbels habe bald erkennen müssen, "daß sein Grimm ebenso ohnmächtig blieb wie sein Propaganda-Wirbel: Das Kirchenvolk wandte sich keineswegs von seinen Hirten ab. Nie waren die Gotteshäuser voller und die Prozessionen länger gewesen. "&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wäre auch heute wünschenswert, und es zeigt uns den richtigen Weg, wie mit Hetze gegen die Kirche umzugehen ist: Gefragt ist das persönliche Bekenntnis zum Glauben, das heute durchaus gelegentlich Courage erfordert - vor allem, wenn man unbedarften und vollkommen verhetzten Zeitungslesern gegenübersteht, die alles, was die Medien verbreiten, für bare Münze nehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorgemacht hat es kürzlich &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26059"&gt;Heinz Bude&lt;/a&gt;, der während einer Diskussionsveranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion sagte, er&amp;nbsp;sei Katholik&amp;nbsp;und habe sich lange nicht mehr seiner Kirche so zugehörig gefühlt wie im Augenblick.» Dazu zähle auch der «Gehorsam gegenüber dem Heiligen Vater».&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4983265078667604965?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4983265078667604965/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/bekennermut.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4983265078667604965'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4983265078667604965'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/bekennermut.html' title='Bekennermut'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-4999259530712782751</id><published>2010-03-20T12:18:00.000+01:00</published><updated>2010-03-20T12:18:41.301+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesellschaft'/><title type='text'>Ist das etwa kein Kindesmißbrauch?</title><content type='html'>"Ein Erlöschen des spirituellen Feuers", "eine erschreckende Glaubenskrise monströsen Ausmaßes", ein "Abfall vom Evangelium. Eine Verhöhnung Gottes selbst unter Theologen": So&amp;nbsp;erklärt Paul Badde in seinem &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26050"&gt;Kommentar &lt;/a&gt;&amp;nbsp;die Mißbrauchsfälle in der Kirche.&amp;nbsp;Jedem muß einsichtig sein, daß "ein Priester, der sich an Kindern vergeht, die Worte Jesu schon lang nicht mehr ernst genommen hat, wo es etwa heißt: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworden würde“ (Markus 9,42). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist eigentlich alles gesagt. Nicht eine Abkehr von der katholischen Sexualmoral verhindert Mißbräuche, sondern eine Hinwendung zum Glauben. So einleuchtend das auch klingt, so wenig werden jene diese Logik begreifen wollen, die seit Wochen alte Fälle herauskramen und jede Ohrfeige, die ein Schüler 1950 in einer katholischen Schule bekommen hat, zum Mißbrauch umdeklarieren. Die lautesten Stimmen kommen dabei oft aus dem Kreise jener, die&amp;nbsp;vor nicht allzu langer Zeit Roman Polanski, der ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt&amp;nbsp;hatte,&amp;nbsp;verteidigt haben und zur Odenwaldschule und ihren Vorzeigepädagogen betreten schweigen: Das waren ja welche von ihnen, linke Feuilleton-Schickeria, Künstler ...&amp;nbsp;Und wenn die Vergangenheit aufgearbeitet werden soll, was ja durchaus ein gutes Anliegen ist,&amp;nbsp;könnte man auch einmal selbstkritisch die eigene Geschichte betrachten, zu der die Forderungen nach einer Entkriminalisierung der Pädophilie&amp;nbsp;gehören, die in den 80er-Jahren in der linken Presse&amp;nbsp;so oft erhoben wurden. Aber darum geht es nicht, nicht um die Sache selbst und schon gar nicht um die Opfer. Es geht einzig darum, die katholische Kirche, die letzte&amp;nbsp; konservative Bastion, zu schleifen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es wirklich um die Opfer ginge, müßten auch andere&amp;nbsp;Geschichten Platz auf den Titelseiten bekommen:&amp;nbsp;Geschichten von der sexuellen Verwahrlosung in unserer Gesellschaft und ihren Opfern, den Kindern.&amp;nbsp;Der &lt;a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/sexuelle-verwahrlosung-voll-porno-581936.html"&gt;Stern&lt;/a&gt;&amp;nbsp; erzählt, immerhin, einige von ihnen: Die Geschichte des sechsjährigen Jungen, der mit seiner Mutter Vergewaltigungsszenen anschaut und das Gesehene auf dem Schulhof nachzuspielen versucht. Die Geschichte der&amp;nbsp;14-Jährigen, die damit prahlt, daß&amp;nbsp;sie "Gang-Bang" macht: Eine Gruppe von Männern fällt gleichzeitig über sie her.&amp;nbsp;Kleinkinder, die gemeinsam mit ihren Eltern Pornos gucken, Mütter, die vor den Augen ihrer Kinder mit wechselnden Liebhabern Sex haben,&amp;nbsp; eine Elfjährige, die sich Sorgen macht, weil sie noch Jungfrau ist. In den unteren sozialen Milieus wächst eine Generation heran, die die Folgen der falsch verstandenen Liberalität in unserer Gesellschaft zu tragen hat, Zuwendung,&amp;nbsp;Liebe und Zärtlichkeit nicht&amp;nbsp;kennt, sondern nur Sex, deren Leitbilder Pornostars und Porno-Rapper sind, die sexuell verwahrlost und total enthemmt ist, von&amp;nbsp;Scham und Ekel keinen Begriff hat. Bei sexuellem Mißbrauch wird oft von Mord an Kinderseelen gesprochen: Und das ist auch hier der Fall. Der Stern-Artikel ist hart und verdient&amp;nbsp;Aufmerksamkeit. Aber wo bleibt der Aufschrei? Warum ist die Gesellschaft so blind gegenüber diesen Opfern? Warum wird nur so verhalten darüber berichtet, wie eine ganze Generation zugrunde gerichtet wird?&amp;nbsp;Vielleicht, weil man das beim besten Willen nicht der katholischen Kirche anhängen kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul Badde schreibt: "Verstörend bleibt dennoch dies: Jetzt fallen die Sünden der 50er-, 60er- und 70er-Jahre auf uns zurück. Wie lange wird dieser Prozess wohl für jene neuen Sünden dauern, die wir heute unter uns verschweigen?" Die Sünden, die unsere Gesellschaft an diesen Kindern begeht, werden mit Sicherheit irgendwann mit voller Wucht auf&amp;nbsp;sie zurückfallen.&amp;nbsp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-4999259530712782751?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/4999259530712782751/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/ist-das-etwa-kein-kindesmibrauch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4999259530712782751'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/4999259530712782751'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/ist-das-etwa-kein-kindesmibrauch.html' title='Ist das etwa kein Kindesmißbrauch?'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-5823243898994772503</id><published>2010-03-16T11:51:00.000+01:00</published><updated>2010-03-16T11:51:06.099+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grübeleien'/><title type='text'>Neuevangelisierung</title><content type='html'>In einem meiner letzten Beiträge habe ich darüber nachgedacht, daß Deutschland eine Neuevangelisierung braucht. Das ist wahr, klingt aber auch ein bißchen großspurig - weil es nur verkürzt und abstrakt zum Ausdruck bringt, worum es eigentlich geht: Wer eine Neuevangelisierung braucht, ist der Einzelne. Also zunächst ich. Ich muß mich immer wieder zu Christus bekehren. Das ist für mich am Einfachsten, wenn ich Christen begegne, die mir ein Beispiel sein können und die mich überzeugen. Meist sind dies gelassene, fröhliche und tatkräftige Menschen, die zu ihrem Glauben stehen. Wer an der Neuevangelisierung mitwirken will, soll also versuchen, seinen Glauben beispielhaft zu leben. Das ist leicht gesagt, aber in der Praxis schwer: Ich selbst gebe kein gutes Beispiel ab, aber das Ideal möchte ich mir vor Augen halten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt blicke ich zurück: Wie habe ich zum Glauben gefunden, nach einer langen Zeit des Agnostizismus und Atheismus? Den Anstoß gaben – ausgerechnet – einige liberale Katholiken aus der „Wir-sind-Kirche“ und&amp;nbsp; „Nieder mit dem Zölibat!“-Fraktion. Erstaunlich? Heute wundere ich mich darüber, aber damals erschien mir der Unterschied zwischen liberalen und konservativen Katholiken gar nicht so groß: Denn beide identifizierten sich auf ihre Art mit der Kirche und hatten einen Glauben, den ich damals nicht hatte – und das kam mir so exotisch vor, unverständlich, auf merkwürdige Art altmodisch, daß ich wissen wollte, was dahintersteckt. Wenn ich damals schon gewußt hätte, wie uneins die Katholiken teilweise untereinander sind, hätte ich nur den Kopf geschüttelt. Dies zeigt wohl auch: Wer andere überzeugen will, sollte als Gruppe versuchen, nach außen hin geschlossen aufzutreten. Leicht gesagt, aber nicht umzusetzen, solange man in Zeitungen Schlagzeilen lesen muß wie: „Oberster katholischer Laie kritisiert Papst wegen Zölibat“. Durchaus umzusetzen im Kleinen: indem man vor Außenstehenden betont, wie groß und schön die Kirche ist und nicht, wie sehr einem manche Dinge auf die Nerven gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Begegnung mit liberalen Katholiken war die Initialzündung, dann kam bei mir die Lektüre, die intellektuelle Beschäftigung mit dem Glauben, erst dann gelegentliche Besuche der Heiligen Messe. Nach und nach wurde der Glaube fester, gewann er Konturen. Und dennoch gibt es immer wieder Phasen des Zweifels: ein Gefühl der Leere, die Angst, daß Gebete ungehört verklingen und daß kein Gott sei. Am meisten helfen mir dann die Begegnungen mit anderen Menschen, mit ihrer Liebe, ihrer Not, ihrem Glauben. Andere mögen andere Gegenmittel gegen drohenden Glaubensverlust finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bloggend frage ich mich, welche Rolle das Internet bei der Neuevangelisierung spielt. Für mich persönlich eine sehr marginale. Ich konnte einige Informationen herausfischen und erfahren, wann wo welche Veranstaltung stattfindet und wen es da draußen noch so alles gibt. Es ist freilich unverzichtbar als Korrektiv&amp;nbsp;zu der&amp;nbsp;in den meisten Printmedien veröffentlichten Einheitsmeinung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die entscheidenden Anstöße bekam ich immer woanders, das mag mein eigener, individueller Weg sein. Das Internet ist wichtig, gerade als niedrigschwellige und wenig aufwendige Möglichkeit, sich Informationen zu beschaffen. Deshalb schreibe ich weiter, auch wenn ich denke, daß ich auf andere Weise mehr bewirken kann: in direktem Kontakt mit Menschen in der realen Welt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-5823243898994772503?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/5823243898994772503/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/neuevangelisierung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5823243898994772503'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/5823243898994772503'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/neuevangelisierung.html' title='Neuevangelisierung'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-9138000718061309249</id><published>2010-03-16T11:23:00.000+01:00</published><updated>2010-03-16T11:23:41.311+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirchenkritik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Manfred Lütz'/><title type='text'>Hoffnungsschimmer</title><content type='html'>Die Medienkampagne, die in den letzten drei Wochen gegen die katholische Kirche geführt wurde,&amp;nbsp;hat mich verletzt. Was mich immer wieder aufgerichtet hat, waren Reaktionen aus meinem Bekanntenkreis, die ich nicht erwartet hätte, z.B. solche:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- ein&amp;nbsp;Alt-68er, der sich nie durch kirchenfreundliche Verlautbarungen hervorgetan hat und nun dennoch den Begriff der Christenverfolgung ins Spiel bringt (- ich selbst wäre nicht so weit gegangen. Aber hat er nicht&amp;nbsp;dennoch recht?)&lt;br /&gt;- nicht ganz so unerwartet: ein konservativer Lutheraner, der gerne eine Solidaritätsaktion für den Papst ins Leben rufen würde&lt;br /&gt;-&amp;nbsp;außerdem ein zufällig belauschtes Gespräch in der S-Bahn: zwei, die selbst "mit der Kirche nichts am Hut haben", kommen zu dem Ergebnis, daß diese Hetze widerlich ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur drei kleine Beispiele, die zeigen, daß öffentliche und veröffentlichte Meinung durchaus nicht deckungsgleich sein müssen... Hier noch ein Link: &lt;a href="http://www.kath.net/detail.php?id=26009"&gt;Manfred Lütz über Ettal&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-9138000718061309249?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/9138000718061309249/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/hoffnungsschimmer.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9138000718061309249'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/9138000718061309249'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/hoffnungsschimmer.html' title='Hoffnungsschimmer'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1646107146311958787.post-747626026606361145</id><published>2010-03-14T14:41:00.001+01:00</published><updated>2011-01-17T20:00:24.081+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kirchenkritik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Deutschland'/><title type='text'>Wieder zurück</title><content type='html'>Egal, wohin ich in letzter Zeit gereist bin: Bei meiner Rückkehr nach Deutschland war ich jedes Mal einem Kälteschock ausgesetzt. Und ich meine damit nicht das Wetter. Vor ein paar Tagen bin ich aus Mexiko zurückgekehrt. Dort sind die Menschen freundlich, hilfsbereit und kinderlieb, die Kirchen sind voll mit jungen Familien und Kindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kaum zurück, springen mich Schlagzeilen an, die so boshaft wie absurd sind und in ihrer absurden Boshaftigkeit zuweilen&amp;nbsp;sogar lächerlich: „Papst soll zur Odenwaldschule Stellung beziehen“, „Papstbruder schlug bis 1970 Kinder“, „Wir-sind-Kirche setzt Papst unter Druck“. Der Mißbrauch des Mißbrauchs geht also weiter. Es geht dabei nicht um die Opfer, um Fakten, um die notwendige Aufarbeitung des Geschehenen. Wer Kinder mißbraucht, ob Priester oder nicht, gehört ins Gefängnis. Doch die Zahlen zeigen, wie an verschiedener Stelle zu lesen war, daß sexueller Mißbrauch bei Priestern seltener vorkommt als bei anderen erwachsenen Männern. Schließlich steht eine solche böse Tat in radikalem Gegensatz zu allem, was die Kirche lehrt. Wenn es dennoch einzelne Priester gibt, die Kinder mißbrauchen, haben sich diese von allem, was sie vertreten sollen, entfernt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch darum geht es bei der laufenden Medienkampagne gar nicht. Sondern um das Thema Sex, Skandal und Kirche, das immer zieht und in das sich so gut der antirömische Affekt hineinmischen läßt, der hierzulande seit Jahrhunderten konserviert wird. So mancher wittert auch die Möglichkeit, den Papst mit in den Skandal hineinzuziehen (besonders unrühmlich: die Süddeutsche). Vor allem aber nutzt man die Gelegenheit, mal wieder gegen den Zölibat und die katholische Sexualmoral anzuschreiben: Denn einen solchen Gegenentwurf zu ihrem eigenen säkularen Hedonismus kann unsere Gesellschaft nicht dulden. Sie kann es nicht hinnehmen, daß es Männer und Frauen gibt, die von Christus so erfüllt sind, daß sie sogar auf das größte Glücksversprechen der modernen Gesellschaft – nämlich Sex – zu verzichten bereit sind. Und die durch ihr Leben und ihr Zeugnis all das in Frage stellen, was von den heutigen Spießbürgern als heilig angesehen wird. Der letzte verbliebene Gegner, die Minderheit, die sich nicht anpaßt, soll mit allen Mitteln bezwungen werden – die Wiederholung der immergleichen Dummheiten gehört dazu. Besonders skandalös ist es aber, daß die himmelschreiende Geistlosigkeit dessen, was heute so selbstverständlich auch in einstmals großen Zeitungen geschrieben werden darf, nicht als unanständig empfunden wird. Wo bleibt der Protest gegen Dummheit? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie dem auch sei: Ich war nur gut zwei Wochen weg und erschrecke bei meiner Rückkehr wieder über den aggressiven Säkularismus, der in Deutschland herrscht. Was für ein großartiges Zeichen ist es doch, daß der&amp;nbsp;Heilige&amp;nbsp;Vater&amp;nbsp;ausgerechnet ein Deutscher ist! Deutschland braucht zweifellos eine Neuevangelisierung. Die Frage, die ich mir stelle, ist: Will ich daran mitwirken? Viel lieber würde ich dieses Land verlassen und irgendwo hinziehen, wo es nicht so kalt ist. Will Gott, daß ich in diesem Land, meinem Land als Katholikin lebe und wirke? Aber ist Deutschland mein Land, ist das meine Heimat? Mein Gefühl sagt: von Tag zu Tag weniger.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1646107146311958787-747626026606361145?l=literaturundleben.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://literaturundleben.blogspot.com/feeds/747626026606361145/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/wieder-zuruck.html#comment-form' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/747626026606361145'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1646107146311958787/posts/default/747626026606361145'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://literaturundleben.blogspot.com/2010/03/wieder-zuruck.html' title='Wieder zurück'/><author><name>Sophie</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18423612371318719640</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/-diuH16TMsmI/ThmWv7KtO_I/AAAAAAAAANo/CtXCFWdI_E4/s220/sophie.png'/></author><thr:total>8</thr:total></entry></feed>
